Juan Pablo Cámara: Homopticum – Sophiensæle | Freies Theater in Berlin
Juan Pablo Cámara:
Homopticum
Das Homopticum kennt die Wahrheit: Alle sind gleich, liegen unter seiner Linse bloß, jede Bewegung wird aufgezeichnet, jeder Blick wiederholt. Die Luft verdichtet sich, etwas verändert sich. Das Homopticum blinzelt.
In Homopticum untersucht der Performer und Choreograf Juan Pablo Cámara, in Zusammenarbeit mit dem bildenden Künstler Andrey Bogush, das Sehen als Praxis von Aufmerksamkeit und Handlungsmacht. In einer Welt, die vom Überwachungskapitalismus geprägt ist – in der Aufmerksamkeit nicht nur manipuliert, sondern durch marktwirtschaftliche Logiken aktiv gestaltet wird – lädt die Arbeit das Publikum dazu ein, zu entschleunigen und ganz bewusst zu beobachten. Im Zentrum steht die Frage: In welchen Formen nimmt Sehen Gestalt an?
Das Theater wird zu einem häuslichen Raum, den ein augmentiertes Wesen bewohnt – wild, anthropoid, maschinenähnlich. Online- und Offline-Interfaces fungieren zugleich als Hinter- und Vordergründe und rahmen eine Choreografie, die das Fleisch überschreitet. Zwischen Beobachten und Beobachtet-Werden, zwischen Alltäglichem und Spektakulärem, offenbart der ausgestellte Körper Fragilität, Monstrosität und Exzess.
Homopticum legt die psychischen Realitäten eines zeitgemäßen Zustands offen: Die körperliche Selbstbestimmung wird zunehmend untergraben. Durch bewusstes Beobachten kultiviert die Arbeit einen Zustand gesteigerter Wahrnehmung und eignet sich Aufmerksamkeit als zentrales Werkzeug an: des Spürens, Wissens und des Widerstands.
Bitte beachten Sie, dass sich Einzelheiten gegebenenfalls bis zum Veranstaltungstag ändern. Sollten Sie deshalb erst nach dem Erwerb Ihres Tickets erfahren, dass die Vorstellung für Sie nicht länger barrierefrei ist, können Sie uns bis 5 Werktage nach der Veranstaltung für eine Ticketrückgabe unter ticketing@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 45 kontaktieren (Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr).
Dauer
- Ca. 60 Minuten ohne Pause
Sprache
- wenig englische und spanische Lautsprache
Licht
- abwechselnd helle und dunkle Lichtstimmung
- sehr dunkle Momente
- ein langer Moment kompletter und plötzlicher Dunkelheit
- einige schnelle und plötzliche Lichtwechsel
- stroboskopartige Lichteffete
- bewegende Lichter in verschiedenen Formen, Farben und Tempi
- das Publikum wird an mehreren Stellen geblendet
Sound
- Es gibt Momente, an denen sich verschiedene Sounds überlagern
Interaktion
- Der Performer bewegt sich durch das Publikum und kommt diesem teilweise sehr nahe
Sonstiges
- Es wird Bühnennebel eingesetzt
Publikum
- bestuhlte Tribüne
- zwei Sitzsackplätze buchbar nach Verfügbarkeit
- zwei Rollstuhlplätze buchbar nach Verfügbarkeit
Early Boarding
- Es besteht die Möglichkeit zum Early Boarding. Eine Lautsprecherdurchsage macht einige Minuten vorher darauf aufmerksam.
Tickets
- Über das Kartentelefon reservierbar unter 030 283 52 66, Montag bis Freitag von 16-18 Uhr
- Über den Online-Ticketshop
- An der Abendkasse
Weitere Informationen zur Barrierefreiheit am Haus finden Sie außerdem hier.
In Zusammenarbeit mit Andrey Bogush
Choreografie, Performance: Juan Pablo Cámara
Licht, Video: Joseph Wegmann
Sound: Mauro Guz Bejar
Kostüm: Lennard Schnitzler, JU ISHI
Dramaturgieassistenz: Maciek Sado
Eine Produktion von Juan Pablo Cámara und Andrey Bogush in Koproduktion mit Kiasma Theatre. Mit Unterstützung von Tanzhaus Zürich, Arts Promotion Centre Finland, Finnish Cultural Foundation, Tapiola Artist Studios und DIORAMA Berlin. Medienpartner: Missy Magazine, Siegessäule, taz.
Juan Pablo Cámara ist ein in Argentinien geborener, in Berlin lebender Choreograf und Performer, der sein Studium an der School for New Dance Development in Amsterdam abgeschlossen hat. Cámara versteht seine künstlerische Praxis als einen Raum, in dem er Formen der Intimität zwischen Körpern, Ideen und Umgebungen erforscht. Durch Autofiktion und Fabulation entwickelt er Erzählungen, die Dichotomien wie online/offline, vertraut/fremd, persönlich/universell und kulturell/natürlich hinterfragen und neu denken. Mit einem subtil satirischen und oft absurden Ton versetzen seine Arbeiten (un)mögliche zeitgenössische Subjekte in einen Zustand der Ungewissheit und offenbaren Welten, in denen die Grenze zwischen Faszination und Entsetzen zunehmend verschwimmt. Seine jüngsten Werke La cosa piel und Main, Main, who’s there? wurden von den Sophiensælen koproduziert und dort uraufgeführt. In den vergangenen Jahren war er Artist-in-Residence im Tanzhaus Zürich, im Work Space Brussels, im Kiasma Helsinki, im DIORAMA Berlin, in den Tapiola Studios Helsinki und in den Sophiensælen. Als Performer hat er mit Künstler*innen wie Adam Linder, Ligia Lewis, Michele Rizzo und Jefta van Dinther zusammengearbeitet.