KiezKantine XIII

Kiez und Kunst in der Kantine: Rund um die Sophiensæle finden sich auch abseits der Mitte-Klischees lebendige Strukturen, soziales Engagement und vielfältige persönliche Geschichten. Alle zwei Monate öffnen wir die Kantine für den Kiez und laden bei gemeinsam zubereiteter Suppe zu einem Kennenlernen der Nachbarschaft, der Künstler_innen und des Publikums der Sophiensæle ein.

 

Die Märzausgabe unseres Kieztreffs beschäftigt sich mit der Vielfalt des Glaubens: Wir erfahren vom lebendigen Alltag in alten Synagogen und den Möglichkeiten von Kirchen, Asyl zu gewähren. Wir fragen, ob Tarotkarten gute Ratgeber in allen Lebenslagen sein können, oder ob man doch lieber den heidnischen Kalender zu Rate zieht. Ein spannender Abend voller Gretchenfragen.

 

GÄSTE

 

Vor fast 25 Jahren wurde die Neue Synagoge in der Oranienburger Straße als Centrum Judaicum eingeweiht. Jana Blechschmidt berichtet vom Haus, seinen Menschen und von Berliner und deutsch-jüdischer Geschichte. Mit seinen Veranstaltungen mischt sich das Centrum ein in gesellschaftliche Debatten, gibt Kultur und Forschung eine Bühne und bringt Menschen aller Generationen zum Diskutieren zusammen. Es bietet Führungen und Seminare zu den Ausstellungen, zu Jüdischer Religion und ihren Riten sowie zur un-mittelbaren Umgebung der Neuen Synagoge an.

 

Viviana Druga wurde in Transylvanien / Rumänien geboren. Seit 2008 lebt und arbeitet sie als Künstlerin und Fotografin in Berlin. Durch eine künstlerische Aktion fand sie zum Tarot und bietet seitdem unter dem Namen Tarot de Berlin private psycho-magische Lesungen an. Sie sagt nicht die Zukunft voraus, sondern interessiert sich für die Gegenwart und Verbindungen zum Unterbewussten. Über ihre Arbeit sagt sie selbst: „Kunst ist für mich eine magische Aktivität, ein Ritual, das den Menschen helfen könnte, neue Dimensionen ihres Selbst zu entdecken.”

 

Manchmal hilft nur noch Kirchenasyl. Die Evangelische Kirchengemeinde am Weinberg in Berlin-Mitte ist eine der Kirchengemeinden, die Menschen Kirchenasyl gewährt. Dies geschieht, weil eine Abschiebung droht, die Gesundheit oder Leben der Betroffenen in große Gefahr bringen würde. Von schweren Entscheidungen und dem Glauben an die Würde jedes Menschen wird Pfarrer Matthias Motter in der Kiezkantine reden. Er begleitet die Kirchenasyle in der Kirchengemeinde und kennt Chancen und Schwierigkeiten.

 

Ragna Runenweg erzählt von der wachsenden heidnisch paganen Community in Berlin. Gottlose Heiden? Im Gegenteil: sie sind die mit den vielen Göttern! Und Göttinnen. Und shapeshiftern, gern auch genderfluid. Wer glaubt, dass Thor einen Hörnerhelm trägt, hat zu viel Wagner geguckt. Oder Marvel? Und irgendwo, hinter dem Mainstream, in der Stille zwischen den Welten trifft man sie wirklich: Die Asen und Wanen, Riesen und Alfen. In der Kiezkantine hören wir von Odin und Loki, von Ritualen und Reisen.

 

Markus&Markus ist ein Theaterkollektiv aus Berlin und Hildesheim. Aus der Mitte der sogenannten deutsch-deutschen Mehrheitsgesellschaft heraus unternahmen sie für das Projekt Zwischen den Säulen eine Reise in eine der abrahamitischen Religionen: den Islam. Den Hinweisen einer ihnen unbekannten Spielleitung folgend, begaben sie sich auf eine Schnitzeljagd mit unklarem Ziel und Ausgang. Auf der Suche nach Verbindungen und Gemeinsamkeiten anstelle von Abgrenzung und Unterschieden richtet Zwischen den Säulen den Blick von innen nach außen.



MIT Jana Blechtschmidt (Centrum Judaicum), Markus&Markus, Pfarrer Matthias Motter (Gemeinde am Weinberg e.V.), Ragna Knebel, Viviana Druga

 

Die Kiezkantine wird realisiert durch den Theaterpreis des Bundes. Medienpartner: taz. die tageszeitung



  

Foto © Arne Schmitt

Salon


Aufführungen

2019
märz
27 
19:00 UHR


ORT
Kantine


TICKETS
5 EURO INKL. SUPPE



Auf Deutsch - in German















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