Elvan Tekin: THIS IS (NOT) THE END – Sophiensæle | Freies Theater in Berlin

Elvan Tekin: THIS IS (NOT) THE END

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Wie übertragen verkörperte Praktiken kulturelles Gedächtnis? Welche Formen von Zugehörigkeit und Gemeinsamkeit werden möglich, wenn Körper und Tänze nicht nur einer einzigen Tradition (oder Nation) angehören müssen?

THIS IS (NOT) THE END lässt Tanzformen aufeinandertreffen, die über Orte, Grenzen, Communities und Generationen hinweg gewandert sind, und bringt damit vertraute Vorstellungen von Virtuosität, Schönheit, Gender und gesellschaftlicher Normen ins Wanken. In der musikalischen Landschaft von Krzysztof Bagiński und zum Live-Klavier von Saemi Jeong verbinden, überlagern und verwandeln die Tänzer*innen Elvan Tekin und Samuel Francis Perreira diese Formen zu einem hybriden Bewegungsvokabular, in dem kein Tanz bleibt, was er war. Die Tänze erscheinen dabei nicht als feste Marker kultureller Identität, sondern als lebendige Praktiken: Wissen, das Körper tragen, von anderen übernehmen und in der Weitergabe verändern.

Die Tänzer*innen bewegen sich zwischen individueller Zurschaustellung und kollektivem Handeln, zwischen Konkurrieren, Beobachten, Nachahmen und Verweigern. Ihre Beziehungen verschieben sich beständig – und auch das Publikum wird Teil dieser wechselhaften Dynamik. Zuschauen ist nicht neutral: Zwischen Performenden und Zuschauenden zirkulieren Begehren, Anziehung, Urteil und Macht. THIS IS (NOT) THE END fragt, wer schauen darf, wer angeschaut wird und was geschieht, wenn ein Körper sich weigert, vollständig lesbar zu sein – insbesondere innerhalb von Blickweisen, die von kolonialen Geschichten und Systemen der Klassifizierung geprägt sind.

Einfach gesagt

In THIS IS (NOT) THE END treffen Tänze aus verschiedenen Regionen und Zeiten aufeinander. Die Tänzer*innen mischen und verändern sie. Das Stück fragt: Wer darf zuschauen? Wer wird angeschaut? Und was, wenn ein Körper sich nicht einordnen lässt?

Premiere Ticket

Die Infos zur Barrierefreiheit sind in Arbeit und werden so bald wie möglich erweitert. Wenn bis dahin Fragen offenbleiben, wenden Sie sich gerne an die Kommunikationsabteilung unter barrierefreiheit@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 35. Bitte beachten Sie, dass sich Einzelheiten gegebenenfalls bis zum Veranstaltungstag ändern. Sollten Sie deshalb erst nach dem Erwerb Ihres Tickets erfahren, dass die Vorstellung für Sie nicht länger barrierefrei ist, können Sie uns bis 5 Werktage nach der Veranstaltung für eine Ticketrückgabe unter ticketing@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 45 kontaktieren (Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr).

Early Boarding

Falls die Tür zum Saal aus künstlerischen Gründen erst sehr kurz vor Vorstellungsbeginn öffnet, besteht die Möglichkeit zum Early Boarding.

Tickets

  • Über das Kartentelefon reservierbar unter 030 283 52 66, Montag bis Freitag von 16-18 Uhr
  • Über den Online-Ticketshop
  • An der Abendkasse

Weitere Informationen zur Barrierefreiheit am Haus finden Sie außerdem hier.

Choreografie, Konzept, Performance: Elvan Tekin
Performance: Samuel Francis Pereira
Ton: Krzysztof Bagiński, Saemi Jeong
Kostüme, Bühnenbild: Evan Loxton
Lichtdesign: Robert Prideaux
Produktion: Tammo Walter
Dramaturgie: Boglárka Börcsök, Jette Bühsenschutz
Externe Beratung: Irem Aydin, Enad Marouf
Gesprächspartnerin: Simge Burhanoglu

Eine Produktion von Elvan Tekin in Koproduktion mit Sophiensæle. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Hauptstadtkulturfonds. Unterstützt durch die Residenzen bei PerformIstanbul, Schloss Bröllin, HAUT Kopenhagen, MDT Moderna Dansteatern mit freundlicher Unterstützung von Life Long Burning. Medienpartner: Missy Magazine, Siegessäule, taz.

Elvan Tekin ist eine kurdische Künstlerin, die in Berlin lebt und in den Bereichen Tanz, Choreografie, Performance, Text, Recherche, Kollaboration und Community Building arbeitet. Ihre vielschichtige künstlerische Praxis untersucht, wie Bewegung als Katalysator für gesellschaftlichen Wandel wirken kann und wie verkörperte Erfahrungen neue Wege eröffnen und sich zu Erinnerung, Zugehörigkeit und kollektivem Leben in Beziehung zu setzen. Sie hat einen Master in Choreografie am HZT Berlin abgeschlossen.

  • Zwei Personen bewegen sich in einem nüchternen Raum mit blaugrauer Wand. Rechts eine Person in schwarzem Trägerkleid mit weit ausgebreiteten Armen, deren eine Hand die Schulter der Person links berührt. Diese trägt ein offenes graublaues Nadelstreifenhemd und wendet den Kopf zur Seite.
    © Spyros Rennt
  • Zwei Personen stehen dicht hintereinander in einem nüchternen Raum mit heller Wand. Beide haben die Arme angewinkelt erhoben, die Hand der vorderen Person liegt nahe am eigenen Kinn. Die vordere Person trägt ein schwarzes Trägerkleid, die hintere ein offenes graublaues Hemd mit Nadelstreifen. Beide blicken zur Seite.
    © Spyros Rennt
  • Zwei Personen stehen nebeneinander in einem abgedunkelten Raum mit heller Wand, ihre Schatten fallen dahinter. Beide legen die Arme überkreuz an den eigenen Nacken. Links eine Person in offenem graublauem Nadelstreifenhemd und dunkler Hose, rechts eine Person in schwarzem Trägerkleid. Die Blicke gehen in verschiedene Richtungen.
    © Spyros Rennt