Sophienstrasse 18
10178 Berlin-Mitte
Saison 24/25
17:00
Start: Zur letzten Instanz (Waisenstraße 14-16, 10179 Berlin)
Performativer Spaziergang Ticket
Tanz Ticket Premiere
Post-Drag-Comedy Ticket Premiere
Tanz Ticket Premiere

DIE KUNST, VIELE ZU BLEIBEN Tag 1

ohne text
DIE KUNST, VIELE ZU BLEIBEN Tag 1
Symposium
Deutsch

Zum Programm von Tag 2 hier (u.a. mit András Dömötör, Zeyno Pekünlü, Jan Sowa, Göksu Kunak, Joana Tischkau)

Der Fonds Darstellende Künste realisiert mit DIE KUNST, VIELE ZU BLEIBEN gemeinsam mit Partner*innen aus dem Bereich der Freien Darstellenden Künste Foren an neun Stationen bundesweit – mit Performance, Aktion und Debatte in vielfältigen Zusammenkünften für Kunst, Freiheit und Demokratie. Ziel ist es sich im vielstimmigen Austausch der wohl drängendsten Aufgabe der Gegenwart zu stellen: Der Kunst, Viele zu bleiben.

Die zwei Tage in den Sophiensælen und dem Chamäleon Theater widmen sich unterschiedlichen Formen des Widerstands gegen Rechts, Hass und Diskriminierung. In Workshops, Impuls-Vorträgen und Diskussionen werden am ersten Tag mögliche Allianzen und Solidaritäten erörtert, u.a. mit der Initiative der Berliner DIE VIELEN sowie Künstler*innen wie Joana Tischkau & Team, Sookee, Luce deLire oder Oliver Zahn.

 

Freitag, 21.06.2024

10:30–11:30
DIE KUNST, VIELE ZU BLEIBEN – Allianzen und Solidaritäten gegen Antisemitismus!

mit Shlomi Moto Wagner (Performance-Künstler, Opernsänger) & Heinrich Horwitz (Regisseur*in, Choreograf*in, Schauspieler*in), Noam Brusilovsky (Theater- und Hörspielmacher) u.a.

Angesichts weltweiter geopolitischer Krisen und Konflikte sowie des überall erstarkenden Antisemitismus, auch und nicht zuletzt in Deutschland, moderiert die Journalistin und Autorin Shelly Kupferberg einen Raum mit verschiedenen Positionen und (künstlerische) Visionen für Allianzen und Solidaritäten gegen Antisemitismus. Welche Impulse können aus diesen Positionen mitgenommen werden in den politischen Diskurs? Das diskutiert Kupferberg im Anschluss mit dem Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus Dr. Felix Klein.

  • Chamäleon Theater

 

11:45–13:15
Arbeitsphase I: Workshops & Diskursformate

Wissen: Antisemitismus-Begriff und gegenwärtige Debatten
Working Session von Prof. Uffa Jensen, Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin

In den letzten Jahren wurde die Kunstszene immer wieder von Antisemitismus-Skandalen erschüttert. Einladungen, Ausladungen, Boykotte, Cancel Culture. Die Arbeitssession gibt einen Überblick über den Antisemitismusbegriff in verschiedenen Kontexten und ordnet diesen historisch ein.

  • Chamäleon Theater

Allianzen: DIE KUNST, VIELE ZU BLEIBEN
Diskurs und Vernetzung mit der Berliner Initiative Die Vielen (Teil 1)

In den letzten Jahren haben sich viele zivilgesellschaftliche Bündnisse im Schulterschluss mit Akteur*innen aus Kunst und Kultur zusammengefunden, um sich mit Aktionen, Ansprache und Austausch für die im Grundgesetz verankerten Rechte und Freiheiten unserer Demokratie einzusetzen und sich gegen Hass, Hetze, Diskriminierung und Rechtsextremismus zu engagieren.

Die Berliner Die Vielen stellen in zwei Arbeitssessions ihre Arbeit und letzten Aktionen vor. Fragen zum wie, wo, wann, mit wem, auf welche Weise sind herzlich Willkommen. Weitere Aktionsbündnisse und Initiativen sind in dieser Arbeitsrunde zu Gast (u.a. BFDK/Programm: Demokratie fördern). Es geht um Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch und um praktische und bewährte Beispiele, wie sich jede*r einzeln*e aktiv beteiligen kann.

  • Kantine (Sophiensæle)

Praxis: „Hitlergrüße und Theaterpistolen“
Vortrag von Oliver Zahn über die Schwellen, an denen die Kunst aufhört.

Oliver Zahn betrachtet anhand von Praxis-Beispielen aus über zehn Jahren künstlerischer Recherche die Trennlinien zwischen dem, was als Kunst erlaubt ist, und dem, was statt dessen gesetzlich verboten ist - von der Hitlergruß-Geste bis hin zu Terroranschlägen in Deutschland in der jüngsten Vergangenheit.

  • Hochzeitssaal (Sophiensæle)

 

14:30–15:45
Keynotes

von Sookee, (Musikerin, Antifaschistin, Mutter), Şeyda Kurt (Journalist*in, Buchautor*in, Speaker*in) und Luce deLire (Philosophin, Autorin, Medientehoretikerin)

  • Informationen folgen in Kürze
  • Hochzeitssaal (Sophiensæle)

 

16:00–17:30
Arbeitsphase II: Workshops & Diskursformate

Wissen: „Entnazifiziert euch!"
Workshop mit Luce deLire

Anhand von Originaltexten widmet sich dieser Workshop Strategien, mit denen die Gerichte der jungen Bundesrepublik NS Verbrechen straffrei gehalten haben. Geschaut werden soll auch auf die Rolle deutscher Rechtsprechung in der finanziellen Stabilisierung des Westdeutschlands der 1950er und 60er Jahre. Am Beispiel von Rechten für trans* Menschen im Selbstbestimmungsgesetz soll es schließlich um die Kontinuitäten dieser Praktiken in der Gegenwart gehen.

  • Hochzeitssaal (Sophiensæle)

Allianzen: DIE KUNST, VIELE ZU BLEIBEN
Diskurs und Vernetzung mit der Berliner Initiative Die Vielen (Teil 2)

Moderation: Eva Hartmann.

Die Berliner Die Vielen stellen in zwei Arbeitssessions ihre Arbeit und letzten Aktionen vor – im zweiten Teil am Nachmittag geht es um kommende Aktionen und Projekte, deren Planung, Organisation und Beteiligung. Fragen zum wie, wo, wann, mit wem, auf welche Weise sind herzlich Willkommen.

  • Kantine (Sophiensæle)

Praxis: „Warum hat mir das niemand gesagt?"
Über eine offene und offensive Erinnerungskultur

Ein Workshop von i can be your translator (Linda Fisahn, Christoph Rodatz)

Wer nicht weiß, kann nicht erinnern. 2015 entschied sich die Gruppe i can be your translator, sich mit den so genannten Euthanasie-Morden an Menschen mit Behinderung im Nationalsozialismus zu beschäftigen. Einige Mitglieder hatten schon etwas von diesem Thema gehört. Einige wären selber davon betroffen gewesen. Und einigen war das Thema vorenthalten worden, um sie zu "schützen“. In ihrer zweijährigen Recherche für das Stück „Das Konzept bin ich" stellte die Gruppe fest, wie groß die Lücken bei der Aufarbeitung und der Erinnerung an die Morde noch immer sind und welche Kontinuitäten sich bis heute nachzeichnen lassen. Im Rahmen des Workshops berichtet i can be your translator von ihren oft herausfordernden, künstlerischen Arbeitsprozessen und erproben einige ihrer Herangehensweisen.

  • The Cave (Chamäleon Theater)

20 Uhr, Hochzeitssaal (Sophiensæle)
„Bitter Fields“
Performance von les dramaturx

Bitter Fields ist eine aktivistische Recherche-Revue aus ¾ weißen Flecken, ⅝ dramatischen Gedankengängen und 100 % Erkenntnisblitz. Das Performance-Kollektiv les dramaturx fragt sich, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Erstarken der politischen Rechten und dem Klimawandel gibt, und sie kommen zu der bitteren Erkenntnis, dass sie selbst viel stärker verstrickt sind, als ihnen lieb ist.

 

20 Uhr, Chamäleon Theater
„Showdown”

Talentshow-Satire von Upswing & Chamäleon Theater


Eine verspielte Satire, die Fragen nach Vielfalt, Identität und Wettbewerb stellt und dabei beißende Komik mit erstklassiger Akrobatik und Unterhaltung verbindet. Was passiert, wenn Identität zur Ware wird? Und wie weit sind wir bereit für den Erfolg zu gehen? Während alle vom Survival of the Fittest sprechen, sucht „Showdown“ den Weg zum Überleben und zur Entfaltung in der Zusammenarbeit.

 

20:30, Festsaal (Sophiensæle)
„The Last Supper“
Performance von MEXA

In Anlehnung an das letzte Abendmahl lädt das brasilianische Kollektiv MEXA zu einer Bankett-Performance über Abschiede. Zwischen Gerichten und Geschichten verflechten sich die Leben der Performer*innen mit religiösen Motiven. Ein festlicher und nachdenklicher Abend über die Verpflichtung, die Geschichten derer zu erzählen, die sie nicht erzählen können – und ein explosiver Moment der Vereinigung, der das Gelübde der Solidarität erneuert.

Gesamtkuration: Felizitas Stilleke
Ko-Kuration: Franziska Werner
Dramaturgie: Fabian Lettow
Assistenz Gesamtkuration: Kate Fenderl
Szenografie: Philine Rinnert
Mitarbeit Szenografie: Lotte Dohmen
Technische Leitung, Lichtdesign: Anahí Pérez
Technische Assistenz: Rio Theis
Kommunikation: Sarah Rosenau
Produktionsleitung: krass&krasser (Franziska Bald, Ann-Kristin Meivers, Lara Yilmaz) 
Projektleitung Fonds Darstellende Künste: Björn Frers, Steffen Klewar
Projektkoordination Fonds: Anna Kondring
Kommunikation Fonds: Anne John, Carolin Meyer
Grafikdesign: Uta Oettel
Videodesign: Roman Hagenbrock
Übersetzung: Christopher Langer

Der Fonds Darstellende Künste e.V. und die Sophiensæle haben die Erklärung der Vielen unterzeichnet und unterstützen die aktuelle Kampagne für eine offene, diverse Gesellschaft in Demokratie und gegen Rechtsextremismus!

DIE KUNST, VIELE ZU BLEIBEN. Bundesweite Foren für Kunst, Freiheit und Demokratie ist eine Veranstaltungsreihe des Fonds Darstellende Künste in Kooperation mit dem Goethe-Institut, Chamäleon Berlin, fabrik Potsdam, FFT Düsseldorf, Hans Otto Theater Potsdam, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, HAU Hebbel am Ufer Berlin, Impulse Theater Festival, Kunstfest Weimar 2024, LOFFT – DAS THEATER Leipzig, OSTEN Festival Bitterfeld-Wolfen, Plattenstufen-Festspiele präsentiert vom PHOENIX Theaterfestival Erfurt, Residenz Schauspiel Leipzig, Societaetstheater Dresden, Sophiensӕle Berlin, Zentralwerk e.V. Dresden, Zirkustheater Festival Dresden. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR.

Sophiensæle, Chamäleon Theater