Colleen Ndemeh Fitzgerald: After Work Tours #3 – Sophiensæle | Freies Theater in Berlin

Colleen Ndemeh Fitzgerald: After Work Tours #3

Eine Person in gemustertem orangefarbenem Kleid liest aus einem Buch vor, die Arme tätowiert; im Hintergrund eine verwitterte Wand und ein Korb auf einem Heizkörper.

Die Sophiensæle befinden sich in einem Gebäude voller Geschichten – davon zeugen Verzierungen an den Decken, Risse in den Wänden, Zeichnungen auf alten Türen,  genauso wie Geister und Erinnerungen, die dieses Haus bewohnen. Die Wände, Treppenhäuser und Säulen erzählen dabei auch viel über den Wandel von Arbeit in den 120 Jahren ihrer Existenz – und über Emanzipation, Widerständigkeit, Demokratisierung und Selbstorganisation, genauso wie über Gewalt, Zwang und Ausbeutung, die sich in und mit ihr manifestierten.

Ausgehend vom Format der Historischen Hausführungen, die regelmäßig in den Sophiensælen angeboten werden, entwickeln drei Berliner Künstlerinnen neue ortsspezifische Performances als Auftragsarbeiten für das Festival.

Die Geister der kolonialen Vergangenheit sind hier bei uns. 
Sie gehen dieselben Gänge entlang, streichen mit den Fingern über dick verputzte Wände,
spüren den Mineralien aus ihren Bergen nach, die darunter verborgen liegen.
Die Widerstandskämpfer*innen der kolonialen Gegenwart kommen, um uns zu holen. Keine Geduld für langsamen Wandel.
Keine sanften Worte, um schwache Herzen zu trösten.

Für diese Tour gehen wir gemeinsam durch die Räume der Sophiensæle und erinnern uns an die Arbeit – besonders die Arbeit von Afrikaner*innen –, die Europa still und leise aufgebaut hat. Wir werden das Gewicht dieser Arbeit spüren.

Ich frage mich: Wie schwer wiegt die Last einer unterbrochenen Zukunft?
Wie sieht es mit einer Million unterbrochener Zukünfte aus?
Wie schwer ist der Gedanke an verlorene Vorfahren?
Wieviele Rücken braucht es, um all dieses Gewicht zu tragen?

Die Tour thematisiert koloniale Gewalt.

Dauer

  • Ca. 45 Min. ohne Pause

Sprache

  • englische Lautsprache

 Publikum

  • Das Publikum bewegt sich mit der Performerin durch das Gebäude
  • Die Tour beinhaltet Treppensteigen. Es gibt keine alternativen Routen mit dem Aufzug
  • Das Publikum trägt Wasserkanister
  • Es kann an einigen Stellen dazu kommen, dass Wasser verschüttet wird und somit Rutschgefahr besteht
  • Es gibt während der Tour nur an wenigen Momenten die Möglichkeit sich zu setzen
  • Tragbare Museumshocker sind vorhanden und werden vor der Tour bei Bedarf verteilt

Interaktion

  • das Publikum wird gebeten Wasserkanister zu tragen

Licht

  • es gibt einen Abschnitt der Tour, der sehr dunkel ist

Sound

  • Es wird Musik eingespielt. An einer Stelle der Tour kann es laut werden.

Tickets

Weitere Informationen zur Barrierefreiheit am Haus finden Sie außerdem hier.

Konzept, Performance: Colleen Ndemeh Fitzgerald
Sound Design: NANCLA

After Work Tours #3 entsteht in Kooperation mit den Sophiensælen im Rahmen des Festivals Never Work.Never Work – Internationales Performance-Festival ist ein Festival der Sophiensæle, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds. Die Sophiensæle werden gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Medienpartner: Berlin Art LinkMissy MagazineSiegessäuletaz.

Colleen Ndemeh Fitzgeraldist multidisziplinäre Performancekünstlerin, Aktivistin und Kulturarbeiterin mit Wurzeln in der Kpelle-Gemeinschaft (Liberia) und der irisch-amerikanischen Diaspora. Ihre bewegungsbasierte Praxis ist in afrodiasporischen, westafrikanischen und zeitgenössischen Tanztechniken verwurzelt und zentriert ihre feministische, antirassistische und antikoloniale Haltung. Sie hat einen BA in Tanz und Anthropologie vom Bates College (USA) sowie einen MA mit Auszeichnung in Performance von der Universität der Künste Berlin – HZT (Deutschland). Sie hat in Nord- und Südamerika, Westafrika und Europa performt und unterrichtet. Von 2014 bis 2019 lebte sie in Buenos Aires, Argentinien, wo sie sich künstlerisch und politisch in afrodiasporischen Communities engagierte. Dort war sie Mitbegründerin von Kukily, einem afrofeministischen Kunstkollektiv, das grenzübergreifend in den Bereichen Performance, audiovisuelle Medien, Installation und community-orientierte Projekte arbeitet. 2024 wurde Kukily zur Lagos Biennale eingeladen.

  • Eine Person in gemustertem orangefarbenem Kleid liest aus einem Buch vor, die Arme tätowiert; im Hintergrund eine verwitterte Wand und ein Korb auf einem Heizkörper.
    © Mayra Wallraff
  • Eine Person in gemustertem orangefarbenem Kleid und langen Ohringen lehnt lächelnd an einer verwitterten Wand; neben ihr ein Korb auf einem alten Heizkörper.
    © Mayra Wallraff
  • Eine Person in gemustertem orangefarbenem Kleid steigt eine historische Holztreppe hinauf und hält einen Korb in der Hand. Im Hintergrund folgen weitere Personen.
    © Mayra Wallraff
  • Eine Person in gemustertem orangefarbenem Kleid liest aus einem Buch vor; um sie herum steht eine Gruppe von Personen, mehrere halten gelbe Fächer. Verwitterter Innenhof.
    © Mayra Wallraff
  • Eine Person in gemustertem orangefarbenem Kleid und gelben Schuhen steht vor einer roten Backsteinwand mit einem Rundbogentor. Vor ihr stehen verschiedene Eimer und Kanister.
    © Mayra Wallraff
  • Eine Person in gemustertem orangefarbenem Kleid liest in einem Innenhof aus einem Buch vor; um sie herum stehen und sitzen mehrere Personen. Im Vordergrund bunte Eimer und Kanister, im Hintergrund eine rote Backsteinwand.
    © Mayra Wallraff
  • Eine Person in gemustertem orangefarbenem Kleid steigt eine historische Holztreppe hinauf und hält Korb und Buch in der Hand. Dahinter folgen weitere Personen im Sonnenlicht.
    © Mayra Wallraff