Specials

Performance/Audiowalk

Lea Sherin Kübler + Soraya Reichl & Ensemble
Remember Now! Eine Geschichte des einander Erinnerns | Jugendprojekt

Hauptmotiv_quer
©Shirin Esione

Mai 07 08 09 l 14 Uhr + 17 Uhr

An wen wollen wir erinnern und welche Wege gibt es, dies zu tun? Remember Now! lädt zu einem performativen und interaktiven Audiowalk im Berliner Stadtraum ein und wirft einen kritischen Blick auf Berliner Erinnerungsorte. In dynamischen Szenencollagen erlebt das Publikum Geschichte(n) aus einer Perspektive des Widerstands.

» mehr

Service
Begleitprogramm
Haus
Suche + Archiv
Programm
    Festivals
      Künstler*innen
        Sonstiges
           

          Nordwind-Festival Marchal/ Reyner/ Tanguy GMH (Gerro, Minos and Him)

          • gmh---laurent_paillier--6-_hp
          • vimeo Video

            Mit dem Abspielen des Videos stimme ich der Datenschutzerklärung von Vimeo und damit auch der Übertragung von Daten in die USA zu.

          Tanz

          2015 Dezember 04 05 | 21.30 Uhr
          Hochzeitssaal

          Suitable for English Speakers

          Drei Männer verbringen Zeit miteinander. Sie spielen miteinander und mit der leeren Bühne, sie versuchen sich mit ihren Körpern zurechtzufinden, mit dem Raum, mit den Anderen. Schaukämpfe enden in Brutalität, Zärtlichkeit kippt in Absurdität. Ein humorvoller und zugleich berührender Blick auf die Verwirrung angesichts der „neuen Männlichkeit“.

          Marchal, Reyner und Tanguy bezeichnen ihre Arbeitsmethode als „Anarchie-Demokratie”: Jeder Beteiligte kämpft für sein eigenes künstlerisches Interesse, um die Zusammenarbeit voranzubringen. Großzügigkeit und Spontaneität sind die Voraussetzungen, kreative Reibung ist das Resultat.

          Auf der Bühne wird dieser Prozess im Zusammenspiel der drei Tänzer sichtbar. Ohne Worte erzählt die Performance von der Komplexität jeglichen Miteinanders. Wer bin ich? Wer ist der Andere? Wo sind wir? Wohin soll unser Miteinander führen? Tastend erkunden sie ihre Körper und den Raum, lassen sich mitreißen von einem Strudel grotesker Tänze, Schreiorgien, Liebesszenen und chorischer Gesänge. Immer wieder geraten sie darüber in kleine Schaukämpfe nichtigen Ursprungs, die in der gesteigerten Boshaftigkeit und Genervtheit der Beteiligten kulminieren. Trotz allem folgt der praktische Versuch zur Frage: „Halten wir uns aneinander fest? Wenn ja, wie?“ Das Händchenhalten bleibt fragil.

          Als ernstzunehmende Wesen sind die Männer dabei nahezu chancenlos: Sie tanzen die gesamte Performance „unten ohne“, nur mit T-Shirts bekleidet. Allerdings sind sie in ihrer Unbeholfenheit so sympathisch, dass das Publikum weniger über sie als mit ihnen lacht. Darüber hinaus stellt sich stets von neuem die Frage, warum die drei tun, was sie tun. Vielleicht sind es letzte Überreste archaischer Machtkämpfe, die das Publikum erleben darf, vielleicht ist es eine kindliche Freude an Übertretung und Kontrollverlust, vielleicht sind es vorsichtige Versuche, im Rahmen des Konstrukts „Männlichkeit“ Zärtlichkeit und Schwäche zu leben. Am Ende bleibt die Frage, ob Lesbarkeit überhaupt möglich ist. Deshalb Achtung: Der Applaus kommt womöglich im falschen Moment.

          CHOREOGRAFIE Roger Sala, Reyner, Simon Tanguy, Aloun Marchal LICHTDESIGN Pablo Fontdevila KÜNSTLERBETREUUNG Katerina Bakatsaki, Benoît Lachambre, Igor Dobricic PRODUKTION Het Veem Theater Amsterdam KOPRODUKTION zeitraumexit Mannheim, Musée de la danse /CCNRB

          Unterstützt von Institut Français Amsterdam, Institut Néerlandais de Paris, Dansbyrån Gothenburg, Konstnärsnämnden/ Swedish Arts Grants Committee.

          Foto © Laurent Paillier