María F. Giacaman Hasbún: ghostbox – caja fantasma – Sophiensæle | Freies Theater in Berlin

María F. Giacaman Hasbún: ghostbox – caja fantasma

Silhouetten zweier Personen vor einem Abendhimmel, der von Blau zu zartem Orange verläuft. Eine Person legt der anderen die Hand auf die Schulter, die andere neigt den Kopf zur Seite. Links ragt eine dunkle Gebäudekante schräg ins Bild, am unteren Rand leuchten Laternen.

ghostbox – caja fantasma ist eine Sound-Lecture-Performance über Geister, Geschwisterlichkeit und verlorene Zukünfte. Die Regisseurin und Performerin María F. Giacaman Hasbún lädt gemeinsam mit ihrem Bruder, dem Sound Artist Juan Lázaro, das Publikum zu einer intimen Listening-Session ein. Ausgehend von der eigenen Familiengeschichte erzählen sie von lateinamerikanischen Horrorgeschichten und beleuchten das Gespenstische aus psychoanalytischen und marxistischen Perspektiven. 

Mithilfe von Live-Sound und Storytelling entsteht eine akustische Séance, in der sich Live-Stimmen, analoge Synthesizer und Archivaufnahmen zu einem sanften Spuk verbinden. Die Lecture-Performance wird dabei zu einer aktiven Praxis der Erinnerung und Trauerarbeit: Verdrängte und vergessene Geschichten werden wieder hörbar und Geister zu körperlich und auditiv erfahrbaren Figuren. 

Dabei erkunden die Geschwister das Gespenstische aus psychoanalytischer und marxistischer Perspektive. Ein Gespenst ist das, was sich weigert, eine gegebene Realität zu akzeptieren; die Vorstellung, dass unsere Gegenwart von einer Zukunft heimgesucht wird, die uns versprochen wurde, aber nie eingetreten ist. In einer Kultur, die in Wiederholungen festzustecken scheint und in der alternative Formen des Zusammenlebens immer schwerer vorstellbar werden, tauchen Geister als Erinnerungen an verlorene Zukünfte auf. Was, wenn sich hinter unseren Geistern verbirgt, was noch möglich ist?

Premiere Ticket

Die Infos zur Barrierefreiheit sind in Arbeit und werden so bald wie möglich erweitert. Wenn bis dahin Fragen offenbleiben, wenden Sie sich gerne an die Kommunikationsabteilung unter barrierefreiheit@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 35. Bitte beachten Sie, dass sich Einzelheiten gegebenenfalls bis zum Veranstaltungstag ändern. Sollten Sie deshalb erst nach dem Erwerb Ihres Tickets erfahren, dass die Vorstellung für Sie nicht länger barrierefrei ist, können Sie uns bis 5 Werktage nach der Veranstaltung für eine Ticketrückgabe unter ticketing@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 45 kontaktieren (Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr).

Early Boarding

Falls die Tür zum Saal aus künstlerischen Gründen erst sehr kurz vor Vorstellungsbeginn öffnet, besteht die Möglichkeit zum Early Boarding.

Tickets

  • Über das Kartentelefon reservierbar unter 030 283 52 66, Montag bis Freitag von 16-18 Uhr
  • Über den Online-Ticketshop
  • An der Abendkasse

Weitere Informationen zur Barrierefreiheit am Haus finden Sie außerdem hier.

Regie, Performance: María F. Giacaman Hasbún
Sounddesign, Soundperformance: Juan Lazaro
Videoarbeit, Stage: Rocío Rodríguez
Licht, Stage, Technische Leitung: Nicolás Russi
Outside Eye, Dramaturgie: Marielle Schavan

Eine Produktion von María F. Giacaman Hasbún in Koproduktion mit Sophiensæle. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Berlin. Mit Unterstützung der Fleetstreet Residenz in Hamburg. Medienpartner: The Berliner, Missy Magazine, Siegessäule, taz, tip Berlin.

María F. Giacaman Hasbún arbeitet als Regisseurin und Performerin. An der Schnittstelle von szenischer Forschung und Performance untersucht sie das Theater als Raum für kollektive Zeug*innenschaft und als Werkzeug zur Analyse von Machtstrukturen. Sie studierte Schauspiel in Chile sowie Inszenierung der Künste und der Medien in Hildesheim. Sie ist Gründungsmitglied des Kollektivs what about: fuego, mit dem sie auf dem Festival Performing Arts Berlin, Politik im Freien Theater, Körber Studio Junge Regie, dem Schauspiel Köln, dem ROXY Birsfelden und an den Sophiensælen aufgetreten ist. Sie kollaboriert mit anderen freien Gruppen wie Henrike Iglesias.

Juan Lázaro ist ein in Berlin lebender chilenischer Sounddesigner, Komponist und Live-Performer. Er arbeitet an der Schnittstelle von experimenteller Musik, elektronischer Performance und zeitgenössischem Theater. In seiner Arbeit erforscht er das performative Potenzial von Synthesizern und räumlichem Klang durch Improvisation und Experiment. Er entwickelt Sounddesigns für Theaterproduktionen und experimentelle Konzerte und ist Mitglied des Performancekollektivs what about: fuego und des audiovisuellen Duos ALNITHRA.incidents. 

Rocío Rodríguez ist eine in Berlin lebende freischaffende Filmemacherin und visuelle Künstlerin. Sie studierte Tanz, später Film sowie Kommunikationswissenschaft und Kultur und absolviert zurzeit ein postgraduales Studium der zeitgenössischen Philosophie. In verschiedenen Projekten war sie für die Erstellung von Live-Videos im Performancekontext verantwortlich und arbeitete dabei mit Gruppen wie She She Pop, Gob Squad und dem KMZ-Kollektiv sowie mit dem Poesie-Festival Siesta und dem Festival Radar Ost zusammen. 

Marielle Schavan studierte Kreatives Schreiben sowie Inszenierung der Künste und der Medien an der Universität Hildesheim. Sie ist Gründungsmitglied des Theaterkollektivs Henrike Iglesias, mit dem sie seit 2012 zahlreiche Performances entwickelt hat und sowohl national als auch international tourt. Darüber hinaus arbeitet sie als Autorin, Performerin und Dramaturgin an freien Theaterprojekten und Diskursformaten, wie der feministischen Traumschule ACADEMY, dem inklusiven Performance-Café KAFi Q mit Schauspieler*innen des Theater HORA und der Choreografin und Regisseurin Olivia Hyunsin Kim. 

Nicolás Russi arbeitet als Lichtdesigner und -techniker für diverse verschiedene Theater-, Tanz- und Konzertproduktionen in Deutschland und Chile. Er studierte Theater in Santiago de Chile sowie Inszenierung der Künste und der Medien in Hildesheim. Im Rahmen verschiedener Produktionen war er als technischer Leiter und Lichtdesigner in Deutschland und Lateinamerika auf Tournee. Darüber hinaus war er als Veranstaltungstechniker für zahlreiche Theater und Festivals tätig, darunter das HAU, das Radialsystem, die KunstFestSpiele Herrenhausen, das Festival Santiago a Mil, das Teatro UC sowie die Lichtfirma Oxiluz.

  • Dunkle Bühne mit einer verschwommenen Projektion im Hintergrund. Links sitzt eine Person in Schwarz an einem Tisch und bedient einen verkabelten Synthesizer. Rechts steht eine Person in einer hellen, gemusterten Bluse an einem Pult mit Mikrofon und blickt ins Publikum.
    © Natalia Dymkowski
  • Zwei Personen in schwarzer Kleidung auf einer dunklen Bühne, von schräg oben gesehen. Im Vordergrund sitzt eine Person auf einer niedrigen Kante und spricht in ein Handmikrofon. Dahinter bedient eine Person an einem Tisch einen Synthesizer mit bunten Kabeln.
    © Natalia Dymkowski
  • Silhouetten zweier Personen vor einem Abendhimmel, der von Blau zu zartem Orange verläuft. Eine Person legt der anderen die Hand auf die Schulter, die andere neigt den Kopf zur Seite. Links ragt eine dunkle Gebäudekante schräg ins Bild, am unteren Rand leuchten Laternen.
    © Natalia Dymkowski