Spielplan
Heute | 19:00 Uhr
Stages of Ageing II: Altern in der freien Szene – das überregionale Panel
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Oktober 26 | 19.00 Uhr
Diskurs
Auf Zoom

Stages of Ageing - das Diskursprogramm des Festivals Coming of Age nimmt jene Bedürfnisse im Alter(n) in den Blick, die in unserer Gesellschaft sowie in den Strukturen der Freien Theaterszene bislang zu kurz kommen. Stages of Ageing II ist ein überregionales Gespräch über Sichtbarkeit, Wünsche und best-practice-Beispiele zum Altern in den darstellenden Künsten.

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Schwenk & Schmans
Im Wald mit...
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Oktober 26-31
November 01-07

Im März 2021 machten sich vier generationsübergreifende Wandergruppen auf den Weg durch Berlins Wälder: Schüler*innen zwischen neun und dreizehn Jahren wanderten mit jeweils ein bis zwei Großelternteilen an ihrer Seite oder am Telefon. Die Bilder, Videos, Audios, Texte, Fragen und Gedanken, die während diesen Wanderungen gesammelt wurden, haben Schwenk & Schmans zu einem Dokumentarfilm zusammengeführt.

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Vanessa Stern
Gebeine. Die Frieda, die ich meine
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Oktober 26-31
November 01-07
Eintritt frei

Vierzehn alte Frauen erinnern sich in vierzehn kurzen Filmen an Frieda. Dabei sagen alle die Wahrheit, doch jede weiß etwas anderes. >> hier online zu sehen.

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Interrobang
Deep Godot: Onlineversion
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Oktober 26-31
November 01-07
Tickets
10/7 €

Nach der erfolgreichen Live-Variante tritt das Publikum nun bequem von zuhause aus mit der KI DEEP-GODOT in Kontakt: Die von der Performancegruppe entwickelte und trainierte künstliche Intelligenz DEEP GODOT bietet eine individuelle Altersbegleitung für Menschen von 15 bis 100plus. Mit dem Programm Smart Ageing lernt DEEP GODOT die Menschen schon lange vor ihrem Lebensabend kennen, um sie später im Alter besser und persönlicher begleiten, unterhalten, pflegen und auf ihren Tod vorbereiten zu können.

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25 Jahre SOPHIENSÆLE
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Oktober 29 | 18.00 Uhr
Fest
gesamtes Haus |

Die Sophiensæle werden 25 Jahre alt und auch unser Festival Tanztage Berlin kann auf sein 25-jähriges Bestehen und seine 30. Ausgabe zurückblicken. Deshalb feiern wir am 29. Oktober alles gemeinsam: Die Sophiensæle, die Tanztage Berlin und die Buch-Premiere unserer Jubiläumspublikation OPENINGS.

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Corinne Maier
Die Zufügung
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Oktober 30 31 | 19.00 Uhr
Tickets
Hochzeitssaal | 15/10€

Corinne Maier zeigt eine packende Lecture Performance zum Thema Alter und Altern mit Textfragmenten der Ausnahmeautorin Gerlind Reinshagen, Improvisationen der Performerin und der Musik von Elvis Presley.

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Lajos Talamonti
Alter Hase
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November 04 05 06 07 | 20.00 Uhr
Tickets
Festsaal | 15/10€

Fünf ehemalige Tänzer*innen blicken zurück auf die Zeit ihrer gemeinsamen klassischen künstlerischen Prägung. In einem letzten gemeinsamen Tanz machen sie die starren Strukturen der Klassik biegsam und erzählen vom Leben als oft überraschender Schule, deren Methode jede*r täglich neu für sich erfinden muss. 

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Markus&Markus Theaterkollektiv
Die Brieffreundschaft
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November 10 11 12 13 | 19.30 Uhr
Tickets
Hochzeitssaal | 15/10 €

Penthesilea, Judith, Klytaimnestra, Medea, Lady Macbeth. Abend für Abend lassen wir uns von ihren Gewalttaten berieseln und erfreuen uns an Drama, Mord und Totschlag. Wären sie nicht in Reclamheften gefangen, sie wären es wohl im Gefängnis. Dort hat das Markus&Markus Theaterkollektiv für ihr neues Stück die – ganz realen – Protagonistinnen dieses Abends aufgespürt und begonnen ihnen Briefe zu schreiben. Ein Theaterabend, der Fragen nach Menschlichkeit – und nach zweiten Chancen – neu stellt.

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Flinn Works
Artist Talk auf Zoom
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November 10 | 20.00 Uhr

In einem öffentlichen Online-Gespräch mit Sophia Stepf (künstlerische Leiterin von Flinn Works) wird Nora Amin die Stigmatisierung des so genannten "Bauchtanzes" thematisieren.

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Siegmar Zacharias & Samuel Hertz
WAVES #5 – Listening Sessions Towards Social Bodies
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November 15 | 20.00 Uhr
Tickets

Klangmeditationen, um gemeinsam in einem Raum zu verweilen, in dem wir nicht allein sein müssen: Von Mai bis Dezember 2021 laden Siegmar Zacharias und ihr Team gemeinsam mit dem FFT Düsseldorf und den Sophiensælen zu einer Reihe von Listening Sessions ein.

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Rehema Chachage | Aderemi Adegbite
I shredded them on your behalf | Tutuola Institute
Aderemi Adegbite_credit unknown
November 17 18 | 18.00 Uhr
November 19 | 17.00 Uhr
November 20 | 16.00 Uhr
November 20 | 19.00 Uhr
Kantine |

Installationen im Rahmen von Flinn Works' White Money: Die Künstlerin Rehema Chachage schreddert abgelehnte Förderanträge und verwandelt sie in Papierflieger; der Kurator und Künstler Aderemi Adgebite zeigt Videokunst im frischgegründeten nigerianischen Kulturinstitut und lädt einzelne Zuschauer*innen zu spirituellen Konsultationen durch professionelle Wahrsager.

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Abhishek Thapar
Untitled (AT)
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November 17 18 | 18.30 Uhr
November 19 20 | 18.00 Uhr
November 20 | 16.30 Uhr
Tickets
Performance
10/7 €

Im Rahmen von Flinn Works' White Money: Untitled schickt vorgefasste Wahrnehmungen und alltägliche Verwendungsweisen von Geld durch den Schredder. Während das Geld seines Wertes beraubt und auf sein Ausgangsmaterial – Papier – zurückgeführt wird, bringt die künstlerische Arbeit andere Bedeutungen hervor und untersucht den Wert des „Wertes“.

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Azade Shahmiri | Anuja Ghosalkar
Tempor(e)ality | Double Agent X
Azade_Shahmiri_credit Lys Y. Seng
November 17 | 20.00 Uhr
Tickets
Performance
Festsaal | 15/10 €

Doppelvorstellung im Rahmen von Flinn Works' White Money: Die teheranische Künstlerin Azade Shahmiri setzt sich in einer Lecture Performance mit der historisch-imaginierten Repräsentation des Westens im iranischen Theater auseinander, während die indische Künstler*in Anuja Ghosalkar in einer doku-fiktionalen Performance Strategien der künstlerischen Existenzsicherung vorstellt.

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Anuja Ghosalkar | Nora Amin
Double Agent X | My Dance
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November 18 | 20.00 Uhr
Tickets
Festsaal | 15/10 €

Doppelvorstellung im Rahmen von Flinn Works' White Money: Die indische Künstler*in Anuja Ghosalkar stellt in einer doku-fiktionalen Performance Strategien der künstlerischen Existenzsicherung vor, während Nora Amin den sogenannten Bauchtanz von den Sedimenten der Geschichte befreit.

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Flinn Works
Artist Talk
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November 19 | 18.00 Uhr
Festsaal |

Das Flinn Works Team und Abhishek Thapar sprechen über das Projekt White Money.

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Azade Shahmiri | Nora Amin
Tempor(e)ality | My Dance
Flinn Works_white money_my Dance_c_Ehab Abdellatif_HP
November 19 20 | 20.00 Uhr
Tickets
Festsaal | 15/10 €

Doppelvorstellung im Rahmen von Flinn Works' White Money: Die teheranische Künstlerin Azade Shahmiri setzt sich in einer Lecture Performance mit der historisch-imaginierten Repräsentation des Westens im iranischen Theater auseinander, während Nora Amin den sogenannten Bauchtanz von den Sedimenten der Geschichte befreit.

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Anuja Ghosalkar
Double Agent X
Double Agent X_Anuja Ghosalkar_credit Debanshu Bhaumik HP
November 20 | 18.00 Uhr
Tickets
Performance
Festsaal | 10/7 €

Im Rahmen von Flinn Works' White Money: In Indien gibt es kaum öffentliche Kulturförderung. In ihrer doku-fiktionalen Performance sucht die Theatermacherin Anuja Ghoshalkar als Double Agent X mithilfe von Videos, Dokumenten und Erfahrungsberichten nach Strategien der künstlerischen Existenzsicherung.

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Company Christoph Winkler
We are going to Mars
We are Going to Mars_c_HP
November 22 | 18.00 Uhr
November 23-30
Film/Video
Eintritt frei

We are going to Mars widmet sich in internationalen Videoarbeiten der Geschichte des ersten afrikanischen Raumfahrtprogramms und untersucht, wie sich die Rezeption dieser Story in den vergangenen fünfzig Jahren verändert hat.

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Raus aus dem Kopf, rein in den Körper
Presse Clement Layes-Living Room HP1
November 25 | 18.00 Uhr - 19.30 Uhr
Workshop
15/10 €

Die Workshop-Reihe für alle, die mehr Bewegung in ihren (Arbeits-)Alltag bringen wollen! 

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Public in Private / Clémentine M. Songe
Living Room
Presse Clement Layes-Living Room HP4
November 25 26 27 | 20.30 Uhr
November 28 | 16.00 Uhr
Tickets
Festsaal | 15/10 €

In Living Room erforscht Clémentine M. Songe (aka Clément Layes) die Dynamik des Wohnzimmers, jenes Ortes, an dem wir uns mit Dingen umgeben, die uns vertraut, intim, wiedererkennbar und sicher erscheinen. In Zusammenarbeit mit einer Architektin, einer Lichtdesignerin und einem bildenden Künstler deckt Clémentine M. Songe die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen unserem Leben und diesem Ort auf und zeigt dabei, wie sehr wir unsere gewohnte Umgebung als selbstverständlich ansehen und uns auf sie verlassen, um uns in der Welt „zu Hause“ zu fühlen.

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Rita Mazza + Anne Zander
Space 1880
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November 26 27 28 | 19.00 Uhr
Tickets
Performance
Hochzeitssaal | 15/10 €

Ausgehend von der Geschichte und Kultur der tauben Community widmen sich Rita Mazza und Anne Zander in einer visuellen Gebärdensprachperformance neuen Formen der Kunst in der Gebärdensprache.

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Specials
Festival
Coming of Age
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© Jan Grygoriew

Age is just a number – um das Altern kommen wir trotzdem nicht herum. Inmitten der Debatten rund um Klimabewegung, Identitätspolitik und Körperbilder ist es Zeit, längst überkommene Generationsverträge neu zu verhandeln. So hat nicht erst die jüngere Pandemiegeschichte gezeigt, dass Fragen nach Verantwortungen und der Solidarität neu gestellt werden müssen. Das Performance-Festival COMING OF AGE, das vom 15. September bis zum 7. November an den Sophiensælen stattfindet, widmet sich verschiedenen Facetten des Alterns in der Gesellschaft – und blickt dabei auf die unterschiedlichen Herausforderungen eines Phänomens, das uns alle betrifft.

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Jubiläum
25 Jahre SOPHIENSÆLE
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© Jan Grygoriew

Die Sophiensæle werden 25 Jahre alt und auch unser Festival Tanztage Berlin kann auf sein 25-jähriges Bestehen und seine 30. Ausgabe zurückblicken. Deshalb feiern wir am 29. Oktober alles gemeinsam: Die Sophiensæle, die Tanztage Berlin und die Buch-Premiere unserer Jubiläumspublikation OPENINGS.

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Performance, Tanz, Installation
Flinn Works: White Money
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Aderemi Adegbite & Konradin Kunze

Gemeinsam mit sechs internationalen Künstler:innen und in unterschiedlichen Performance-Formaten widmet sich Flinn Works dem Thema White Money. White Money fließt als Kulturförderung von Europa in den Rest der Welt und bestimmt dadurch mit, wie zeitgenössische Ästhetik aussieht. Dabei werden rassistische und (neo-)koloniale Strukturen fortgeschrieben, exotisierende Bilder von „anderen“ Körpern präsentiert und komplexe Inhalte für ein europäisches Publikum auf ihre konsumierbare Oberfläche reduziert. Wie alle transnational agierenden Kulturschaffenden ist die Kompanie Flinn Works Teil des Systems und befragt dieses mit White Money künstlerisch.

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Service
Begleitprogramm
Haus

Barrieren beim Neustart der Kultur: Ein offener Brief des Netzwerk nicht-behinderter und behinderter Tanz- und Theaterschaffender

02.02.2021

Barrieren beim Neustart der Kultur: Ein offener Brief des Netzwerk nicht-behinderter und behinderter Tanz- und Theaterschaffender

Sehr geehrte Kulturstaatsministerin Monika Grütters,

die COVID-19 Pandemie ist eine nie dagewesene Herausforderung, und wir begrüßen die umfangreichen finanziellen Hilfen des “Neustart Kultur” Programms für die freiberuflichen Tanz- und Theaterschaffenden ausdrücklich. Die #TakeCare (Fonds Darstellende Künste) und DIS-TANZ-SOLO (Dachverband Tanz) Stipendien wurden schnell und vergleichsweise unbürokratisch vergeben und haben eine breite Menge an Solo-Selbständigen erreicht.

Allerdings wurden lang existierende Ausschlüsse aus der Kulturförderung erneut reproduziert. Die vermeintlich niedrigschwelligen Förderprogramme enthalten viele Barrieren, die vor allem taube, behinderte und chronisch kranke Künstler*innen ausschließen. Gerade diese Menschen sind von den Auswirkungen der Pandemie besonders betroffen, da sie oft zur Risikogruppe gehören oder mit persönlicher Assistenz leben. Die aktuelle Situation, die die Bedeutung von Solidarität in der Gesellschaft besonders deutlich macht, sollte Anlass sein, das Thema kulturelle Teilhabe endlich grundsätzlich anzugehen und mit einer ernsthaften Umsetzung der bereits 2009 ratifizierten UN-Behindertenrechtskonvention zu beginnen. Daher fordern wir die unten dargestellten strukturellen Barrieren sowohl bei den neuen Ausschreibungen der Stipendien als auch darüber hinaus für alle Förderprogramme gezielt abzubauen.

Wir haben in Bezug auf die Förderprogramme im Rahmen von Neustart Kultur drei grundlegende Barrieren identifiziert:

Barriere 1: Nachweis der Förderberechtigung

Die Förderprogramme im Rahmen von Neustart Kultur fördern diejenigen, die innerhalb der letzten zwei oder drei Jahre 50 Prozent des Einkommens aus freiberuflicher künstlerischer Arbeit erworben haben. Dies ist anhand einer KSK-Beitragsmitteilung oder einer Auflistung von Einnahmen darzulegen. Viele taube, behinderte oder chronisch kranke Künstler*innen sind jedoch oft nicht in der Lage in diesem Rahmen als freiberufliche Künstler*innen zu arbeiten. Ihre gesellschaftliche Ausgangssituation hat viele bereits früh in die Beanspruchung staatlicher Hilfen, wie Erwerbsunfähigkeitsrente, Hartz IV, Grundsicherung oder andere Sozialleistungen, manövriert, welche den Zuverdienst - freiberuflich oder angestellt - streng regulieren. Auch sind viele taube, behinderte oder chronisch kranke Künstler*innen auf eine staatliche Krankenversicherung angewiesen, weil private Versicherungen viele Leistungen mit zusätzlichen Kosten verbinden, die über den finanziellen Möglichkeiten der betroffenen Personen liegen. Hinzu kommt, dass ein normatives Zeitsystem für viele taube, behinderte oder chronisch kranke Künstler*innen eine Barriere darstellt. Sie nehmen darum oft weniger Projekte wahr und müssen längere Pause zwischen Projekten einhalten, um ihre Gesundheit zu schützen. Gleichzeitig werden sie weniger oft von Theatern eingeladen oder für Projekte angefragt als ihre nicht-behinderten Kolleg*innen. Unter diesen Umständen ist ein freiberuflicher Zuverdienst, der 50 Prozent des Einkommens abdeckt und zur Mitgliedschaft in der KSK berechtigt, oft gar nicht zu erwirtschaften. Der Nachweis, dass 50 Prozent des Einkommens aus freiberuflichen Tätigkeiten erwirtschaftet wurde, schließt viele taube, behinderte oder chronisch kranke Künstler*innen kategorisch aus.

Barriere 2: Bewerbungsverfahren sind nicht zugänglich

Sollten taube, behinderte oder chronisch kranke Künstler*innen, trotz der oben genannten Hürden, die Kriterien für die Förderung erfüllen, stoßen sie spätestens im Antragsverfahren auf große Barrieren. Denn:

Es gibt keine Informationen zum Antrag und dem Antragsverfahren in Deutscher Gebärdensprache (DGS) / Leichter Sprache / Großer Schrift / Audiodateien.

Es gibt nur das schriftliche Antragsverfahren – es ist keine Antragstellung als DGS-Video, als Audiodatei oder in einem anderen alternativen Format möglich.

Es gibt keine Unterstützung bei der Antragstellung für Menschen, die keine Tastatur oder einen Stift benutzen können, und keine Kostenübernahme, wenn die Antragsteller*innen sich diese Hilfe privat suchen müssen. Dies gilt auch für die Begleitung für Künstler*innen mit Lernschwierigkeiten.

Es gibt keine Unterstützung bei der Antragstellung für taube Menschen und keine Kostenübernahme, wenn Antragsteller*innen eine hörende Person nutzen müssen, die den Antrag von DGS ins Schriftdeutsch übersetzt, damit der Antrag in vorgegebener Schriftform eingereicht werden kann.

Es gibt keine Unterstützung bei der Antragstellung für sehbehinderte Menschen und keine Kostenübernahme, wenn die Antragsteller*innen sich eine sehende Person suchen müssen, damit der Antrag im vorgegebenen Format eingereicht werden kann.

Die Teams, die die Beratung zum jeweiligen Förderangebot durchführen, sind nicht ausreichend für den Umgang mit Künstler*innen mit Behinderungen sensibilisiert und geschult.

Die Jury-Mitglieder, die die Anträge bewerten, sind nicht ausreichend für die Bereiche Inklusion, Barrierefreiheit und Ableismus sensibilisiert.

Ein Beispiel dafür, dass ein barrierearmes Antrags- und Förderverfahren möglich ist und bereits seit Jahren erfolgreich praktiziert wird, finden Sie hier. 

Barriere 3: Begrenzung der Kostenübernahme für Barrierefreiheit

Im Rahmen der #TakeCareResidenzen kann 10 Prozent der Förderung auch für Materialkosten, Sachkosten und Barrierefreiheit genutzt werden. Bei der Fördersumme von 5000 Euro sind das 500 Euro für den Förderzeitraum von zwei Monaten. Für diesen Betrag kann eine taube Künstler*in für drei Tage Dolmetscher*innen zum vom Berufsverband festgelegten Honorarsatz buchen. Wenn die Künstler*in noch Material anschaffen möchte, reduziert sich der Betrag für die Kosten zur Barrierefreiheit entsprechend.

Eine vorab festgelegte Begrenzung der Übernahme der Kosten zur Barrierefreiheit entspricht nicht den realen Umständen, mit denen taube, behinderte und chronisch kranke Künstler*innen konfrontiert sind. Die wahren Kosten liegen oft viel höher. Eine Begrenzung zwingt die Künstler*innen weitere Förderung für Kosten der Barrierefreiheit in eigener Mehrarbeit zu beantragen oder diese bei Nichterfolg der Antragstellung sogar selbst zu tragen. Das in diese Begrenzung von 10 Prozent auch Kosten für Material und Sachkosten fallen, bringt taube, behinderte und chronisch kranke Künstler*innen zudem in die Situation zwischen Barrierefreiheit und der Anschaffung von Material abwägen zu müssen.

Auch stellt sich die Frage, warum Kosten zur Barrierefreiheit überhaupt als Bestandteil der Fördersumme gedacht werden, wenn diese doch ausschließlich für die “künstlerische Weiterentwicklung” und die “Stabilisierung der künstlerischen Aktivitäten” genutzt werden soll. Durch diese Regelung verlieren taube, behinderte und chronisch kranke Künstler*innen Geld für die Umsetzung eben dieser Ziele, während nicht-behinderten Künstler*innen die volle Fördersumme zur Verfügung steht. Vielmehr müssen Kosten für die Barrierefreiheit nach Bedarf zusätzlich zur künstlerischen Förderung übernommen werden.

Fazit: Die erfolgreiche Beantragung durch einzelne taube, behinderte oder chronisch kranke Künstler*innen war bisher nur durch ein Überengagement einzelner Verantwortlicher und mit erheblichen Mehraufwand und auch Mehrkosten auf Seiten der Antragsteller*innen möglich.

Die Umsetzung der UN-BRK und der geltenden deutschen Rechtslage darf nicht mehr auf Freiwilligkeit und individuellem Engagement basieren. Sie muss strukturell und flächendeckend passieren. Nur so kann die kulturelle Teilhabe aller nachhaltig garantiert werden.

Da die neuen Förderprogramme im Rahmen von “Neustart Kultur” viele taube, behinderte oder chronisch kranke Künstler*innen kategorisch ausschließen, fordern wir die Anpassung der Antragsverfahren und Förderbedingungen für diese und alle zukünftig von der Bundesregierung zur Förderung von Künstler*innen bereitgestellten Mittel.

Wir fordern:

...einen differenzierten Blick auf die Einkommenssituation der Bewerber*innen unter Berücksichtigung ihrer gesellschaftlichen Situation.

...transparente Informationen dazu, dass die jeweilige Einkommenssituation mit dem beratenden Team besprochen werden kann

...Informationen zur Förderung und dem Antragsverfahren in alternativen Formaten (DGS-Videos, Audiodateien, Großdruck, Leichte Sprache, barrierefreie PDFs).

...Mitarbeiter*innen & Jurymitglieder, die für Barrieren und Bedarfe sensibilisiert sind.

...Kostenübernahmen für z.B. Arbeitsassistenzen / Dolmetscher*innen / Übersetzer*innen vor, während und nach dem Antragsverfahren sowie bei erfolgreicher Förderung.

...keine Definition von Behinderung und Legitimierung von Barrierefreiheitsbedarf durch den Schwerbehindertenausweis.

...ein separates Budget der BKM zur Deckung von Barrierefreiheitskosten.


Solange die hier genannten Forderungen nicht umgesetzt werden, entsteht der Eindruck, dass die Förderprogramme von Neustart Kultur sich vor allem an nicht-behinderte Künstler*innen richten, um diese vor genau der Situation bewahren, in der sich behinderte Künstler*innen schon lange befinden - nämlich der Sicherung des Lebensunterhalts durch den Staat mit den damit verbundenen sehr einschränkenden Auflagen.

Wir fordern das BKM auf, die geltenden Gesetze zur kulturellen Teilhabe fest in den Richtlinien der Kulturförderung zu verankern, denn

...Barrierefreiheit ist ein deutsches Recht und keine Charity-Veranstaltung.

...Barrierefreiheit ist wenn niemand mehr einbezogen werden muss, weil niemand mehr ausgeschlossen wird.

...Im Kulturbetrieb gibt es zahlreiche Multiplikator*innen und Expert*innen zu diesem Anliegen.


Gehen Sie Kooperationen ein! Lassen Sie sich beraten! Das Wissen ist da!

Mit freundlichen Grüßen und bleiben Sie gesund!
Für das Netzwerk nicht-behinderter und behinderter Tanz- und Theaterschaffender:

Angela Alves, Tänzerin und Choreografin, Berlin
Anne Rieger, Co-Leitung Making a Difference / Sophiensæle, Berlin
Anna Mülter, künstlerische Leitung Festival Theaterformen, Hannover/Braunschweig
Rolf Emmerich, Festivalleiter Sommerblut Kulturfestival, Köln
Hanna Behr, Kulturmanagerin / Festivalmanagement Sommerblut Kulturfestival, Köln
Noa Winter, Kurator*in und Co-Leitung Making a Difference / Sophiensæle, Berlin
Nadja Dias, Freie Produzentin/ Beraterin u.a. mit Claire Cunningham, Stuttgart/Ludwigsburg
Jutta Schubert /EUCREA Verband Kunst und Behinderung e.V.
Mijke Harmsen, Dramaturgin, Düsseldorf
Bea Carolina Remark, Tanz- und Bewegungsschaffende, Bodman
Tiago Manquinho, Choreograf, Braunschweig
Sophia Neises, Performerin, Theaterpädagogin
Gerda König, künstl. Leiterin DIN A 13 tanzcompany
Silke Stuck, Produktionsleitung / Theater Thikwa
Steffen Sünkel, Dramaturgie und stellvertretende Intendanz, RambaZamba Theater, Berlin
Lisette Reuter, Creative Producer & künstl. Leiterin Un-Label Performing Arts Company, Köln
Gitta Roser, Choreografin, DIN A 13 tanzcompany, cie.nomoreless, Köln
Melanie Zimmermann, Tanzdramaturgin, Kampnagel
Franziska Werner, Künstlerische Leitung, Sophiensæle, Berlin
Corinna Humuza, künstlerische Assistenz
Christoph Grothaus, Meine Damen & Herren // Barner 16, Hamburg
Ece Tufan, Produktionsleitung, Festival Theaterformen, Hannover/Braunschweig
Jacqueline Azarmi Eskandani, Assistenz künstlerische Leitung, Festival Theaterformen, Hannover/Braunschweig
Steven Solbrig, freie:r Performer:in und Kulturvermittler:in/ Inklusive Kulturvermittlung, Leipzig
Barbara Mundel, Intendantin der Münchner Kammerspiele und Nele Jahnke, Dramaturgin und Regisseurin an den Münchner Kammerspielen
Florian Ackermann, künstlerischer Leiter Schwankhalle Bremen
Judith Strodtkötter, Dramaturgin Schwankhalle Bremen
Adrian Wenzel, Oskar Spatz ( Tänzer/ Künstler tanzbar_bremen)
Günther Grollitsch, Corinna Mindt (künstl. Leitung tanzbar_bremen)
Nadine Jessen, Dramaturgin
Amelie Deuflhard, Kampnagel
Anna Teuwen, Dramaturgin
Barbara Kantel, Dramaturgin Schauspiel Hannover
Stella Konstantinou, Dramaturgin
Alina Buchberger, Dramaturgin
Uta Lambertz, Dramaturgin
Daniel Riedel, freischaffender Künstler
Katharina Wisotzki, Theater im Pavillon Hannover
Wolfram Sander, Dramaturg, Dresden
Paula Oevermann, Produktionsleitung und Dramaturgin, Dresden
Anna Wagner, Dramaturgin, Frankfurt a.M.
Christopher Bruckman, Performer, für dorisdean, Bochum

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