Flinn Works

Schädel X

In den Kellern deutscher Universitäten und Museen lagern tausende Schädel aus den ehemaligen Kolonien. Sie entstammen überwiegend einem Unrechtskontext - sie wurden ausgegraben oder von den Leichen hingerichteter "Aufständischer" abgetrennt und als Trophäe nach Deutschland verschickt. In anthropologischen Instituten betrieben Wissenschaftler_innen Rassenforschung an diesen Schädeln, Berlin wurde mit Rudolf Virchow und Felix von Luschan zum Zentrum der Schädelsammler_innen. 100 Jahre später mehren sich Forderungen nach einer würdevollen Behandlung und Restitution dieser Schädel an die Nachfahren. Zögerlich beginnen Universitäten und Museen mit der Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels ihrer Geschichte.

 

Ein Schädel bildet auch das Zentrum der Lecture Performance Schädel X. Zwei biografische Geschichten kreisen um ihn. Sie führen von Tansania und Deutschland über Archive, Konsulate, Schlachtfelder und Labore durch die deutsche Kolonialgeschichte ins Innerste des eigenen Schädels. Mit (medizin-)historischen Dokumenten und O-Tönen verbinden sie sich zu einer skurrilen, (post-)koloniale Irrfahrt zwischen Wissenschaft, Politik und Theater.

 

Tischgesselschaft TISCHGESELLSCHAFT

MAI 06, IM ANSCHLUSS AN DIE VORSTELLUNG

In Zusammenarbeit mit und unterstützt von Theaterscoutings Berlin.

 

Zu Gast ist Mnyaka Sururu Mboro, seit 2007 Vorstandsmitglied und Bildungsreferent bei Berlin Postkolonial. Berlin Postkolonial ist ein kleiner Verein, in dem Nachfahren Kolonisierter und Kolonisierender ihre geteilte (auch im Sinne von unterschiedlicher) Geschichte gemeinsam aufarbeiten und dabei vor allem die Gegenwart des Kolonialismus vor Ort, d.h. im heutigen Berlin deutlich und sichtbar machen. Der Verein organisiert Stadtrundgänge durch das postkoloniale Berlin, Bildungsprojekte und erinnerungspolitische Kampagnen (zum Genozid in Namibia, zum Humboldt-Forum und zu Kolonialismus im öffentlichen Raum).



FLINN WORKS entwickelt gemeinsam mit unterschiedlichen internationalen Musiker_innen und Performer_innen multiperspektivische Stücke zur globalisierten Welt. In 2016 entstanden im Rahmen des Themenschwerpunkts zur deutschen Kolinialvergangenheit die Stücke Maji Maji Flava und Schädel X. Die beiden Produktionen Songs of the T-shirt und Shilpa - The Indian Singer App werden durch Global Belly 2017 zur Trilogie Die Frau als Maschine ergänzt.



RECHERCHE, TEXT, PERFORMANCE Konradin Kunze REGIE Sophia Stepf SOUNDDESIGN Andi Otto VIDEODESIGN Jürgen Salzmann PRODUKTION ehrliche arbeit - freies Kulturbüro

 

Eine Produktion von FLINN WORKS / Flinntheater. Gefördert aus Mitteln des Regierenden Bürgermeisters von Berlin - Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten, des Fonds Darstellende Künste e.V., des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und des Kulturamt der Stadt Kassel. Medienpartner: Jungle World, taz.die tageszeitung, multicult.fm

 

Fotos © Shaizia Jifri, Julia Gechter



    

Performance


Aufführungen

mai 2016
04 05 06 07 
20:00 UHR


ORT
Kantine




Auf Deutsch - in German















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