Ibsen: Eine Trilogie

Markus&Markus

Ibsen: Peer Gynt

Ein dramatisches Gedicht von Herbert (und Markus&Markus)

Wer geistig nicht mehr folgen, wer nicht mehr sinnvoll kommunizieren kann, der droht aus der menschlichen Gemeinschaft herauszufallen. Schon sprechen einige Philosophen Menschen mit Demenz den Personenstatus ab. Es ist der Schritt vom Menschen zur Sache. Vom „Jemand“  zum „Etwas“.  Wir sind Markus&Markus. Wir wissen dass Realität ein dehnbarer Begriff ist. Wir vertrauen unserem Peer und folgen ihm in seine Welt. Wir gehen mit ihm einen Weg, der keine Mauern, keine Grenzen und keinen Blick zurück kennt.


Peer Gynt ist ein begnadeter Tänzer, Frauenheld, Pilot und weiß mit dem Maschinengewehr umzugehen. Peer hat neun Kinder. Aber er kann sie nicht treffen, denn es wurde jetzt eine Mauer gebaut. Peer Gynt ist dement. Der Knopfgießer will Peers Seele wie eine missratene Bleifigur umschmelzen. Diesem Schicksal kann er nur entgehen, wenn es ihm gelingt, zu beweisen, dass er in seinem Leben er selbst gewesen ist. Doch was ist es, das Selbst? Was ist noch wahr, wenn die betreffende Person dies selbst nicht mehr einschätzen kann?

 

Das Theaterkollektiv Markus&Markus begleitete einen an Demenz erkrankten über vier Wochen hinweg mit der Kamera und folgte ihm auf seinen Wegen. Ibsen: Peer Gynt ist ein Theaterstück, in denen diese Videos die Hauptrolle spielen.



MARKUS&MARKUS ist ein Theaterkollektiv aus Hildesheim. Seit 2011 stehen sie für eine ureigene Form politischen Theaters, pennälerhafte Penetranz und radikale Perfektionslosigkeit. Ihre Aufführungen, in denen die Grenze zwischen Inszenierung und Realität völlig aufgelöst wurde, lösten öffentliche Debatten aus. Die Arbeiten zeichnen sich aus durch eine intensive Investigation, deren Ergebnis eingefangen auf der Videoebene einen elementaren Baustein der Inszenierungen bildet. Es interessiert das Kollektiv jedoch nicht, eine Realität abzubilden, stattdessen ist der Theaterkontext für den Zugriff auf die Realität entscheidend – Fakt und Fiktion liegen dichter zusammen als bei X-Factor: Das Unfassbare von Jonathan Frakes. An den Sophiensælen waren bisher zu sehen: Polis3000: Oratio (2012), Ibsen: Gespenster (2015), Ibsen: Peer Gynt (2015). Im April 2017 zeigten sie erstmals zusammenhängend die gesamte Ibsen-Trilogie.



VON UND MIT Markus&Markus (Katarina Eckold, Lara-Joy Hamann, Manuela Pirozzi, Markus Schäfer, Markus Wenzel) GAST Herbert

 

Eine Produktion von Markus&Markus in Koproduktion mit der Gessnerallee Zürich, ROXY Birsfelden, LOT Braunschweig und SOPHIENSÆLE. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Fonds Darstellende Künste e.V., MWK Niedersachsen, Stiftung Niedersachsen und das Kulturbüro der Stadt Hildesheim. Medienpartner: taz.die tageszeitung

 

Fotos © Paula Reissig



   

 

 

Aufführungen

2017
april
22 
20:00 UHR


ORT
Hochzeitssaal



Auf Deutsch - in German















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