Colleen Ndemeh Fitzgerald: After Work Tours #3 – Sophiensæle | Freies Theater in Berlin
Colleen Ndemeh Fitzgerald: After Work Tours #3
Die Sophiensæle befinden sich in einem Gebäude voller Geschichten – davon zeugen Verzierungen an den Decken, Risse in den Wänden, Zeichnungen auf alten Türen, genauso wie Geister und Erinnerungen, die dieses Haus bewohnen. Die Wände, Treppenhäuser und Säulen erzählen dabei auch viel über den Wandel von Arbeit in den 120 Jahren ihrer Existenz – und über Emanzipation, Widerständigkeit, Demokratisierung und Selbstorganisation, genauso wie über Gewalt, Zwang und Ausbeutung, die sich in und mit ihr manifestierten.
Ausgehend vom Format der Historischen Hausführungen, die regelmäßig in den Sophiensælen angeboten werden, entwickeln drei Berliner Künstlerinnen neue ortsspezifische Performances als Auftragsarbeiten für das Festival. Die After Work Tours nehmen einzelne Momente zwischen Vergangenheit und Gegenwart, persönlicher Erinnerung und politischer Geschichte als Ausgangspunkt für künstlerische Erforschungen des Gebäudes – und erzählen davon, wie Arbeit Körper, Biografien und Vorstellungen prägt.
Nach ihrer erfolgreichen Produktion bei den Tanztagen Berlin 2026 über die kolonialen Beziehungen zwischen Deutschland und Liberia, bietet die multidisziplinäre Performancekünstlerin, Aktivistin und Kulturarbeiterin Colleen Ndemeh Fitzgerald zum Festivalabschluss eine After Work Tour an.
Konzept, Performance: Colleen Ndemeh Fitzgerald
Sound Design: NANCLA
After Work Tours #3 entsteht in Kooperation mit den Sophiensælen im Rahmen des Festivals Never Work.Never Work – Internationales Performance-Festival ist ein Festival der Sophiensæle, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds. Die Sophiensæle werden gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Medienpartner: Berlin Art Link, Missy Magazine, Siegessäule, taz.
Colleen Ndemeh Fitzgerald ist multidisziplinäre Performancekünstlerin, Aktivistin und Kulturarbeiterin mit Wurzeln in der Kpelle-Gemeinschaft (Liberia) und der irisch-amerikanischen Diaspora. Ihre bewegungsbasierte Praxis ist in afrodiasporischen, westafrikanischen und zeitgenössischen Tanztechniken verwurzelt und zentriert ihre feministische, antirassistische und antikoloniale Haltung. Sie hat einen BA in Tanz und Anthropologie vom Bates College (USA) sowie einen MA mit Auszeichnung in Performance von der Universität der Künste Berlin – HZT (Deutschland). Sie hat in Nord- und Südamerika, Westafrika und Europa performt und unterrichtet. Von 2014 bis 2019 lebte sie in Buenos Aires, Argentinien, wo sie sich künstlerisch und politisch in afrodiasporischen Communities engagierte. Dort war sie Mitbegründerin von Kukily, einem afrofeministischen Kunstkollektiv, das grenzübergreifend in den Bereichen Performance, audiovisuelle Medien, Installation und community-orientierte Projekte arbeitet. 2024 wurde Kukily zur Lagos Biennale eingeladen.