Aesthetics of Access: Audiodeskription – Sophiensæle | Freies Theater in Berlin
Aesthetics of Access: Audiodeskription
Wie lässt sich Tanz aus blinder und sehbehinderter Perspektive gestalten? Wie können Bewegung, Klang und Sprache so kombiniert werden, , dass Tanz für unterschiedliche Wahrnehmungsweisen zugänglich wird? Und was braucht es dafür?
Der Workshop Aesthetics of Access: Audiodeskription versteht Zugänglichkeit als künstlerische, kollektive und strukturelle Praxis und beschäftigt sich mit der Frage, wie künstlerische Prozesse aus Perspektiven von blinden und sehbehinderten Menschen heraus entstehen können. Ausgehend von Ansätzen der Aesthetics of Access erkunden die Teilnehmenden gemeinsam unterschiedliche Möglichkeiten, Tanz und Performance nicht nachträglich zugänglich zu gestalten, sondern von Beginn an als und mit blinden und sehbehinderten Tänzer*innen, Performer*innen, Chereograf*innen, Audiobeschreiber*innen, Dramaturg*innen und Vermittler*innen zu gestalten. Audiodeskription dient dabei als eine Methode unter vielen, um über Wahrnehmung, Zugang und Vielsinnlichkeit nachzudenken.
Der Workshop wird von der sehbehinderten Access-Dramaturgin Annika Jakobs geleitet. Er vermittelt mit theoretischen Inputs und kleinen praktischen Übungen einen Einstieg in das Thema: Was bedeutet Aesthetics of Access in Bezug auf blinde und sehbehinderte Ausdrucksformen und Wahrnehmungsstile? Wie können Produktionsprozesse zugänglich für blinde und sehbehinderte Künstler*innen gestaltet werden? Wie kann Vielsinnlichkeit im Tanz als ästhetisches Mittel genutzt werden - und welche Rolle spielen Sprache und Beschreibung dabei? Was braucht es auf struktureller Ebene, um Zugänglichkeit für blinde und sehbehinderte Menschen mitzudenken? Außerdem gibt es eine kurze Vorstellung des Netzwerks Making a Difference.
Im Anschluss können alle gemeinsam die Vorstellung mit Audiodeskription A Good Man is Hard to Find von BULLYACHE an den Sophiensælen im Rahmen des Internationalen Performancefestivals Never Work besuchen.
Workshop und Vorstellungsbesuch sind kostenlos. Der Workshop richtet sich an blinde, sehbehinderte und sehende Teilnehmende zwischen 16 und 27 Jahren Es ist keine Vorerfahrung notwendig.
Der Workshop findet im Rahmen der Workshopreihe speaking dance von Future Move e.V. in Kooperation mit den Sophiensælen und dem Netzwerk Making a Difference statt.
Workshopleitung: Annika Jakobs
Mit: Juli Reinartz (Making A Difference), Bahar Meriç (Future Move e.V.)
Das Projekt speaking dance wird gefördert vom Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung. Never Work – Internationales Performance-Festival ist ein Festival der Sophiensæle, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds. Die Sophiensæle werden gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Medienpartner: Berlin Art Link, Missy Magazine, Siegessäule, taz.
Annika Jakobs (sie/ihr), weiß, cis, gesetzlich blind, studierte Angewandte Theaterwissenschaft und Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis. Sie arbeitete an Stadt- und Staatstheatern und war zuletzt im Büro für Teilhabe und Utopien am Theater der Jungen Welt Leipzig tätig. Als Access-Dramaturgin und -Beraterin ist sie in unterschiedlichen künstlerischen Kontexten und für Festivals tätig. Neben der diskriminierungskritischen Befragung von Strukturen und Prozessen in Kulturinstitutionen liegt der Schwerpunkt ihres Interesses auf dem Potential von Zugänglichkeit als Kunstform, dem Empowerment unterschiedlicher Wahrnehmungsstile und der machtsensiblen Umsetzung von Audiodeskription.