Hana Umeda: RAPEFLOWER – Sophiensæle | Freies Theater in Berlin

RAPEFLOWER ist eine Untersuchung, die im eigenen Körper stattfindet. Im Körper selbst, nicht im diskursiven Raum, verflechten sich Erfahrungen sexueller Gewalt – sowohl eigene als auch geerbte und erlernte – mit Abwehr- und Überlebensstrategien. Dies ist eine Geschichte über Vergewaltigung als Zustand und nicht als einmaliges Ereignis.

Sich als Überlebende*r zu identifizieren, bedeutet oft, zu schweigen. Um nicht zum Objekt des Mitleids zu werden, macht man sich unsichtbar. Die Vermeidung der Konfrontation mit der Erfahrung der Vergewaltigung kann zu einem Zwang führen, die traumatische Situation auf der Suche nach verlorener Kontrolle zu wiederholen.

In RAPEFLOWER greift Hana Umeda die Traditionen des klassischen japanischen Jiutamai-Tanzes auf, einer Kunstform aus dem 19. Jahrhundert, die in Japan ausschließlich von Frauen ausgeübt wurde. Für viele von ihnen war der Tanz mit Gewalterfahrungen verbunden, da sie in kleinen Räumen während geschlossener Vorstellungen sexuellen Übergriffen ausgesetzt waren. Die Bewegung, die Anspannung des Körpers, sein Eingeschlossen-Sein und die Erstarrung – all das findet sich im Jiutamai-Körper wieder und wird von den Meister*innen kontinuierlich an die nächsten Generationen von Tänzerinnen weitergegeben. Ausgehend von ihrer persönlichen Geschichte und der Jiutamai-Tradition reflektiert Umeda darüber, ob Tanz oder Theater zu einem Raum der Emanzipation und Heilung werden können.

Die Infos zur Barrierefreiheit sind in Arbeit und werden so bald wie möglich erweitert. Wenn bis dahin Fragen offenbleiben, wenden Sie sich gerne an die Kommunikationsabteilung unter barrierefreiheit@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 35. Bitte beachten Sie, dass sich Einzelheiten gegebenenfalls bis zum Veranstaltungstag ändern. Sollten Sie deshalb erst nach dem Erwerb Ihres Tickets erfahren, dass die Vorstellung für Sie nicht länger barrierefrei ist, können Sie uns bis 5 Werktage nach der Veranstaltung für eine Ticketrückgabe unter ticketing@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 45 kontaktieren (Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr).

Early Boarding

Falls die Tür zum Saal aus künstlerischen Gründen erst sehr kurz vor Vorstellungsbeginn öffnet, besteht die Möglichkeit zum Early Boarding.

Tickets

  • Über das Kartentelefon reservierbar unter 030 283 52 66, Montag bis Freitag von 16-18 Uhr
  • Über den Online-Ticketshop
  • An der Abendkasse

Weitere Informationen zur Barrierefreiheit am Haus finden Sie außerdem hier.

Konzept, Choreografie, Tanz: Hana Umeda

Eine Produktion von Hana Umeda. Das Projekt wurde von KOMUNA WARSZAWA produziert und im Rahmen des Open Call for Performance 2024 ausgewählt. Die Recherchen für die Performance wurden im Rahmen des SoDA-M.A.-Programms vom HZT Berlin durchgeführt. Diese Arbeit wurde mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union produziert. Medienpartner:  Missy MagazineSiegessäuletaz.

Hana Umeda (alias Sada Hanasaki) ist eine rebellische Jiutamai-Tänzerin der Hanasaki-ryu. Ihre künstlerische Praxis ist körperbasiert und bewegt sich zwischen den Schnittstellen von Choreografie, Performance, Theater und bildender Kunst. Oftmals beschäftigt sie sich mit Themen wie patriarchaler, spiritueller oder rassistischer Gewalt, die sie durch Autodokumentarismus und die verkörperte Praxis des Jiutamai erforscht.

  • Eine Person steht in einem blau beleuchteten Raum und hält ein Mikrofon locker in der Hand. Auf den Oberkörper der Person ist das projizierte Bild eines Gesichts zu sehen, das sich über Brust und Bauch legt. Die Person blickt nach unten auf die Projektion.
    © PatMic
  • Eine Person steht auf einer Bühne und hält ein Mikrofon in der Hand. Hinter der Person ist eine großformatige Projektion eines Körpers zu sehen, die den Hintergrund vollständig ausfüllt. Die Person blickt nach unten, während das projizierte Bild stark vergrößert über die Wand verläuft.
    © PatMic