Specials

Tanz/Film

Sheena McGrandles
Figured + Flush

figured
Figured | © Martin Rottenkolber

FEBRUAR 20 | 19.00 UHR | Premiere
FEBRUAR 21 – MÄRZ 06

In Figured und Flush setzt sich Sheena McGrandles mit radikaler Zeitlichkeit auseinander. Mit viel Liebe zum Detail deckt Figured die Absurdität und Künstlichkeit von Alltagsgesten auf. Flush bricht in Anlehnung an Gertrude Stein lineare und traditionelle Formen des Erzählens auf – die vielleicht sogar eine neue lesbische Zeitrechnung und Ästhetik evozieren.

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          Polar. Halbjahresmagazin für Politik - Theorie - Alltag Polar Release #14

          • polar_hp

          2013 Mai 29 | 19.30 Uhr
          Kantine

          Auf Deutsch - in German

          Die Revolution frisst ihre Kinder - Wie steht es um die sexuelle Befreiung?

          Es ist oft am schwersten über Dinge zu sprechen, die uns am stärksten betreffen. Wir freuen uns deshalb, an diesem Abend etwas zur Sprache zu bringen, über das in der Regel beredtes Schweigen herrscht.

          Sex ist eine ungeheure Energie, die uns an- und umtreibt. Sexualität ist eine steigernde, eine exzessive Kraft der Zuwendung und Hingabe, der Verschmelzung und Verstrickung. Sie lässt sich nutzbar machen für den Wechsel der Perspektive, die andere Möglichkeit, den anderen Blick. Man traut es sich kaum zusagen: Die wertvolle Kraft des Sex ist eng verbunden mit einer Sprache der Liebe. In welcher Konstellation auch immer. Was geht verloren, wenn das verloren geht?

          Denn Sex ist eine gefährdete Kraft. In unseren Köpfen stapeln sich die Bilder vom idealen Körper, vom wahren Sex. Täglich vorgehalten durch Werbung und Pornografie, die zum ständigen Begleiter geworden ist, zum kostenlosen Download im Internet. Gleichzeitig steigen die Überforderung, der Frust, die Langeweile. Paare scheitern an den normierten Bildern im Kopf. Menschen leiden darunter, dass die anderen haben, was man selbst nicht hat. Und in der sexualisierten Gesellschaft verlieren wir mitunter das Gefühl wofür Sex gut ist, was ihn gut macht.

          Gleichzeitig ist Sex eine gefährliche Kraft, wird benutzt für die Herstellung und Festschreibung von Machtverhältnissen. Wer über Sex redet, darf von den gesellschaftlichen Verhältnissen nicht schweigen. Die Frage nach dem sexuellen Stand der Dinge ist auch eine Frage nach dem Spielstand der Geschlechter. Nach altem und neuem Feminismus sehen wir, wie die alten Rollenbilder wieder greifen. Und aus dem vermeintlich postmodernen Spiel mit der Differenz wird bitterer Ernst. Eine richtige Beobachtung?

          Das Versprechen der sexuellen Befreiung ist jedenfalls zu wichtig, als dass wir so tun sollten, als sei es eingelöst. Und auch wenn sie immer ein unvollendetes Projekt bleiben wird – wir begreifen es als Aufforderung, uns die Frage von Sex und Emanzipation weiter vorzuhalten.

          polarkreis e.V. feiert die 14. Ausgabe in den Sophiensaelen mit Lesung, Podiumsdiskussion Konzert und Party. Wir freuen uns auf interessante Gäste und ein tolles Konzert. Ein Abend über Sex als Sprache und Medium, als Ware und Utopie, über sexuelle Gerechtigkeit, über befreite Sexualität und den Rollback der Geschlechterverhältnisse, und  - gerade das - über guten Sex jenseits von Sexismus.

          Man kann über Sex nicht nur singen, sondern auch reden.

          Lasst uns damit beginnen.

          ProgrammÜBErsicht:

          Performance MIT Jan-Gerrit Brüggemann, Matthias Mosbach, Anton Rubtsov, Kara Schröder, Léon Schröder, Anton Spieker, Anton Weil Konzept, Regie Malin Nagel, Hannes Oppermann

          Diskussion MIt Andrea Roedig (Journalistin), Svenja Flaßpöhler (Philosophie Magazin) u.a. Moderation Peter Siller, Bertram Keller (polar)

          Musik Jens Friebe  im Anschluss Party mit polar-DJ-Team

          Jens Friebe studierte Musikwissenschaft, Anglistik und Philosophie und spielte in Bands wie Bum Khun Cha Youth und Parka. Bislang sind von Jens Friebe 4 Soloalben erschienen. Neben seiner Tätigkeit als Solokünstler spielt Jens Friebe Schlagzeug bei der Berliner Band Britta und ist als Journalist und Autor tätig, unter anderem für Intro & Hommage.

          Svenja Flaßpöhler ist stellvertretende Chefredakteurin des Philosophie Magazins. 2006 wurde sie in Philosophie promoviert (Der Wille zur Lust. Pornographie und das moderne Subjekt, Campus 2007).

          Bertram Keller ist leitender Redakteur der Zeitschrift polar, Jurist und Philosoph. Er unterrichtet an der Universität Rostock und arbeitet als politischer Berater und Autor in Berlin. Neben Büchern liebt er den Tango und eine Bildhauerin.

          Andrea Roedig ist freie Journalistin in Wien. Sie promovierte im Fach Philosophie. Von 2001 bis 2006 leitete sie in Berlin die Kulturredaktion der Wochenzeitung Freitag. Zahlreiche Publikationen im Bereich Gender, Alltagsreportage, Kulturessay.

          Peter Siller ist leitender Redakteur der Zeitzschrift polar. Er ist zudem Leiter der Inlandsabteilung der Heinrich-Böll-Stiftung. Zuvor Scientific Manager des Exzellenzclusters »Formation of Normative Orders« an der Goethe Universität Frankfurt/M und Mitglied des Planungsstabs im Auswärtigen Amt. Studium der Rechtswissenschaften und der Philosophie. Zahlreiche Veröffentlichungen zu politischer Theorie und Praxis.