Jule Flierl

Störlaut

Störlaut: ein untergründiges Geräusch, ein Widerstand in der Sinnproduktion, der den harmonischen Ablauf von Ordnungsapparaturen untergräbt.


Störlaut ist eine stimmtänzerische Performance, die zwischen fake news und Post-Fakten eine Form des nicht-sprachlichen Ausdrucks sucht - körperlich, emotional und direkt. Jule Flierl arbeitet an einer futuristisch-spekulativen Neu-Interpretation der Ton-Tänze Valeska Gerts, einer Berliner Grotesk-Tänzerin der 1920er Jahre. Valeska Gert erklärte sich selbst zur ersten Stimmtänzerin der Welt. Was hat sich durch den Einsatz von Stimme in der Repräsentation und Wahrnehmung von Tänzer_innenkörpern gewandelt? Und wie können Valeska Gerts historische Tänze zur Waffe auf dem Schlachtfeld heutiger Diskurse werden? Das derzeitige politische Klima ist ähnlich angespannt wie in der Zwischenkriegszeit. Fake news, Propaganda und post-fakische Diskurse machen Gerts Methoden und Herangehensweisen an den Akt des sich Artikulierens wieder aktuell. Störlaut verleibt sich den Tontanz ein und mobilisiert diesen als eine Form der nicht- und ausser-sprachlichen Verkündung, wenn andere Formen von Rede versagen. Quietschen, röhren, rattern, stottern, gackern, lechzen, würgen, wimmern und kreischen sind das Material, mit dem emotional direkt und jenseits gegenwärtiger Worthülsen ein anderer Diskurs eröffnet wird.

 

Tischgesselschaft TISCHGESELLSCHAFT

JUNI 15, IM ANSCHLUSS AN DIE VORSTELLUNG



JULE FLIERL setzt sich in ihren Arbeiten mit Raumänderungen durch Atem, Stimme und Tanz auseinander. Die Tanzmacherin und Stimmakrobatin studierte zeitgenössischen Tanz am SEAD Salzburg, spielte im Kino-Film Führer Ex die weibliche Hauptrolle und arbeitete als Tänzerin u.a. mit Künstler_innen wie Martin Nachbar, Christine Borch, Ibrahim Quarishi, Gintersdorfer/Klaßen und Tino Sehgal. Zur Zeit studiert sie im Master Programm für Choreographie in Montpellier Frankreich. Ihre Arbeit Happiness is a war…m gun wurde in Berlin, Salzburg, Wien, bei den internationalen Festival des Experimentaltanzes, den Tanztagen in Berlin, Nagib in Maribor und bei Perypezye in Milano gezeigt.



KONZEPT, CHOREOGRAFIE, PERFORMANCE Jule Flierl DRAMATURGIE Luise Meier BÜHNENBILD Pauline Brun KLANGKUNST Sam Hertz KOSTÜM Lea Kieffer PRODUKTION, LICHT David Eckelmann

Eine Produktion von CharleroiDanses Brussels, Rencontres chorégraphiques internationales de Seine-Saint-Denis Paris, P-Bodies Festival Leipzig, Goethe Institut, Honululu Nantes, AdK Archiv Berlin, Kunsthaus KuLe Berlin, CND Paris, Zagreb Dance Center und SOPHIENSÆLE. Mit Unterstützung vom Fonds Transfabrik – Deutsch-französischer Fonds für darstellende Künste. Medienpartner: taz.die tageszeitung



         

 

Foto © Jule Flierl

Tanz


Aufführungen

2018
juni
15 16 17 
19:30 UHR


ORT
Kantine




Deutsch + Englisch















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