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          bigNOTWENDIGKEIT It ain't over till it's over

          • bild_neu_c_bignotwendigkeit

          Performance

          2013 Mai 22 23 25 | 20.00 Uhr
          Hochzeitssaal

          Auf Deutsch - in German

          everything will be ok in the end.

          If it is not ok, it is not the end.

          Das Ende ist präsent. Szenarien vom Ende begleiten uns täglich. Unermüdlich werden Enden proklamiert. Es ist das Ende der Geschichte, das Ende des Klassenkampfes, das Ende der Philosophie, das Ende des Christentums und der Moral, das Ende des Subjekts, das Ende des Menschen, das Ende des Abendlandes, das Ende des Ödipus, das Ende der Welt, Apocalypse now. Die Apokalypse gehört zu unserem Handgepäck. Sie ist ein Aphrodisiakum. Und sie ist ein Angsttraum. Sie ist eine Ware wie jede andere. Sie tritt uns in allem möglichen Gestalten und Verkleidungen entgegen, als warnender Zeigefinger und als wissenschaftliche Prognose, als Weckruf und als Produkt der Unterhaltungsindustrie, als Aberglauben, als Vexierbild, als Kick. Sie ist allgegenwärtig aber nicht wirklich: eine unaufhörliche Produktion unserer Fantasie, eine Katastrophe im Kopf.

          bigNOTWENDIGKEIT fassen das Ende näher ins Auge. Was ist das Faszinierende am Ende? Warum wird es bemüht? Was macht Enden zu Enden? Und was endet je wirklich? Ist die letzte Schwalbe das Ende des Sommers? Ist die erste Lüge das Ende der Liebe? Ist das Ende eines Romans der letzte Satz? Ist das Ende eines Films die letzte Szene oder der Moment wenn der Abspann vorbei ist und das Licht im Kinosaal wieder angeht? Ideen von, Erinnerungen an und die Angst vor Enden werden befragt und ertragen. bigNOTWENDIGKEIT untersuchen ausgesuchte Enden aus Literatur, Film, Historie und Kunst auf ihre verschiedenen Qualitäten. Was lehren sie über Aufhören, Weitermachen und Neu-Anfangen? Enden können Angst machen und sie können erleichtern. Sie können etwas wegnehmen, aber auch den Weg für etwas Neues öffnen. Erst vom Ende her können wir Dinge deuten und bewerten. Erst das Ende schafft Struktur und ermöglicht Anschauung. Soviel steht fest: ob angekündigt oder überraschend, ersehnt oder gefürchtet, unvermeidbar oder herbeigeführt: Das Ende ist nie eine Tatsache, sondern immer eine gedeutete Tatsache vor dem Horizont anderer Tatsachen.

          Der letzte Vorhang ist noch nicht gefallen. Und ist nicht das Interesse für das Ende ein leidenschaftliches Interesse für´s Weitergehen, für die Fortsetzung, die Umkehr, den Anfang, für ein Leben in größerer Fülle als bisher? Ob angekündigte Weltenden, das Ende der Kindheit, das Ende der DDR, ob black, Tod, das Happy End, der Abschied, Zerfall, der Vorhang, der Countdown, das Fade Out, der Schlussakkord, die Katastrophe, die Lösung oder gar die Vollendung – in Gesten, Erzählungen und Bildern werden Enden von bigNOTWENDIGKEIT heraufbeschworen, seziert, zelebriert und neu montiert. Der Countdown läuft. Das Ende ist nah.

          BIGNOTWENDIGKEIT sind Anna K. Becker und Katharina Bischoff. Ihre Arbeiten waren u.a. beim Körber Studio Junge Regie, im Rahmen der Ruhr-Triennale 2005, an der Roten Fabrik Zürich, Kaserne Basel, Theater im Pumpenhaus Münster, Theaterdiscounter Berlin, Theaterhaus Gessnerallee Zürich, Stadttheater Aachen, im Roten Salon der Volksbühne Berlin und in den Sophiensaele zu sehen. Momentan bereiten bigNOTWENDIGKEIT ihr erstes Kinderstück vor und planen eine Kooperation mit dem ungarischen Choreografen László Fülöp über hysterische Körper.

          www.bignotwendigkeit.com

          KONZEPT, REGIE bigNOTWENDIGKEIT (Anna K. Becker, Katharina Bischoff) SPIEL Esther Becker, Danijela Milijic DRAMATURGIE Heike Pelchen BÜHNE Ina Vera SOUND, MUSIK Alice Ferl  LICHT Minna Heikkilä ASSISTENZ Anne Herwanger PRODUKTIONSLEITUNG ehrliche arbeit – freies Kulturbüro Produktionsassistenz Sina Schröppel

          Eine Produktion von bigNOTWENDIGKEIT in Koproduktion mit SOPHIENSÆLE und Konzeptbüro Rote Fabrik Zürich in Kooperation mit schloss bröllin e.V. gefördert vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, des Präsidialdepartement der Stadt Zürich Kultur und des Kantons Zürich.

          Foto © bigNOTWENDIGKEIT