Flinn Works + Quartett Plus 1

Kosa La Vita – Kriegsverbrechen

Haben zwei Ruander von Deutschland aus per SMS und E-mail einen grausamen Krieg im Ostkongo befehligt? Sind sie verantwortlich für Massaker und Vergewaltigungen, die dort von einer Miliz begangen wurden? Versteckte sich hinter der Fassade des gläubigen Familienvaters ein „Warlord“ in Baden-Württemberg? Vier Jahre lang wurden diese Fragen in einem zermürbenden Prozess vor Gericht in Stuttgart verhandelt. Dolmetscher stritten mit den Angeklagten über Übersetzungsdetails, desertierte Kämpfer wurden eingeflogen, anonyme Opferzeugen wurden per Livevideo befragt – ein Präzedenzfall, der selbst die Richter_innen an ihrer Aufgabe zweifeln ließ. Ist es legitim, dass sie über Kriegsverbrechen im Ostkongo urteilen? Lässt sich die Wahrheit über einen 6000 Kilometer entfernten Konflikt von einem deutschen Gerichtssaal aus ergründen? Ist den Opfern damit geholfen? Kosa La Vita – Kriegsverbrechen untersucht die Grenzen der globalen Rechtsprechung mit den Mitteln des dokumentarischen Musiktheaters. Mit Streichinstrumenten und Gerichtsdokumenten erzeugen fünf Performer_innen ein fragmentarisches Echo der Beweisaufnahme: Den Lärm der Zerstörung, stotternde Funksprüche, Paragrafengesänge und die Stille der Opfer.

 

Tischgesselschaft TISCHGESELLSCHAFT

SEPTEMBER 25 | IM ANSCHLUSS AN DIE VORSTELLUNG

MODERATION: Yasmine Salimi GÄSTE: Gregory Dabilougou, Frederik Richter


Yasmine Salimi ist freie Theaterschaffende, Doktorandin und Übersetzerin. Sie ist als freie Dramaturgin am Ballhaus Naunynstraße tätig, arbeitet mit der Figurentheatergruppe Manufaktor zusammen und promoviert an der Uni Köln über Darstellungen von Gerichtsprozessen im Theater. GRÉGORY DABILOUGOU, geboren 1981, ist Künstler mit Wurzeln in Frankreich und Burkina Faso. Greg, der sich auch El Marto nennt, hat Visuelle Kommunikation an der Hochschule für Kunst und Kommunikation in Cambrai sowie an den Kunstakademien von Amiens und Helsinki studiert. Im Kulturzentrum Hangar 11 in Ouagadougou hat er seine Ausbildung abgeschlossen. FREDERIK RICHTER, geboren 1979, ist Journalist bei CORRECTIV. Internationale Korruptionsfälle, Rüstungsexporte, Kapitalmärkte und organisierte Kriminalität zählen zu seinen Themen. Vor seiner Zeit bei CORRECTIV hat Frederik über zehn Jahre im Nahen Osten und in Südostasien gearbeitet. Die beiden haben gerade einen Comic über den Milizenchef und Kriegsverbrecher Ignace Murwanashyaka aus Mannheim herausgeben und sind Zeichner und Co-Autor.




FLINN WORKS entwickelt mit internationalen Performer_innen und Musiker_innen multiperspektivische Stücke zur globalisierten Welt. In 2016 entstanden zum Themenschwerpunkt deutsche Kolonialgeschichte die Stücke Maji Maji Flava und Schädel X. Global Belly, eine Performance über transnationale Leihmutterschaft ist zum Impulse Festival 2018 eingeladen. Quartett PLUS 1 arbeitet transdisziplinär und setzt das Streichquartett fremden Medien und Räumen aus, um die Grenzen des klassischen Ensembles auszuloten und zu erweitern. So entstanden u.a.  2016 Songs  of  Sprouts und 2017 Hinter Glas.



KONZEPT, KÜNSTLERISCHE LEITUNG Flinn Works, Quartett PLUS 1 PERFORMANCE Konradin Kunze, Simon Zigah, Katharina Pfänder (Violine), Lisa Stepf (Violoncello), Kathrina Hülsmann (Viola) REGIE Sophia Stepf KOMPOSITION Matthias Schubert TECHNISCHE LEITUNG Gijs Wisse REGIEASSISTENZ Annekatrin Utke KOSTÜME Tatjana Kautsch KOMPANIEMANAGEMENT Helena Tsiflidis (fonundtsu*)

 

Eine Produktion von Flinn Works und Quartett PLUS 1 / Das ist erst der Anfang e.V. in Koproduktion mit Theater Bremen und SOPHIENSÆLE. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin, die Stiftung Niedersachsen, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, das Kulturamt der Stadt Kassel, die Bürgerstiftung Hildesheim, die Friedrich Weinhagen Stiftung und die Gerhard-Fieseler-Stiftung. Das Projekt wurde ermöglicht durch flausen-young artists in residence ein Stipendien-Modellprojekt vom theater wrede +.



 

        

 

 

   

 

 

     

 

     



Foto: Shaizia Jifri

Dokumentarisches Musiktheater


Aufführungen

2018
september
24 25 
19:30 UHR


ORT
Hochzeitssaal




Auf Deutsch - in German















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