Liina Magnea: What’s a Mob to a King (Plot-twist Redemption) – Sophiensæle | Freies Theater in Berlin

Liina Magnea: What’s a Mob to a King (Plot-twist Redemption)

Eine Person in Tarnanzug und Baskenmütze sitzt auf einem Stuhl und hält eine Waffe; im Hintergrund eine großformatige Landschaftsmalerei. Rechts im Bild tanzt eine weitere Person in weißem Kleid im Dunkeln. Auf der Leinwand sind zwei Schattensilhouetten sichtbar.

Die Berliner Künstlerin Liina Magnea verbindet Performance, Musik und Choreografie, um Arbeiten zu schaffen, die Identität und psychologische Fragilität im digitalen Zeitalter erforschen. In ihren Performances, zwischen experimentellem Musiktheater, Doomscrolling und intensiver Figurenarbeit – unterwandert sie mit Gewalt aufgeladene Figuren wie Polizisten, Soldaten oder Amokläufer, indem sie diese durch ein Gemisch aus Tragik und Absurdität dekonstruiert.

In ihrer neuen Arbeit untersucht Magnea, wie Prekarität und wirtschaftliche Ausweg­losigkeit den perfekten Soldaten hervorbringen – und wie der Staat die Lücke füllt, die entsteht, wenn Beruf oder Gemeinschaft keine stabile Identität bieten können. Auf der Bühne verkörpert die Künstlerin sowohl den mythenbildenden männlichen Genie-Künstler als auch die Diplomatengattin – eine autoritäre Machtfigur, die Ideologie als Ersatzbindung für Einsame, Liebesarme und Ziellose anbietet. 

What’s a Mob to a King (Plot-twist Redemption) zeichnet nach, wie Ideologie in den Körper eindringt und wie Heldentum zerfällt in einer Zeit, in der Krieg zu konsumierbarem Inhalt wird und die Front zur TikTok-Bühne. In einer Ära neuer Offenheit, in der Ungerechtigkeiten nicht länger verschleiert werden müssen, fragt Liina Magnea, was uns noch verführt. Denn was verführt, ist immer auch, zum Teil, eine Frage der Ästhetik. Selbst der Bösewicht. Vielleicht gerade er.

Abendzettel

Einfach gesagt

Liina Magnea zeigt ein Stück über Arbeit. Wenn das Leben nur noch aus Arbeit besteht, wird es zu viel. Menschen geben sich selbst auf – für das Land, in dem man lebt, für eine Firma oder für eine Idee. Das Stück fragt: Wer bestimmt, was Sinn ist? Es zeigt, wie Menschen beeinflusst werden und wie schwer es ist, das zu erkennen.

Die Performance thematisiert Krieg, Militarismus, Rekrutierung und Aufrüstung. Es kommt zur Darstellung von staatlicher, patriarchaler und Waffengewalt durch Symbole, Requisiten, Sprache und Gesten sowie von körperlicher und psychischer Gewalt und Suizid. Es werden Alkohol, Depression und Sucht thematisiert.

Die Infos zur Barrierefreiheit sind in Arbeit und werden so bald wie möglich erweitert. Wenn bis dahin Fragen offenbleiben, wenden Sie sich gerne an die Kommunikationsabteilung unter barrierefreiheit@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 35. Bitte beachten Sie, dass sich Einzelheiten gegebenenfalls bis zum Veranstaltungstag ändern. Sollten Sie deshalb erst nach dem Erwerb Ihres Tickets erfahren, dass die Vorstellung für Sie nicht länger barrierefrei ist, können Sie uns bis 5 Werktage nach der Veranstaltung für eine Ticketrückgabe unter ticketing@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 45 kontaktieren (Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr). 

Dauer

  • Ca. 60 Min. ohne Pause

Sprache

  • deutsche, englische und finnische Lautsprache  
  • sehr textlastig 

Licht

  • Dunkle Lichtstimmung
  • Es gibt Stroboskoplicht, abrupte Lichtwechel und blendendes Licht
  • es gibt Momente kompletter Dunkelheit
  • Abrupte Lichtwechsel, Strobo, blendendes Licht, Nebel und andere Effekte kommen vor.

Sound

  • Es wird laut.
  • Es treten plötzliche Geräusche auf.
  • Es wird an einigen Stellen geschrien.

Sonstige Effekte

  • Es wird Bühnennebel verwendet

 Publikum

  • Bestuhlte Tribüne
  • 2 Sitzsackplätze nach Verfügbarkeit
  • 2 Rollstuhlpätze buchbar nach Verfügbarkeit
  • Während der Show kann der Raum für Personen, die den Aufzug benutzen oder zu den barrierefreien Toiletten gelangen wollen, nur über die Bühnenfläche verlassen werden

 Early Boarding

Tickets

  • Über das Kartentelefon reservierbar unter 030 283 52 66, Montag bis Freitag von 16-18 Uhr
  • Über den Online-Ticketshop
  • An der Abendkasse

Weitere Informationen zur Barrierefreiheit am Haus finden Sie außerdem hier.

Choreografie, Performance, Text: Liina Magnea
Performance: Noah Rees, Konstantin Wloch
Musikkomposition, Text: Hjörtur Hjörleifsson
Licht, Bühne: Astrid K. Nylander
Kostüm: Anna Philippa Müller
Kostümassistenz: Anna Melnikova

Eine Produktion von Liina Magnea in Koproduktion mit Sophiensæle. Gefördert durch das Swedish Art Council und das Icelandic Art Center. Never Work – Internationales Performance-Festival ist ein Festival der Sophiensæle, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds. Die Sophiensæle werden gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Medienpartner: Berlin Art LinkMissy MagazineSiegessäuletaz.

Liina Magnea ist eine in Berlin lebende Künstlerin, die in den Bereichen Performance, Musik, Choreografie und Film arbeitet. Ihre Praxis ist geprägt von einer Faszination für das immaterielle Gesamtkunstwerk und verbindet verschiedene Disziplinen zu fließenden Arbeiten, die die fragmentierte Logik des digitalen Zeitalters widerspiegeln. Ausgehend von Phänomenen wie Doomscrolling untersucht sie Fragen von Identität, psychischer Fragilität und zwanghaftem Verhalten.

In ihren Performances greift Magnea aufgeladene Figuren wie Polizist*innen, Soldat*innen oder Amokläufer*innen auf, die sie durch ein Zusammenspiel von Tragik und Absurdität dekonstruiert. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Theatralität und Zusammenbruch und untersuchen, wie konstruierte Realitäten in Zeiten der Instabilität als Bewältigungsstrategien funktionieren können.

Ihre Arbeiten wurden u.a. an der Volksbühne Berlin, dem KW Institute for Contemporary Art, der Schirn Kunsthalle Frankfurt, dem MUDAM Luxemburg, MDT Stockholm, Centrale di Fies und dem Steirischen Herbst gezeigt.

  • Eine Person in Tarnanzug und Baskenmütze sitzt auf einem Stuhl und hält eine Waffe; im Hintergrund eine großformatige Landschaftsmalerei. Rechts im Bild tanzt eine weitere Person in weißem Kleid im Dunkeln. Auf der Leinwand sind zwei Schattensilhouetten sichtbar.
    © Emma Annell
  • Zwei Personen in Unterhemden knien auf einer dunklen Bühne, umgeben von auf dem Boden verstreuter Militärkleidung. Eine Person hält eine Waffe erhoben, beide blicken in die Kamera. Das Bild ist leicht verwackelt.
    © Emma Annell