Kiezkantine I

Kiez und Kunst in der Kantine: Rund um die Sophiensæle finden sich auch abseits der Mitte-Klischees lebendige Strukturen, soziales Engagement und vielfältige persönliche Geschichten. Alle zwei Monate öffnen wir die Kantine für den Kiez und laden bei gemeinsam zubereiteter Suppe zu einem Kennenlernen der Nachbarschaft, der Künstler_innen und des Publikums der Sophiensæle ein. Jede Ausgabe wird von einem Thema gerahmt – im November: Handwerk!

 

GÄSTE

 

Angela Binroth-Gierke machte in Weimar ihre Ausbildung zur Handweberin. Nach ihrem Umzug nach Ost-Berlin übernahm sie 1975 schon vor ihrem Abschluss als Meisterin des textilverarbeitenden Handwerks eine Werkstatt in der Auguststraße. 1985 zogen sie und die Werkstatt in die Sophienstraße 16. Auf 150 Quadratmetern beschäftigte sie drei weitere Weberinnen und verkaufte in der gesamten DDR. Nach dem Mauerfall brach die Nachfrage ein und 2001 wurde ihr der Mietvertrag gekündigt. Heute arbeitet sie in Weißensee an noch zwei Webstühlen und ist jedes Wochenende auf dem Berliner Kunstmarkt am Zeughaus anzutreffen.

 

ANKE UND BORIS SCHOENHERR gründeten 1987 die Werkstatt für Holzblasinstrumente in der Sophienstraße 20A. Erstere erlernte 1981 den Querflötenbau. Sie arbeitete nach Ihrem Abschluss mehrere Jahre im Vogtland und stellte viele dieser Instrumente in Handarbeit her. Letzterer absolvierte 1978 eine Ausbildung zum Klarinettenbauer, war über sieben Jahre in verschiedenen Werkstätten tätig und schloss 1986 seine Meisterprüfung zum Holzblasinstrumentenbauer ab. Die beiden reparieren und bauen Instrumente aber nicht nur, sondern spielen sie auch - in verschiedenen sinfonischen Orchestern und Gruppen sowie in Solo-Konzerten.
 

Lajos Talamonti studierte Ballett in München mit Engagements in Heidelberg und Amsterdam, war Regieassistent an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg- Platz und leitete zeitweise das Tacheles Theater. Seit 1997 ist er freischaffender Regisseur, Performer und Autor, produzierte eigene Stücke u.a. für das Gorki Theater, das HAU oder Theater an der Parkaue. Zuletzt war er in den Sophiensaelen als Performer in den Arbeiten der Gruppe Interrobang beteiligt. Für das Jahr 2016 plant Lajos Talamonti eine neue Produktion, in der ein Performer und ein Bäckerlehrling zusammentreffen, um sich über ihr jeweiliges handwerkliches Können (Brot und Spiele) auszutauschen.

 

WATER TO WINE ist ein Upcyclinglabel der Berliner Stadtmission, entstanden aus der Idee weniger Rohstoffe zu verschwenden und nachhaltige Mode tragbar zu machen. Viele Kleidungstücke, die nicht mehr verkauft oder weiter gegeben werden können, bekommen hier durch Upcycling eine neue Seele, indem sie von lokalen Designern umgestaltet werden.

www.watertowine-upcycling.com

 

Melinda Stokes/ Haus Schwarzenberg entwirft und verkauft mit ihrem Label Stokx Mode und Accessoires für Männer und Frauen. Stokes‘ Kreationen zeichnen sich durch klare Formen und Funktionalität aus und sind auch über schnelle Trends hinaus en vogue. Seit 1998 sind ihr Laden und Atelier im Haus Schwarzenberg beheimatet. Das Haus Schwarzenberg verbindet seit Mitte der 90er Jahre Kunst, Geschichte, Handwerk und Kultur. In der Nähe des Hackeschen Marktes gelegen, bildet es nicht nur äußerlich einen Gegenentwurf zu Kommerz und Touristenkitsch der benachbarten Gebäude.

www.stokx.de

haus-schwarzenberg.org

 





Salon


Aufführungen

2015
november
25 
19:00 UHR


ORT
Kantine




Auf Deutsch - in German















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