Specials

Performance/Audiowalk

Lea Sherin Kübler + Soraya Reichl & Ensemble
Remember Now! Eine Geschichte des einander Erinnerns | Jugendprojekt

Hauptmotiv_quer
©Shirin Esione

Mai 07 08 09 l 14 Uhr + 17 Uhr

An wen wollen wir erinnern und welche Wege gibt es, dies zu tun? Remember Now! lädt zu einem performativen und interaktiven Audiowalk im Berliner Stadtraum ein und wirft einen kritischen Blick auf Berliner Erinnerungsorte. In dynamischen Szenencollagen erlebt das Publikum Geschichte(n) aus einer Perspektive des Widerstands.

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16 November 2016
Stellungnahme zur Absage der zweiten Aufführung von "Leopardenmorde" am 16. November 2016

Die zweite Vorstellung der Freischwimmer-Produktion „Leopardenmorde“ von der Schweizer Performance-Gruppe K.U.R.S.K. am 16. November 2016 wurde aufgrund künstlerischer Differenzen abgesagt.

Das Freischwimmer-Festival ist ein Kooperationsprojekt zwischen FFT Düsseldorf, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt a. M., brut Wien, Gessnerallee Zürich und Sophiensæle. Alle beteiligten Häuser wählen gemeinsam nach einer Ausschreibung in der jeweiligen lokalen Performancenachwuchsszene gemeinsam Gruppen aus, die für das Festival eine Produktion erarbeiten. Anschließend gehen alle Produktionen gebündelt als Festival auf Tour. Nach dem Auftakt in Zürich, macht das Festival nun in Berlin Station.

Während der ersten Aufführung der Produktion in Berlin kamen wir, das Team der Sophiensæle, zu dem Schluss, dass der künstlerische Umgang mit einem Schriftstück aus den 1920er Jahren mit deutlich zu geringer kritischer Distanz vorgetragen wurde. Bei dem Text handelt es sich um einen Romanversuch des Großvaters des Darstellers, der über seine Zeit als Kolonialherr im heutigen Tansania schreibt und dabei seiner rassistischen Gesinnung deutlichen Ausdruck gibt. 

Wir sind uns sehr darüber bewusst, dass es absolut nicht die Zielsetzung der Gruppe ist, rassistisches Gedankengut zu verbreiten. Sondern im Gegenteil, dass der Ansatz des Stückes ein explizit anti-rassistischer ist, der sich sehr kritisch mit der nationalsozialistischen Vergangenheit des eigenen Großvaters auseinandersetzt. Aus diesem Grund, tut es uns gegenüber der extra angereisten Künstler_innen aufrichtig leid, dass wir die zweite Aufführung ihres Stücks in Berlin abgesagt haben.

Das Vortragen langer Passagen rassistischen Gedankenguts innerhalb von Vorstellungen in unserem Hause bedarf jedoch einer überaus sensiblen, reflektierten und diskursiven Rahmung – sowie einer Setzung innerhalb des künstlerischen Konzepts, die diese Wiedergabe notwendig macht. Für uns ist die künstlerische Entscheidung der Gruppe für einen affirmativen Umgang mit dem rassistischen Originalmaterial nicht mit den Diskursen vereinbar, denen wir uns als Haus verpflichtet fühlen. Diese Entscheidung fällten wir nach einer teaminternen Diskussion, die durch keinerlei Kritik aus Publikums- oder Kolleg_innenkreisen ausgelöst wurde. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass wir als Team nicht hinter diesen künstlerischen und somit auch inhaltlichen Entscheidungen stehen können.  

Aufgrund dieser Differenzen suchten wir das Gespräch mit der Performancegruppe mit Vorschlägen der Überarbeitung für die zweite Vorstellung. Von der Möglichkeit einer Publikumsdiskussion anstelle der Originalaufführung wurde im gegenseitigen Einvernehmen abgesehen. Nachdem die Änderungsvorschläge abgelehnt wurden, haben wir uns für eine Absage der zweiten Vorstellung entschieden. Diese Entscheidung treffen wir allein als Sophiensæle. Sie wirkt sich nicht auf den weiteren Fortgang des Festivals aus und spiegelt auch nicht die Auffassungen der anderen Kooperationspartner_innen des Freischwimmernetzwerks wider.  

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