Nestervals Eldorado – Sophiensæle | Freies Theater in Berlin

Das ist Binge-Watching fürs Theater und aus größter Nähe: In den Stücken der queeren Volkstheatergruppe Nesterval begleitet das Publikum einzelne Charaktere durch eine Vielzahl von Szenen – wie auf einem verschachtelten Filmset führt das gekonnte Storytelling durch unterschiedliche Erzählstränge und das gesamte Gebäude der Sophiensæle.

Mit immersiven Theaterarbeiten über mehrere Stunden macht Nesterval Theater zum Erlebnis. In ihrer Heimatstadt Wien sind die Stücke binnen wenigen Minuten ausverkauft. Nun kommt die Gruppe erstmals nach Berlin und entwickelt eine ortspezifische Arbeit für die Sophiensæle: Nestervals Eldorado. Im Zentrum steht die queere Geschichte der Stadt vor und während des Terrors des Nationalsozialismus – insbesondere im Berliner Scheunenviertel rund um die Sophiensæle. Inspiriert von den Biografien schwuler, lesbischer, bisexueller und trans* Menschen, die während der NS-Diktatur systematisch verfolgt und ermordet wurden, werden Fiktion und Wirklichkeit gekonnt zu einer berührenden Erzählung verwoben, in der das Publikum zu den Gedanken der Protagonist*innen wird. 

Das Nesterval-Ensemble setzt sich aus Schauspieler*innen, Performer*innen, Bühnenkünstler*innen, wie Drag Queens und Kings zusammen. Verschiedene Spielweisen stehen gleichwertig nebeneinander. So entsteht ein queeres Volkstheater, das Schlaglichter aus der Vergangenheit auf unsere Gegenwart wirft. In kleinen Gruppen folgt das Publikum den Geschichten immer nur partiell. Der anschließende Austausch über das Erlebte ist Teil der Erfahrung. So entstehen einzigartige Räume der Auseinandersetzung, die nachhaltig im Gedächtnis bleiben.

Einfach gesagt

Nesterval ist eine Theater-Gruppe aus Wien. Nun arbeitet sie zum ersten Mal in Berlin. Im Mittelpunkt des Stücks steht das Leben und die Verfolgung von queeren Menschen während der Zeit der Nationalsozialisten. Das Publikum ist ganz nah dabei und begleitet einzelne Personen durch viele verschiedene Räume.

Premiere Ticket

Die Infos zur Barrierefreiheit sind in Arbeit und werden so bald wie möglich erweitert. Wenn bis dahin Fragen offenbleiben, wenden Sie sich gerne an die Kommunikationsabteilung unter barrierefreiheit@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 35. Bitte beachten Sie, dass sich Einzelheiten gegebenenfalls bis zum Veranstaltungstag ändern. Sollten Sie deshalb erst nach dem Erwerb Ihres Tickets erfahren, dass die Vorstellung für Sie nicht länger barrierefrei ist, können Sie uns bis 5 Werktage nach der Veranstaltung für eine Ticketrückgabe unter ticketing@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 45 kontaktieren (Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr).

Early Boarding

Falls die Tür zum Saal aus künstlerischen Gründen erst sehr kurz vor Vorstellungsbeginn öffnet, besteht die Möglichkeit zum Early Boarding.

Tickets

  • Über das Kartentelefon reservierbar unter 030 283 52 66, Montag bis Freitag von 16-18 Uhr
  • Über den Online-Ticketshop
  • An der Abendkasse

Weitere Informationen zur Barrierefreiheit am Haus finden Sie außerdem hier.

Künstlerische Leitung, Regie: Martin Finnland
Buch: Teresa Löfberg
Co-Autor*innen: Gisa Fellerer, Martin Finnland, Lorenz Tröbinger
Dramaturgie, kaufmännische Leitung: Tove Grün
Technische Leitung: Lukas (Lupo) Saller
Produktion Wien: Chiara Seide
Produktion Berlin: Gioia Morgan
Szenografie: Andrea Konrad
Set-Bau: Sophiensæle
Kostümbild: Sophie Eidenberger basierend auf Dritan Kosovrasti
Choreografie: Jerôme Knols basierend auf Marcelo Doño
Technische Dramaturgie: Lorenz Tröbinger
Komposition: Julian Muldoon
Songtexte: Sarah Muldoon
Musikkuration, Video: Alkis Vlassakakis
Sounddesign: Lorenz Tröbinger, Alkis Vlassakakis
Mitarbeit Stückentwicklung: Gisa Fellerer, Tove Grün
Kaufmännische Assistenz: Chiara Seide
Wissenschaftliche Mitarbeit: Lotta Beckers (Berlin Recherche), Andreas Brunner & Hannes Sulzenbacher (QWIEN), Jürgen Pettinger
Consulting Magie: Raphael Macho
Team Szenografie: Valerie Stötzer
Abendspielleitung, Inspizienz: Gioia Morgan, Sophie Eidenberger
Grafik: Rita Brandneulinger
Website: Gisa Fellerer
Kommunikation: Christopher Wurmdobler
Fotografie: Alexandra Thompson
Trailer: Sabine Anders
Mitarbeit Regie: Marlo Pichler
Co-Konzept, Archiv: Martin Walkner
Anträge: Chiara Seide, Martin Walkner
Buchhaltung, Office: Doris Panzer

Besonderer Dank an: Miriam Hie & Peter Hörmanseder (Tonaufnahmen), Eike Wittrock, die Freund*innen von Nesterval, insbesondere der Obfrau Andrea Lenk und Vize Markus Kellner sowie den Unterstützer*innen Michael Brantner, Sara Chafi, Richard Comploi-Taupe, Oleg Elkin, Theo Enzelberger, Johannes Felber, Martin Hinterndorfer, Andreas Kauba, Kaya Alina Knapp, Philipp Leitenbauer, Julia Polz, Rohr Elisabeth Real Estate e.U., Sabine (Peter) Sammer, Maria Sibilia, Gerald Timelthaler, Sylvia Waldstätten, Tobias Walka, und Thomas Zedrosser sowie René Lipkovich (SLT Siart Lipkovich + Team GmbH & Co KG), Helmut Patterer (PRBS Patterer e.U.) und Nikolaus Vogler (PHKV Rechtsanwälte)

Ensemble

Die Namenlosen

Der C.: Christopher Wurmdobler
Der F.: Martin Finnland
Die G.: Gisa Fellerer
Die K.: Géraldine Schabraque
Der P.: Stefan Pauser
Der S.: Mio Wendelin Riedl
Die R.: Romy Hrubeš
Der W.: Willy Mutzenpachner
Claire Waldoff: Felizitas Navidad 

Die Anderen

Anna Binder: Rita Brandneulinger
Arthur Nesterval: Knut Berger 
Dietrich Wagner: Chris Pfannebecker
Eduard Glück: Marcel Jacqueline Gisdol
Martin Mayerhof: Martin Walkner
Hedwig Glück: Laura Athanasiadis
Martha Nesterval: Aston Matters
Paul Lopek: Lorenz Tröbinger
Pfarrer Harald Poelchau: Peter Kraus
Traudl Jungmann: Sabrina Strehl
Viktor Eckardt: Alkis Vlassakakis

Inspizienz

Fräulein Erna: Gioia Morgan
Fräulein Evi: Sophie Eidenberger
Fräulein Else: Tove Grün

Queer CUNTine: Programm kuratiert von Heinrich Horwitz

Eine Produktion von Nesterval in Koproduktion mit Sophiensæle. Basierend auf der Koproduktion mit brut Wien. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Gefördert durch das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) und die Stadt Wien. Gefördert durch die Ilse und Dr. Horst Rusch-Stiftung und die Between Bridges Stiftung. Medienpartner: Missy MagazineSiegessäuletaz, Yorck Kinogruppe.

Das 2011 gegründete immersive Theaterensemble Nesterval versteht sich als queeres Volkstheater, das Klassiker der Literatur- oder Theatergeschichte in die Jetztzeit übersetzt, überzeichnet und dekonstruiert. Im Zentrum jeder Inszenierung steht die Lust am Spiel, das Schaffen eines theatralen Erlebnisraums und das Einbezogensein des Publikums in die Performance: statt durch Zwang, eröffnet sich der interaktive Handlungsspielraum durch Empathie, ungewöhnliche Rollenbesetzung und vor allem durch das Gespräch – das auch nach dem Stück zwischen Publikum und Darsteller:innen gesucht und geführt wird.

Bei Nesterval steht eine queere Technik der Selbstermächtigung im Vordergrund, bei der die lustvolle Ebene des Spiels immer auch eine politische Dimension hat und aktuelle gesellschaftspolitische Fragen aufgeworfen und verhandelt werden. Die Stücke setzen auf ein „Spiel im Spiel“, ähneln oftmals einer zeitgenössischen Serie oder einem Computer-Rollenspiel und basieren auf den epochalen Erlebnissen der Familiendynastie Nesterval.

Sämtliche der bisher über 25 nationalen und internationalen Produktionen sind ortsspezifische Projekte, die auf den kulturellen, sozialen und historischen Hintergrund des jeweiligen Ortes Bezug nehmen und zur Dezentralisierung des Kunst- und Kulturbetriebs beitragen. Das Ensemble besteht aus über 20 Performer*innen, Drag Artists und Schauspieler*innen, die in unterschiedlichen Formationen die Geschichte der sagenumwobenen Familie Nesterval erzählen. Das Leading Team besteht aus Martin Finnland (Konzept, Regie) und Teresa Löfberg (Buch, Dramaturgie). 

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    © Alexandra Thompson
  • Eine Person steht hinter einem großen Haufen aufgetürmter Kleidungsstücke und blickt nach oben. Im Hintergrund beobachten weitere Personen die Szene. Dramatisches Scheinwerferlicht.
    © Alexandra Thompson
  • Nahaufnahme einer Person mit kurzem blondem Haar und beigem Hemd, die sich wachsam an eine verwitterte Betonwand lehnt und zur Seite blickt.
    © Alexandra Thompson
  • Eine Person in gelbem Strickweste und weißem Hemd sitzt mit aufgerissenem Mund und weit aufgerissenen Augen auf einem alten Holzklappstuhl in einer Reihe leerer Stühle. Dunkler Hintergrund.
    © Alexandra Thompson
  • Zwei Personen in dunklen Anzügen stehen eng aneinandergedrängt an einer Wand auf einer dunklen Bühne und blicken in die Kamera.
    © Alexandra Thompson
  • Zwei Personen in einer dramatischen Szene an einer altmodischen Badewanne unter einem Kronleuchter: eine Person sitzt nass in der Wanne, eine zweite beugt sich über sie. Am Rand rechts ist eine dritte Person in Uniform sichtbar. Dunkler Hintergrund.
    © Alexandra Thompson