Belle Santos & Emi Ogura: MORNING TIME – Sophiensæle | Freies Theater in Berlin

Belle Santos & Emi Ogura:
MORNING TIME

Schwarz-weiße Linienzeichnung einer stilisierten, menschlichen Figur, die sich in einer bodennahen, gekrümmten Position befindet. Die Figur liegt teilweise auf einer angedeuteten Stofffläche oder weichen Unterlage. Ein Arm ist lang nach vorne ausgestreckt, während der andere Arm angewinkelt neben dem Körper liegt. Ein Bein ist angewinkelt unter den Körper gezogen, das andere seitlich ausgestreckt. Der Kopf ist geneigt und von einer kreisförmigen, haloartigen Form umgeben. Die Figur hat geschlossene Augen und schulterlang angedeutetes Haar. Rechts oberhalb der Zeichnung steht handschriftlich der Titel „Ghost II“.

 Wie einen Verlust betrauern? Welche Rituale ermöglichen Trauer, welche Gemeinschaften geben Halt, welche Gesten trösten, wenn alles aus den Fugen gerät? Welche Gerüche, welche Texturen spenden Trost – und wann wird das Trauern zur Arbeit?

 Die Performance MORNING TIME untersucht diese Fragen in einer Zeit, in der Trauer schwer zugänglich scheint und oft im Privaten gehalten wird. Der Verlust eines nahestehenden Menschen erschüttert die Ordnung des Alltags. Gesellschaften haben Rituale entwickelt, um den Einschnitt aufzufangen und den Übergang in das Leben mit dem Verlust zu eröffnen – doch was geschieht, wenn diese nicht mehr greifen? Und was ist mit jenen Verlusten, die in der Gesellschaft kein Echo finden, die nicht als betrauerbar gelten?

 Wenn die Stille des Abwesenden so laut wird und der eigene Schmerz einen unerwartet erstarren lässt, braucht es einen Raum, in dem man mit der Komplexität aller Gefühle gemeinsam sein kann. In der Antike übernahmen professionelle Trauer-Arbeitende diese Aufgabe – sie halfen, in den Zustand der Trauer einzutreten und die Trauer zuzulassen.

 In MORNING TIME wird die Kantine der Sophiensæle mit schlichten weißen Laken ausgelegt, die zugleich als Projektionsflächen, Arbeitsmaterial, Landschaft, Stoff dienen. In der Beziehung zu ihnen entfaltet sich ein eigenes System aus Fürsorge, Präsenz und Arbeit.

 The sheets begin to dance.

 „Während der blauen Stunden glaubt man, der Tag wird nie enden. Wenn die Zeit der blauen Stunden sich dem Ende nähert (und das wird sie, sie endet), erlebt man ein Frösteln, eine Vorahnung der Krankheit: das blaue Licht verschwindet, die Tage werden schon kürzer, der Sommer ist vorbei.“

Blaue Stunden, Joan Didion

Die Infos zur Barrierefreiheit sind in Arbeit und werden so bald wie möglich erweitert. Wenn bis dahin Fragen offenbleiben, wenden Sie sich gerne an die Kommunikationsabteilung unter barrierefreiheit@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 35. Bitte beachten Sie, dass sich Einzelheiten gegebenenfalls bis zum Veranstaltungstag ändern. Sollten Sie deshalb erst nach dem Erwerb Ihres Tickets erfahren, dass die Vorstellung für Sie nicht länger barrierefrei ist, können Sie uns bis 5 Werktage nach der Veranstaltung für eine Ticketrückgabe unter ticketing@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 45 kontaktieren (Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr).

Early Boarding

Falls die Tür zum Saal aus künstlerischen Gründen erst sehr kurz vor Vorstellungsbeginn öffnet, besteht die Möglichkeit zum Early Boarding.

Tickets

  • Über das Kartentelefon reservierbar unter 030 283 52 66, Montag bis Freitag von 16-18 Uhr
  • Über den Online-Ticketshop
  • An der Abendkasse

Weitere Informationen zur Barrierefreiheit am Haus finden Sie außerdem hier.

Künstlerische Leitung, Bühnenbild, Kostümbild: Belle Santos
Choreografie: Emi Ogura
Komposition: Nozomu Matsumoto
Performance: Nagao Akemi, Emi Ogura, Nagao Akemi, Belle Santos, Mervan Ürkmez
Entwickelt mit: Susanne Sachsse
Lichtdesign: atmospheric solutions
Dramaturgie: Bendix Fesefeldt, Rahel Spöhrer
Produktionsleitung: Wiebke Wesselmann
Video: Adam Kaplan, Yoshihiro Inada
Übersetzung: Momoko Watanabe
Kooperationspartner (Düfte): Meabh Mc Curtin (IFF Paris)

Eine Produktion von Belle Santos & Emi Ogura, entstanden im Rahmen des KAC Ko-Programms 2024, Kyoto Art Center. Mit Unterstützung des SAISON FOUNDATION International Projects Support Program (2023–2025) und des Internationalen Koproduktionsfonds des Goethe Institut Kyoto Villa Kamogawa. Medienpartner: Missy MagazineSiegessäuletaz.

Belle Santos ist eine in Berlin lebende Künstlerin, die in den Bereichen Installation, Performance, Text und Kostümbild arbeitet. Ihre Arbeiten wurden u.a. im Kyoto Art Center, transmediale studio, Pogo Bar x KW Institute for Contemporary Art und auf der Athen Biennale gezeigt. Sie war Stipendiatin der Saison Foundation (Tokio), des Goethe Instituts Villa Kamogawa (Kyoto) und der Cité Internationale des Arts (Paris). Ihre aktuelle Arbeit untersucht Formen von Hysteria, girlhood, Trauma und Ausdrucksformen von Trauer. 

Emi Ogura ist eine in Kyoto lebende Performerin und Festivalleiterin. Sie arbeitet in den Bereichen Darstellende Kunst, Musik, Tanz und Burlesque. Von 2006 bis 2010 studierte sie Operngesang, Tanz, Schauspiel und Theater an der Musikschule von Ogaki (Präfektur Gifu). Anschließend begann sie ihre Karriere im zeitgenössischen Tanz. In ihrer künstlerischen Praxis entwickelt sie Arbeiten, die sich um universelle menschliche Themen wie Liebe, Eifersucht, Leben, Sex und Tod drehen. Seit 2022 organisiert sie das Festival KYOTO Cultural Festival, das die Charakteristika des Theaters als Begegnungsort neu denkt. Außerdem ist sie seit der Saison 2025 Programmdirektorin des Kyoto International Dance Workshop Festival.

Schwarz-weiße Linienzeichnung einer stilisierten, menschlichen Figur, die sich in einer bodennahen, gekrümmten Position befindet. Die Figur liegt teilweise auf einer angedeuteten Stofffläche oder weichen Unterlage. Ein Arm ist lang nach vorne ausgestreckt, während der andere Arm angewinkelt neben dem Körper liegt. Ein Bein ist angewinkelt unter den Körper gezogen, das andere seitlich ausgestreckt. Der Kopf ist geneigt und von einer kreisförmigen, haloartigen Form umgeben. Die Figur hat geschlossene Augen und schulterlang angedeutetes Haar. Rechts oberhalb der Zeichnung steht handschriftlich der Titel „Ghost II“.