Sophiensæle Forever #2 – Never Work – Sophiensæle | Freies Theater in Berlin
Sophiensæle Forever #2 – Never Work
Wann darf man einfach rumhängen? Wann ist Muße kein Luxus, sondern ein Recht?
Im Rahmen des Internationalen Performance Festivals Never Work laden wir zum Launch der zweiten Ausgabe unserer Jubiläumspublikation Sophiensæle Forever – Never Work ein. Die Publikation versammelt Stimmen, die das Verhältnis von Kunst, Arbeit und Erschöpfung aus unterschiedlichen Winkeln befragen: Simone Dede Ayivi fragt, wem Rumhängen eigentlich erlaubt ist. Emma Holten zeigt, warum ein auf Marktpreisen basierendes System den Wert von Kunst und Fürsorge grundsätzlich verfehlt – und plädiert für neue Bündnisse zwischen Künstler*innen, Pflegekräften und Aktivist*innen. Anka Herbut und Kasia Wolińska stellen die radikalste Frage: Was wäre, wenn wir das System nicht reformieren, sondern uns ihm verweigern?
Zum Launch liest Simone Dede Ayivi aus ihrem Text Rumhängen und spricht anschließend mit uns über Arbeit, Erschöpfung und die politische Dimension von Freizeit. Wir sprechen darüber, wie der eigene Stresspegel den Blick auf andere verzerrt – und wie die Fähigkeit zu gönnen schwindet, je mehr man schuftet. Simone Dede Ayivis Schlussfolgerung ist provokant und präzise: Wer die Kulturförderung kürzt, kürzt gleichzeitig an den Bedingungen, die Menschen überhaupt in die Lage versetzen, Kunst zu erleben. Denn Kunst braucht mehr als eine Lücke im Kalender – sie braucht Hirnfreizeit.
Von und mit: Simone Dede Ayivi
Moderation: Stefanie Hauser (Sophiensæle)
Eine Produktion von Sophiensæle. Never Work – Internationales Performance-Festival ist ein Festival der Sophiensæle, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds. Die Sophiensæle werden gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Medienpartner: Berlin Art Link, Missy Magazine, Siegessäule, taz.
Simone Dede Ayivi's performances discuss questions of representation, resistance and community. Her works are biographically motivated, mostly interview-based research projects. She explores ways of remembering and rediscovering - and shines a spotlight on political struggles and movements, Black history and the present. Using recorded discussions, interviews and political speeches, she seeks to amplify the voices of marginalized communities. With Afrofuturistic narratives, she creates a space in the theater to ponder, translate and reinvent. A space for utopias. Dede Ayivi reveals her research methods and the means of theater, allowing the audience to become part of her content-related and aesthetic search process. The construction of images is also addressed and viewing habits are questioned. Together with her Kompliz*innen, she has developed performances in cooperation with the Sophiensæle, the Pavillon Hannover, the Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt and the Festival Theaterformen. She has worked as a director at Schauspielhaus Graz, Theater Oberhausen and Deutsches Theater Berlin, among others. In 2022, Simone Dede Ayivi received the Tabori Award from the Fonds Darstellende Künste. In 2025 Simone Dede Ayivi & Komplizinnen is invited to the Impulse Festival for Performance, Theater & Dance with Autsch – Warum geht es mir so dreckig?