Spielstand #12

Resonanztraum ? Welchen Stellenwert hat Neue Musik heute?

Die aktuelle Situation der Neuen Musik ist geprägt von einem eklatanten Ungleichgewicht: Es existiert eine Vielzahl von professionellen AkteurInnen, Festivals und innovativen Veranstaltungsformaten, Ensembles haben ihre traditionellen Aufführungsorte um U-Bahnstationen, alte Fabriken und öffentliche Gebäude erweitert. Doch trotz der Vitalität der Szene beschränkt sich das Publikum auf einen kleinen ExpertInnenkreis. Offensichtlich leidet die zeitgenössische Musik weit mehr als die Bildende Kunst oder die Literatur an der Konkurrenz durch populäre Ansätze und den veränderten Medienkonsum. Im Radio taucht sie seltener und meist nur auf späten Sendeplätzen auf, im Fernsehen spielt sie so gut wie gar keine Rolle mehr.

Warum gelingt es immer weniger, Kunstinteressierte auch für die Neue Musik zu gewinnen? Was und welcher Strategien bedarf es, dem Publikum einen Zugang zur zeitgenössischem Musik zu eröffnen? Wie sehen die AkteurInnen ihre Stellung innerhalb des Kunstsystems, an wen richtet sich ihr Angebot und für wen produzieren Sie? Und wie steht es künftig um die Handlungsmöglichkeiten des Kulturstaates?

Im Jahr 2006 hat die Kulturstiftung des Bundes ein bisher beispielloses Förderprogramm (Netzwerk Neue Musik) aufgelegt mit einem Volumen von über 8 Mio. Euro, projektiert auf vier Jahre. Das Programm zielt darauf ab, die Resonanz der Neuen Musik in der Öffentlichkeit zu erhöhen und neue Vermittlungskonzepte zu erproben. Hat diese Förderung Veränderungen eingeleitet? Wo gibt es beispielhafte Erfolgsmodelle, bei denen der Anspruch einer ästhetischen Bildung auf integrative Weise eingelöst wird?

TeilnehmerInnen: Bojan Budisavljevic (Netzwerk Neue Musik, Berlin), Friedrich Wedell (Festival Ciffren, Kiel), Ernst Surberg (Ensemble Mosaik, Berlin) und Natalia Pschenitschnikowa (Komponistin/ Interpretin, Berlin)

Moderation: Bettina Wackernagel

Musik: Natalia Pschenitschnikowa: Liebeslied (2006) (Bandoneon, Vocals, Kontaktmikrophone)
Enno Poppe: Arbeit (2006), Ernst Surberg, Keyboard

?Spielstand" heißt die Kooperation zwischen der Heinrich-Böll-Stiftung und den Sophiensaelen. Vier Mal im Jahr werden in der offenen Diskursplattform Fragen aus der ästhetischen Praxis mit politischen Debatten konfrontiert.

Aufführungen

2009 September 15) 20 Uhr


ORT
Festsaal
















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