Samuel Beckett

Residua

Mit »Bing«, »Tritte« und »Losigkeit« führt Beckett den Betrachter in das Innere des Schädels. Es sind Experimente mit der Vorstellungskraft. Wie funktioniert unser Bewusstsein, aber auch: Wie befreie ich mich von diesem dauernden Denkenmüssen, diesen obsessiv wiederkehrenden Bildern im eigenen Kopf? Beckett befasste sich mit dieser Frage, als er Ende der 60er Jahre die Wortmusik der Residua schuf. »Bing« ist das Bild eines gleißend weißen Kubus mit einem darin eingeschlossenen nackten Menschen, »Losigkeit« das eines letzten Menschen, der in einer mit Trümmern übersäten Weite steht. Beide Texte kommen hier zur Uraufführung. »Tritte«, eine Miniatur für Theater, erzählt von einer unheilvollen Mutter-Tochter-Beziehung aus der Tradition der irischen ghost plays. Es ist die Geschichte eines Verschwindens, ein Rätselbild der Abhängigkeit.

"Bezeichnete einst Jean Paul die Erinnerung als das Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können, ist sie bei Samuel Beckett ein hermetische Albtraum. Oliver Sturms puristisch klare, in der gezielten Unschärfe präzise wie luzide Inszenierung macht daraus kein Drama - weder der grenzüberschreitenden Absurdität noch der mentalen Anbiederung an die Zuschauer, sondern ganz einfach: ein unprätentiöses Kunststück. Dessen Distanz schafft Nähe und dessen Verweigerung erst Erfüllung. " (FAZ, 21.02.2006)


Regie: Oliver Sturm, Raum: Till Exit, visuals: Till Exit + videogruppe, Kostüme: Doey Lüthi, Licht: Holger Klede, Ton: Alexander Ott, Maske: Stefan Kehl, Produktionsleitung: Claudia Jansen, Finanzen: Kerstin Müller, Fundraising: Alex G. Elsohn, Dramaturgische Beratung: Jan-Philipp Possmann, Regieassistenz: Nicole Paulsen, Bühnenassistenz: Stephan Rändel, Kostümassistenz: Nina Thorwart, Lichtassistenz: Christoph Evert, Produktionsassistenz: Vera Palme, Hospitanz: Daniela Bahl

Mit: Judith Engel, Swetlana Schönfeld, Graham Valentine, Traugott Buhre

Eine Produktion von Oliver Sturm und Sophiensæle mit Tzavta Theater Tel Aviv und Transpositions 2006 Krakau.
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.


Aufführungen

17., 18., 19., 22., 23., 24., 25., 26.02. 20h


ORT
Festsaal
















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