Enad Marouf: Losers – Sophiensæle | Freies Theater in Berlin
Enad Marouf: Losers
Mit Losers verbindet Enad Marouf Text, Tanz und Musik durch einen filmischen Blick und lädt das Publikum ein, einem Moment des politischen Verlusts nachzuspüren.
In seiner neuen Performance greift Enad Marouf Texte auf, die Geschichte aus der Perspektive der Unterdrückten und Besiegten schreiben. Die Performance bringt Walter Benjamins Über den Begriff der Geschichte (1940) mit Arwa Salihs The Stillborn (1996) zusammen. Benjamins „Engel der Geschichte“ blickt auf die Trümmer der Vergangenheit, während ihn der „Sturm, den wir Fortschritt“ nennen, rückwärts in die Zukunft treibt. Salih schreibt über die Nachwirkungen der ägyptischen marxistischen Studierendenbewegung von 1972 und untersucht die Desillusionierung einer revolutionären Generation sowie die Widersprüche, die sie auch danach nicht losließen. Benjamin und Salih blicken auf Geschichte nicht als glatte Fortschrittserzählung, sondern wenden sich ihrem Scheitern, ihren Verlusten und ihren unverwirklichten Möglichkeiten zu.
Verlust wird in Losers nicht allein als Ende verstanden, sondern als Frage danach, was gescheitert ist, was verdrängt wurde und was vielleicht noch möglich wäre. Aus der Position der Verlierer*innen zu denken, heißt hier weniger, konkrete Antworten zu finden, als zu fragen, wie die Niederlage zu einem Raum der Reflexion und Gemeinschaft anders gedacht werden kann.
Einfach gesagt
Enad Marouf blickt in seiner Performance zurück auf die 1960er- und 70er-Jahre. Damals protestierten viele Menschen für Freiheit und eine bessere Zukunft. Heute ist das schwerer vorstellbar. Publikum und Künstler*innen denken gemeinsam darüber nach.
Die Infos zur Barrierefreiheit sind in Arbeit und werden so bald wie möglich erweitert. Wenn bis dahin Fragen offenbleiben, wenden Sie sich gerne an die Kommunikationsabteilung unter barrierefreiheit@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 35. Bitte beachten Sie, dass sich Einzelheiten gegebenenfalls bis zum Veranstaltungstag ändern. Sollten Sie deshalb erst nach dem Erwerb Ihres Tickets erfahren, dass die Vorstellung für Sie nicht länger barrierefrei ist, können Sie uns bis 5 Werktage nach der Veranstaltung für eine Ticketrückgabe unter ticketing@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 45 kontaktieren (Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr).
Early Boarding
Falls die Tür zum Saal aus künstlerischen Gründen erst sehr kurz vor Vorstellungsbeginn öffnet, besteht die Möglichkeit zum Early Boarding.
Tickets
- Über das Kartentelefon reservierbar unter 030 283 52 66, Montag bis Freitag von 16-18 Uhr
- Über den Online-Ticketshop
- An der Abendkasse
Weitere Informationen zur Barrierefreiheit am Haus finden Sie außerdem hier.
Konzept, Choreografie: Enad Marouf
Performance: Ronald Alonso Berger, jee chan, Kiana Rezvani
Stimme: Majdoleen Shalgheen, Bassyma Saad
Musik: Cem Dukka
Bühne: Enad Marouf
Kostüme: Grzegorz Matlag
Choreografische Assistenz: Samuel Pereira
Im Gespräch mit: Franziska Aigner, Edwin Nasr
Produktionsleitung: Florian Greß
Eine Produktion von Enad Marouf in Koproduktion mit Sophiensæle. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Medienpartner: Missy Magazine, Siegessäule, taz.
Enad Marouf ist ein syrisch-deutscher Performance- und Videokünstler, der in Berlin lebt. In seiner Arbeit stehen Körper und Text im Mittelpunkt. Dabei nutzt er Video, Tanz, Sprache und Installation als Poetik und als Artikulationen von Zeitlichkeiten, die unsere Körperlichkeit und die Art und Weise, wie wir die Welt um uns herum erzählen, beeinflussen. Er absolvierte seinen Master in Choreografie und Performance am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen/Frankfurt. Seine Soloarbeiten und Kollaborationen wurden u. a. in den Sophiensælen, auf der Athen Biennale, auf dem Kunstenfestivaldesarts Brüssel, am Centre culturel Francais de Damas, dem Babel Beirut, der Tate Modern London, am Art Institute of Chicago, der Shedhalle Zürich, auf Kampnagel und in der Neuen Nationalgalerie Berlin gezeigt. 2023 wurde er mit dem renommierten Will-Grohmann-Preis ausgezeichnet.