Heiner Müller

Der Lohndrücker

eine lenhart + böhler produktion

?Schlagt euch nicht den Schädel ein, zerbrecht euch lieber den Kopf.? (Heiner Müller, Der Lohndrücker)

Ein Lehrstück, unterteilt in 15 Szenen. Auftretende Figuren: 23.
Die Inszenierung: Acht Spieler. Drei Österreicher, fünf Deutsche.
Der Ort: Ein Ringofenwerk in der jungen DDR.
Handlung: Das Neue.

Nach dem großen Krieg kommt der Aufbau. Vier Jahre nach dem totalen Zusammenbruch bauen acht Menschen an der Idee einer Gesellschaft, die einmal DDR heißen wird. Aber wie baut man das Neue? Mit den alten Menschen in der neuen Zeit, der alten Arbeit und den neuen Methoden. Der Ringofen ist kein Nazi-Tank, der Unternehmer ist weg und die Helden der Arbeit heißen Aktivisten und tragen Namen wie Garbe, Hennecke oder Balke. Alles auf Anfang!

?Der Lohndrücker? ist eine Versuchsanordnung für eine andere Arbeitswelt, Aktivistenstück ohne Helden. Müllers Figuren sind alle fehlbar, sie alle sind ständig mit der Realität überfordert aber sie lassen sich auf sie ein. Das macht sie zu Abenteurern, genau wie die Cowboys, Astronauten oder Forscher unserer Jugendbücher.

lenhart + böhler interessieren sich für diese Situation des Neuanfangs und für die Sehnsucht in uns allen, einmal Teil einer großen Sache zu sein, zum Subjekt der Geschichte zu werden. Die Inszenierung interpretiert nicht die historischen Bedingungen, sondern lässt sich auf den lehrstückartigen Modellcharakter des Textes ein, indem sie das Experiment im Heute nachspielt. In einem Pappmodell des Ringofens werden Leistungsprinzip und Lebensqualität, Konkurrenz und Solidarität, Sozialismus und Kapitalismus gegeneinander ins Spiel gebracht. In den kurzen, prägnanten Szenen werden die Chancen ausgewürfelt. ?Was fällt eher zusammen: Maurer oder Ofen??

September 5) Spielzeiteröffnung und Premierenparty mit DJ Sonja Bäger ("Immer schön eins nach dem andern.")
September 10*) Publikumsgespräch und Waffeln
September 12) KünstlerInnengespräch mit lenhart + böhler und Falk Strehlow (Heiner Müllers "Der Lohndrücker" und seine intertextuellen Verwandtschaftsverhältnisse)


Mit Tilla Kratochwil, Mathias Lenz, Karola Niederhuber, Christine Rollar, Jörg Schiebe, Stephan Thiel, Peter Trabner, Martina Zinner

Regie: Kerstin Lenhart
Bühne: Michael Böhler
Dramaturgie: Jan-Philipp Possmann, Martina Grohmann
Kostüm: Sabin Gröflin
Musikalische Leitung: Mathias Lenz
Bewegungstraining: Peter Trabner
Technische Leitung und Licht: Stefan Neumann
Aufführungsrechte: Henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag

Eine Produktion von lenhart + böhler mit Sophiensaele, brut Wien und Normerhöhung ? Verein zur Durchführung von Theater-, Kunst- und Medienprojekten. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Kulturabteilung der Stadt Wien.

Foto © Chris Schnalzger

Aufführungen

2008 September 5)(6)(9)(10*)(11)(12)(13


ORT
Festsaal
















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