Melanie Jame Wolf: Finite Jest – Sophiensæle | Freies Theater in Berlin
Melanie Jame Wolf:
Finite Jest
Finite Jest ist eine Anatomie des Witzes. Der Witz geht so: Alle sterben. Die Frage ist: Können wir gemeinsam in einem Theater darüber lachen? In dieser neuen Solo-Performance über Komik, Tragik und Tod ist die Vermutung von Choreografin, Performerin und Künstlerin Melanie Jame Wolf, dass wir es müssen.
Finite Jest geht von Wolfs eigenen Begegnungen mit dem Tod und dem (beinahe) Sterben aus, die sie durch ihre Erfahrungen mit der Behandlung von Brustkrebs, dem Tod von Freund*innen, dem trauernden Scrollen auf ihrem Handybildschirm und dem Großziehen eines fünfjährigen Kindes, das fragt: „Was passiert, wenn wir sterben?“
Im Stand-up sagt man: Wenn ein Witz nicht funktioniert, „stirbt“die*der Komiker*in auf der Bühne; Stand-up – drop dead. Finite Jest interessiert sich für diese Grenze, an der der Witz stirbt. Wie können wir Humor nutzen, dieses absurde, seltsame Ding, das die Tatsache des Todes und die Unvermeidlichkeit von Trauer gelegentlich erträglich macht?
Melanie Jame Wolf greift auf archetypische Bilder zurück – von Shakespeare über die Figur des Narren bis hin zu Stand-Up-Comedy –, um gesellschaftliche Skripte dafür zu hinterfragen, wie wir trauern, wie wir über das Sterben nachdenken und wie eine Moral rund um diese Themen entsteht.
Das Stück basiert auf Wolfs 2024 für DELFI verfassten Essay mit dem Titel The Mean Well.
Konzept, Text, Bühnenbild, Ton, Kostümdesign: Melanie Jame Wolf
Performance: Melanie Jame Wolf
Lichtdesign, Outside Eye: Agnė Auželytė
Dramaturgie: Louise Trueheart
Eine Produktion von Melanie Jame Wolf / Savage Amusement in Koproduktion mit Sophiensæle. Mit freundlicher Unterstützung der Schwankhalle Bremen und in Koproduktion in Residenz bei O Espaço do Tempo. Medienpartner: Missy Magazine, Siegessäule, taz.
Melanie Jame Wolfmacht Kunstwerke, Performances und Texte über Macht, Persona und das Phänomen des „Showbusiness“: das Grenzwertige, das Überzeugende, das Täuschende, das Inszenierte und das Performative im Politischen, Theatralischen und Alltäglichen. Ihre Arbeit erforscht die Verletzlichkeit des Live-Moments und den Körper als widerspenstiges politisches Rätsel. Diese Untersuchungen werden durch Formveränderung und das Spiel mit der Sprache auf überraschende und humorvolle Weise ausgedrückt.
Ihre Arbeiten wurden unter anderem gezeigt im Künstlerhaus Bethanien, im Kunstmuseum Basel – Gegenwart, bei KW – Institute for Contemporary Art, HAU – Hebbel am Ufer, im Kiasma Museum of Contemporary Art, in der nGbK, in der Schirn Kunsthalle, bei The National 2019: New Australian Art (Biennale), beim VAEFF – Film Festival NYC, bei Arts Santa Monica, im Schwulen Museum, in den Sophiensælen, an den Münchner Kammerspielen, im Arts House Melbourne, beim Kasseler Dokfest, im KINDL, bei Bärenzwinger Berlin, SOPHIE TAPPEINER sowie im Institute of Modern Art Brisbane.