Specials

Tanz/Film

Melanie Jame Wolf
TONIGHT

tonight
© Ashton Green

FEBRUAR 10 | 19.00 UHR | Premiere
FEBRUAR 11 – 24

Die Popmusik nutzt das kleine Wörtchen TONIGHT in Songs oft als bittersüßes Versprechen. Humorvoll und mit den passenden Rockstarposen geht Melanie Jame Wolf gemeinsam mit Sheena McGrandles und Rodrigo Garcia Alves dieser popkulturellen Poetik und ihrer kommerziellen Ausbeutung auf den Grund.

» mehr

Tanz/Film

Sheena McGrandles
Figured + Flush

figured
Figured | © Martin Rottenkolber

FEBRUAR 20 | 19.00 UHR | Premiere
FEBRUAR 21 – MÄRZ 06

In Figured und Flush setzt sich Sheena McGrandles mit radikaler Zeitlichkeit auseinander. Mit viel Liebe zum Detail deckt Figured die Absurdität und Künstlichkeit von Alltagsgesten auf. Flush bricht in Anlehnung an Gertrude Stein lineare und traditionelle Formen des Erzählens auf – die vielleicht sogar eine neue lesbische Zeitrechnung und Ästhetik evozieren.

» mehr

Service
Begleitprogramm
Haus
Suche + Archiv
Programm
    Festivals
      Künstler*innen
        Sonstiges
           

          Ulrich Rasche Die Entführung aus dem Serail Ulrich Rasche

          • stueck_730


          Hochzeitssaal

          Ein Monolog nach Wolfgang Amadeus Mozart


          Der exotische, gewaltbereite Orientale und die tugendhafte, sanfte Europäerin ? ?Die Entführung aus dem Serail? eignet sich vorzüglich, um Klischees zu bedienen. Dass es auch ganz anders geht, will Ulrich Rasche mit seiner Inszenierung der Mozart-Oper beweisen, und setzt sich mit dem Entführungsfall Susanne Osthoff auseinander.
          ?Die Deutschen hassen mich?, resümierte Osthoff in einem Interview und pointierte damit das Entsetzen, das man gegenüber einer mit Steuergeldern befreiten Geisel aufbrachte, der es an Dankbarkeit und entsprechenden Feindbildern fehlte. Indem Osthoff selbstbewusst ihre Ansichten über die Verschleppung formuliert, kontrastiert und unterläuft sie das von Mozart gezeichnete Bild der europäischen Frau. Erinnerungen an die mediale Abwertung über das Verhalten der Susanne Osthoff lassen eine Inszenierung entstehen, die sich einer vielstimmigen, disharmonischen Kulturgemeinschaft verschreibt. Vorgeprägte oder überlieferte Identitäten werden im Verfahren des Live-Loopings neu abgemischt, verschoben und ergänzt.

          ?Die Geschichte, von Menschen gemacht, kann auch von ihnen umgeschrieben oder gar rückgängig gemacht werden.? (Edward Said)

          Nach Harold Pinters Betrogen, einer Koproduktion mit den Sophiensælen in der Staatsbank, zeigte Ulrich Rasche im Frühjahr 2004 seine Inszenierung 231, East 47th Street im Festsaal der Sophiensæle. Im Oktober 2004 realisierte Rasche Singing! Immaterielle Arbeit im Rahmen des Projektes Volkspalast im Palast der Republik. Andy Warhols legendäre Fabrik, zum Politikum gewordener Ort reger Legendenbildung oder historische Arbeiterlieder in Konfrontation mit Maurizzio Lazzaratos soziologischen Überlegungen zu immaterieller Arbeit - Uli Rasche setzt sich immer wieder mit politisch-historischen Themen auseinander. Seiner Arbeit eignet ein ganz eigener, zugleich formaler und hochgradig sinnlicher Zugang. Charakteristisch ist dabei Rasches interdisziplinärer Ansatz, der aus einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern wie Monica Bonvicini, Musikern wie Ed Osborn, Ekkehard Ehlers und Bernadette La Hengst sowie Tänzer*innen und Choreograf*innen resultiert. 2006 bearbeitete Rasche den Roman Wir Kinder vom Bahnhof Zoo von Christiane F. für die Sophiensæle. 2010 hatte im Hochzeitssaal der Sophiensæle Die Entführung aus dem Serail. Ein Monolog nach Wolfgang Amadeus Mozart Premiere, die ein euphorisches Presse-Echo zur Folge hat.

          Mit: Kornelia Lüdorff (Schauspiel), Norma Nahoun (Schauspiel/Gesang), Till Schulze (Schauspiel/Gesang), Guillaume Francois (Schauspiel/Gesang), Pablo Bercellini (Violoncello), Miguel Pérez Inesta (Klarinette/Bassklarinette), Hannes Strobl (elektronische Komposition)

          Regie: Ulrich Rasche
          Musikalisches Arrangement: Michael Emanuel Bauer
          Ton: Norman Duncan Thörel
          Technische Leitung: Stefan Neumann
          Produktionsleitung: Carolin Kiel
          Regieassistenz: Franziska Menge

          Gefördert aus Mitteln des Regierenden Bürgermeisters von Berlin ? Senatskanzlei ? Kulturelle Angelegenheiten.

          Foto © Arne Schmitt