Spielstand #14

Stardust Memories

Gedenken und Deutung im öffentlichen Raum

Berlins traditionelle Mitte ist seit dem Abriss des Palastes der Republik leer. Ein Einheitsdenkmal soll her: Als der Bundestag im November 2007 den Bau eines solchen beschloss, hätte sich wohl niemand träumen lassen, was für putzige Vorschläge unter den Einreichungen sein würden. Nachdem der Wettbewerb daraufhin neu ausgelobt wurde, hofft man nun auf einen praktikablen Vorschlag, der möglichst ?Aussagekraft und Wirkung? (Ausschreibungstext) entfalten möge.
Doch mindern solche staatlicherseits inszenierten Top-Down-Verfahren nicht die öffentliche Akzeptanz des Vorhabens? Die leicht genervte Debatte um Mahnmäler und Erinnerungsorte in der Hauptstadt zeigt, dass visuelle Vergangenheitspolitik neue Legitimationsmuster und Beteiligungsformen benötigt. Aus der Sicht der KünstlerInnen stellt sich die Frage, wie die Bürde der staatlichen Repräsentation mit ästhetischem Eigensinn versöhnt werden kann.
Was sagt der aktuelle Denkmalboom über den Status Quo der deutschen Geschichtspolitik? Wie ließe sich eine ?demokratische Ästhetik? erdenken, die beteiligungsoffen und prozessual angelegt ist? Und welche formal gelungenen Beispiele für urbane Erinnerungs-Environments gibt es bereits?

Mit:
Michaela Melián (Künstlerin)
Prof. Silke Wenk (Kulturwissenschaftlerin)

Moderation:
Dr. Marianne Zepp, Heinrich-Böll-Stiftung

?Spielstand" heißt die Kooperation zwischen der Heinrich-Böll-Stiftung und den Sophiensaelen. Vier Mal im Jahr werden in der offenen Diskursplattform Fragen aus der ästhetischen Praxis mit politischen Debatten konfrontiert.


Aufführungen

2010
november
09 
20:00 UHR


ORT
Virchowsaal
















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