Sophienstrasse 18
10178 Berlin-Mitte
Saison 24/25

Isabel Lewis & Dirk Bell:
in company with Anne Juren

Isabel Lewis & Dirk Bell:
in company with Anne Juren
Hosting Place
Suitable for Non-German Speakers

Kantine von Isabel Lewis & Dirk Bell ist täglich mit wechselndem Programm vom 07.–17.12.2023 kostenlos geöffnet. Ausgenommen sind gekennzeichnete Veranstaltungen.

Isabel Lewis und Dirk Bell haben sich in ihrer jeweiligen künstlerischen Praxis mit Formaten der Gastgeber*innenschaft in Theatern und Ausstellungsräumen beschäftigt, die emotionale körperliche Erfahrungen ermöglichen. Für die Kantine der Sophiensæle schaffen sie einen neuen, gastfreundlichen Ort durch Wiederverwendung, Umnutzung und Umwandlung an den Sophiensælen gefundener Materialien, sowie von Material und Kunstwerken befreundeter Künstler*innen und ihrer eigenen persönlichen Archive.

Ausgehend von der Beschäftigung mit der historischen Funktion der Kantine für den Berliner Handwerkerverein und das Haus des Kunstgewerbes zu Beginn des 20. Jahrhunderts, imaginieren und erproben sie neue Weisen, auf die dieser Ort für die Stadt als transdisziplinärer Kulturraum im zeitgenössischen Berlin-Mitte dienen könnte.

Die Kantine ist zwischen dem 07. und 17.12.2023 täglich geöffnet und befindet sich in einem allmählichen, aber kontinuierlichen Zustand der Transformation, wie ein sich langsam entwickelndes Rezept. Gäste können hier verweilen, zuhören, essen, ruhen, tanzen und sich unterhalten. Täglich zur Öffnung um 15:00 Uhr und in regelmäßigen Abständen bis 22:00 Uhr, werden Butterbrot & Brühe serviert – gerahmt von Ambient- und atmosphärischen Sounds, Listening Sessions, prozessualen Performances, Lesungen und strukturierten Improvisationen von einer generationenübergreifenden Gruppe an Co-Hosts und Kollaborateur*innen aus den Bereichen Tanz, Performance, zeitgenössische Kunst, Theater, Club, Literatur und Musik.

Gastgeber*innenschaft wird in diesen zehn Tagen als eine Form der künstlerischen Vermittlung betrachtet, als eine Möglichkeit, Gäste willkommen zu heißen und ihnen Orientierung zu geben, sowie täglich neue produktive Spannungen und spontane Kompositionen herauszukitzeln. Als Gastgeber*innen sind Isabel Lewis, Dirk Bell, Yann Slattery und Juli Frodermann (alias Jiji Hopelezz) täglich vor Ort und werden von wechselnden Gästen begleitet.

Tagesablauf 13.12.2023:

Heute in Begleitung der Choreografin, Tänzerin, Künstlerforscherin und Feldenkrais-Praktikerin Anne Juren.

  • 15:00 Uhr Butterbrot & Brühe
    • Hosting mit Isabel Lewis

  • 17:00 Uhr Butterbrot & Brühe
    • Hosting mit Dirk Bell

  • 17:00–19:00 Uhr Austausch über die aktuelle Situation von Künstler*innen und Institutionen in Berlin zu Fragen der Kunst- und der Meinungsfreiheit

  • 19:00 Uhr Butterbrot & Brühe
    • Research-Sharing mit Anne Juren
  • 21:00 Uhr Butterbrot & Brühe
    • Hosting mit Juli Frodermann (alias Jiji Hopelezz)

Gäste

Gesamtprogramm Kantine

Wenn aus den folgenden Informationen Fragen offenbleiben, wenden Sie sich gerne an Hannah Aldinger unter barrierefreiheit@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 35. Bitte beachten Sie, dass sich Einzelheiten gegebenenfalls bis zum Veranstaltungstag ändern. Sollten Sie deshalb erst nach dem Erwerb Ihres Tickets erfahren, dass die Vorstellung für Sie nicht länger barrierefrei ist, können Sie uns bis 5 Werktage nach der Veranstaltung für eine Ticketrückgabe unter ticketing@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 45 kontaktieren (Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr).

Dauer

  • Kantine von Isabel Lewis & Dirk Bell ist täglich mit wechselndem Programm vom 07.–17.12.2023 zu folgenden Zeiten geöffnet:
  • 07.12.2023 , 17-01 Uhr
  • 08.12.2023, 15-01 Uhr
  • 09.12.2023, 15-01 Uhr
  • 10.-14.12.2023, 15-22 Uhr
  • 15.12.2023, 15-01 Uhr
  • 16.12.2023, 15-01 Uhr
  • 17.12.2023, 15-22 Uhr
  • Das Publikum kann kommen und gehen, wie es möchte.
  • Weitere Infos zur Programm finden Sie hier.

Sprache

  • Englische und deutsche Lautsprache
  • Englische und deutsche Schriftsprache kann auftauchen, wird aber nicht dominieren.

Licht

  • Die Lichtsituation ist eher dunkel.
  • Als Lichtquelle können Projektionen mit abstrakter/ambienter Darstellung verwendet werden.

Sound

  • Es können einige laute Klänge verwendet werden.

Atmosphäre

  • Die Show basiert sehr stark auf der Situation, die sich währenddessen unter den Teilnehmenden entwickelt. Daher kann es zu unerwarteten, spontanen Ereignissen kommen. Die allgemeine Idee des Raumes ist jedoch, eine entspannte Atmosphäre für alle Anwesenden zu schaffen.

Sonstige Effekte

  • Im Raum wird Suppe gekocht und entsprechende Gerüche sind wahrnehmbar.
  • Möglicherweise werden auch künstliche Gerüche verwendet, die durch einen Duftzerstäuber erzeugt werden.

Publikum

  • Es gibt verschiedene Sitzmöglichkeiten: Boden, Matten, Stühle, Podeste.
  • Der Boden besteht aus einer festen Oberfläche.
  • Die Performer*innen interagieren auf eine Art und Weise mit dem Publikum, die vergleichbar ist mit der Interaktion in einem Cafe oder einer Bar.

Anfahrt

  • Aufgrund des Weihnachtsmarktes in der Sophienstraße sind die Sophiensaele am 9. und 10. Dezember sowie am 16. und 17. Dezember nicht mit dem Auto anfahrbar. Weitere Infos zu Anfahrt und Parken finden Sie hier.

Tickets

  • Der Eintritt für „Kantine“ ist kostenlos, bis auf einzelne Veranstaltungen. Für die folgenden Veranstaltungen benötigen Sie ein 5-Euro-Ticket:
  • Roman Lemberg & Michael Kleine: Repos (09.12.2023, 19.30 Uhr)
  • Adam Linder: Mothering The Tongue (09.12.2023, 17 Uhr und 10.12.2023, 15 Uhr)
  • Yael Ronen & Irina Szodruch: Collective Biographical Time Machine (11.12.2023, 19 Uhr)
  • Über das Kartentelefon reservierbar unter 030 283 52 66, Montag bis Freitag von 16-18 Uhr
  • Über den Online-Ticketshop
  • An der Abendkasse

Weitere Informationen zur Barrierefreiheit finden Sie außerdem hier.

Isabel Lewis ist eine dominikanisch-amerikanische Künstlerin, die in den Bereichen Theater, Musik und Tanz tätig ist. Besondere Anerkennung erhielt sie für ihre Arbeit An Occasion hosted by Isabel Lewis, die 2014 auf der Biennale de l’Image en Mouvement im Genfer Centre d’Art Contemporain und auf der Frieze Art Fair London zu sehen war. Mit ihrer Arbeit erweiterte sie das Feld der zeitgenössischen Kunst um das Format der Occasions. Durch beständiges Experimentieren und angewandte Forschungsmethoden schafft Lewis Formate für alternative Formen von Sozialität zwischen menschlichen und mehr-als-menschlichen Akteur*innen. Für Lewis legt jedes Format Wege zur Ordnung des Sinnhaften nahe, und daher ist die Frage, wie man sich mit Format auseinandersetzt, für sie eine zutiefst politische. Lewis wendet einen erweiterten Begriff des Choreografischen an, der seinen Schwerpunkt auf die Erzeugung affektiver Körpererfahrungen legt, die alle Sinne ansprechen. Dabei arbeitet sie in kollaborativer Praxis.

Lewis hat Arbeiten entwickelt zu Themen wie Open-Source-Technologie und Tanzimprovisation (Communal EPIC Fiction, 2010), Tänzen als kulturelle Speichersysteme (Mountain Grass, Mointain Hare: bodily imprinting and social dances, 2012), zu zukünftigen Körpertechniken (BALLISTIC BODY, 2011), Rappen als verkörperter Sprechakt (FLOW PLAY: Sensualized Speech and HipHop, 2013) und dem soziologischen Konzept der erotischen Soziabilität (Unambitious Stripper, 2017–heute). Lewis’ Arbeiten wurden unter anderem von der Dia Art Foundation, Performance Space New York, The Kitchen, der Tate Modern, der Kunsthalle Basel, der Liverpool Biennial of Contemporary Art, Tanz im August, Kampnagel, dem Gopius Bau, der Göteborg International Biennial for Contemporary Art, dem Palais de Tokyo, dem Ming Contemporary Art Museum, der Sharjah Biennial, dem Karachi Biennial Trust und der Kunsthalle Zürich präsentiert. Seit 2021 ist sie Professorin für Performative Kunst an der HGB Leipzig.

Dirk Bell ist Künstler und lebt und arbeitet sowohl in Berlin als auch in der Umgebung nördlich von Berlin. In den letzten 20 Jahren hat er Zeichnungen, Malerei und Skulpturen international ausgestellt. Zu seinen Einzelausstellungen zählen Retour (Pinakothek der Moderne, München, 2011) und Made In Germany (u. a. Baltic Centre for Contemporary Art, Gateshead, 2010; Staatliche Kunsthalle, Baden-Baden, 2010; Kunsthalle Bremerhaven, 2006). Bell arbeitet mit einer Vielzahl von Medien und ist besonders an fortwährenden Experimenten mit Politiken des Ausstellens interessiert. Seine Ausstellungen, in denen er Fundstücke, Fotografien, Haushaltsmöbel und Publikationen kombiniert, sind eigenständige Installationen und schaffen inszenierte Situationen. Er ist Initiator mehrerer Projekträume und Gemeinschaftsprojekte, die in Berlin aktiv waren und sind, wie etwa Montparnasse, Very und 13 Boxes. Sein Interesse am öffentlichen Raum hat zur Realisierung von zwei öffentlichen Skulpturen geführt: 2FREESPACE (2016) auf der Otto-Suhr-Allee, Berlin und LOVE (2021) vor dem Berghain. Die Entwicklung des Bühnenbilds für Total Romance: Partial Repair ist eine Rückkehr zum Theater für Bell, der im Alter von 18–20 Jahren an der Staatsoper München Bühnenmalerei gelernt hat. Weitere Kooperationen mit Isabel Lewis umfassen Scalable Skeletal Escalator (2020) in der Kunsthalle Zürich und INTIM/E (2021, 2022) in der Galerie Wedding und im Schinkel Pavillon sowie ihr langfristiges Gastprojekt School of Swans (SoS).

LABOUR ist ein in Berlin ansässiges Duo aus Farahnaz Hatam und Colin Hacklander und macht soundbasierte Arbeiten. Sie arbeiten seit 2013 als Duo zusammen und gründeten LABOUR 2018 mit ihrer Arbeit next time, die consciously (بیگانگی). Von der Musik kommend, bewegen sie sich in den verschiedensten Szenen und haben ihre Arbeiten auf der ganzen Welt präsentiert, darunter im Martin Gropius Bau, Kraftwerk Berlin, EMST Athen, Sharjah Biennale, Art Basel, Julia Stoschek Collection Berlin, Grand National Theatre Dakar und Berghain. Für Kantine hat LABOUR eine Playlist unter dem Titel Music for Togetherness entwickelt, die immer wieder über die zehn Tage verteilt in der Kantine gespielt wird.

Yann Slattery (they/them/he/him) (*1997 in Wien) lebt und arbeitet in Basel. Yann Slattery ist Künstler*in und Performer*in an den Schnittstellen von Performance, Mode & Kleidung. Slatterys Praxis bewegt sich oft in Zwischen-Räumen und kreist ums Scheitern – Erfolg, Tragödie/Komödie, (Ir-)relevanz, Intimitäten und Un-forgetting. Slattery schloss im Februar 2022 den Bachelor am Institut Doing Fashion in Basel ab und macht momentan den Master in Fine Arts am Institut Art, Gender, Nature in Basel. Als Performer*in arbeitet Yann Slattery mit dem Queering von Emotionen für Performer*innen und das Publikum, indem Begriffe wie Versagen, Scham und Freude neu geschrieben werden. In letzter Zeit integriert der*die Künstler*in Erfahrung mit Intimitäten eines Stripclubs in die Arbeiten, um Grenzen zwischen Zuschauer*innen und Beobachteten zu verwischen. Als Performer*in arbeitete Yann Slattery mit und für Isabel Lewis in der Kunsthalle Zürich für die Ausstellung Scalable Skeletal Escalator von September 2020 bis November 2020, Nils Amadeus Lange für verschiedene Performances und Räume, Monster Chetdwyd für die Art Basel 2021 und Raffaela Boss bei Les Urbaines 2021 und ist Teil des in Zürich ansässigen aktivistischen Queer-Performance-Kollektivs DIVAS, wo Slattery sowohl als Performer*in als auch als Mitwirkende*r an verschiedenen Ausstellungen beteiligt war.

Juli Frodermann (alias Jiji Hopelezz) ist eine Drag-Performerin, Musikerin und Theater-Technikerin. Ihre Arbeit konzentriert sich auf ortsspezifische Klanginstallationen und aufgabenbasierte Dramaturgien für Tanz, die durch die materiellen Schichten des gebauten Ortes und seiner Geschichte führen. Nichts ist fest; alles wurde gebaut. Sie hat ihren Abschluss an der Universität der Künste Berlin (Architektur) und an der Akademie für Theater und Tanz, SNDO (Choreografie) gemacht. Jiji Hopelezz ist Mitglied des Dragtivist House of Hopelezz und veranstaltet zusammen mit ihrer Drag-Familie jeden Donnerstag Drag-Shows im Club Church, Amsterdam. Zusammen mit ihrer Drag-Mutter TakaTaka Hopelezz arbeitet Jiji Hopelezz an Shows und Prozessen die Zusammenarbeit, Wissensaustausch, Freundschaft und Liebe betonen.

hgb radio (hello good bye radio) ist ein studentisch organisierter Radiosender der HGB Leipzig  – Hochschule für Grafik und Buchkunst. Als Plattform will hgb radio, die Sichtbarkeit – im Sinne von Hörbarkeit – von Klang, Musik, Text und gesprochenem Wort erhöhen. Das Radioprojekt erforscht dieses Medium als gemeinschaftliche und kommunikative Praxis mit Interesse an experimentellen Begegnungen zwischen Sender*innen und Empfänger*innen. hgb radio besteht aus Aaron Pfersdorf, Leni Pohl, Juri Groß und Helene von Schirach. Als hgb radio und in anderen Konstellationen waren sie als Organisator*innen und Gäste involviert in Veranstaltungen mit Musik- und Klangkunstbezug, Lesungen und Performances, sowie als DJs und Gastgeber*innen von Partys und verschiedenen kollaborativen Projekten. Neben ihrer Sound Session am 12.12.2023, haben hgb radio einen einstündigen Soundscape entwickelt, der immer wieder über die zehn Tage verteilt in der Kantine gespielt wird.

Tim Novikov (alias Tymm Novyy) ist in Usbekistan geboren und als Architekt ausgebildet. TN ist Multimedia-Künstler, Art Director und kreativer Programmierer, der seit 2015 in Berlin lebt. In den letzten Jahren hat TN seine Praxis auf virtuelle Architektur ausgeweitet und verfügt über weitreichende Erfahrung in der VR/XR-Entwicklung, Modellierung, interaktiven Logik und Mechanismusdesign von irl / url-Erfahrungen, die auf benutzerdefinierten prozeduralen Engines basieren. TNs Arbeits- und Interessenbereich erstreckt sich von konzeptioneller Entwicklung, künstlerischer Forschung und Experimenten bis hin zur Leitung und Beschaffung von Audio-/Videotechnik für Innovationen, RND im Open-Source-Ökosystem. TN hat A/V-Projekte im Berghain in Zusammenarbeit mit AMEO, eine VR-Installation in der Julia Stoschek Collection im Rahmen der Worldbuilding-Ausstellung, visuelle Licht- und Bühnenprojektionen mit Marianna Simnett und der LAS Art Foundation entwickelt und präsentiert, Art Direction und Visuals für Black Mirror tokenized web3 experience, visuelle Art Direction im Pacha Ibiza mit Rockstar Games, VR-Installationen auf der Art Basel in Miami und Basel, Printworks London, Monom 4DSOUND Studios, sowie Teil der kollaborativen Live Art Ecology LARP The Sphere 2033 im Kaunas ConTempo Festival.

Festsaal
Eintritt frei