Sophienstrasse 18
10178 Berlin-Mitte
Saison 24/25

Jule Flierl:
Time out of Joint

Web2_Time.out.of.Joint_Derin Cankaya
Jule Flierl:
Time out of Joint
Tanz/Stimm-Performance
Auf Englisch / Mehrsprachig

Premiere 

Time out of Joint ist ein groteskes Varieté über das Gesagte und das Unaussprechliche im Geschäft von Politikerinnen*. Die Performance zerlegt historische Sprechakte, verlagert rhetorische Virtuosität in den tanzenden Körper und choreografiert die Stimme als Kampfplatz um politische Repräsentation.

Auch das Zuhören ist nicht neutral oder objektiv. In der westlichen Politikgeschichte wird der weibliche Körper bis heute mit gefährlichen Tendenzen wie Regellosigkeit, Undicht-Sein und Irrationalität gleichgesetzt und als Bedrohung für die patriarchale Ordnung beargwöhnt (Anne Carson). Umso mehr gilt es, die Rednerinnen zu feiern, die sich nicht auf künstlich konstruierte Gegensätze zwischen Sprache und Stimme, Ordnung und Chaos, Zurückhaltung und Ausufern, männlich und weiblich oder Geist und Körper einließen und rhetorische Strategien entwickelten, die den binären Hörgewohnheiten trotzten. 

Mit behuften Fußtänzen vertiefen sich die Performer*innen in die Absurdität westlicher Politikgeschichte, sammeln Wort-Munition für die andauernden Kämpfe und trainieren den destabilisierenden Tonfall. Time out of Joint mobilisiert mit seinen rhythmischen Tänzen und geräuschhaft-musikalischen Ansprachen Rosa Luxemburgs „Taktik der Taktlosigkeit“ als choreografisches Prinzip. 

Wenn aus den folgenden Informationen Fragen offenbleiben, wenden Sie sich gerne an Hannah Aldinger unter barrierefreiheit@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 35. Bitte beachten Sie, dass sich Einzelheiten gegebenenfalls bis zum Veranstaltungstag ändern. Sollten Sie deshalb erst nach dem Erwerb Ihres Tickets erfahren, dass die Vorstellung für Sie nicht länger barrierefrei ist, können Sie uns bis 5 Werktage nach der Veranstaltung für eine Ticketrückgabe unter ticketing@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 45 kontaktieren (Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr).

Dauer

  • ca. 90 Minuten

Sprache

  • Englisch, Deutsch, Italienisch, Hindi
  • Einspieler von politischen Rednerinnen in verschiedenen Lautsprachen 

Bühne

  • Die Bühne wird an zwei Seiten von Tribünen gesäumt.

Licht

  • Häufiger Wechsel zwischen hell und dunkel.
  • Lichtsituation grundlegend eher hell gehalten.
  • An allen vier Seiten der Bühne hängen Lichtquellen mit Neonröhren in verschiedenen Farben (rot, grün, blau) von der Decke. Zwei der Lichtquellen hängen jeweils über den ersten Sitzreihen.
  • In der Mitte der Bühne hängt ein Lichtobjekt mit Neonröhren von der Decke, das mehrmals im Stück leicht hin und her schwankt.
  • In mehreren Momenten gibt es schnelle Lichtwechsel und flackerndes Licht.

Sound

  • Mehrfacher Einsatz von plötzlich knallenden Geräuschen sowie von Einspielern von Redebeträgen und Applaus.
  • Mehrfaches Ein- und Aussetzen von Metronom-Ticken mit variierendem Takt.
  • Ab der zweiten Hälfte des Stückes gezielter Einsatz von lauten Rückkoppelungs-Geräuschen sowie Klopf- und Schürf-Geräuschen durch das Mikrofon. Ein paar Mal fällt das Mikrofon laut zu Boden.
  • Ab der zweiten Hälfte des Stückes zunehmende Überlagerung von Geräuschen und Tönen bis sich diese zu einem Dröhnen vermischen und als Vibration über die Tribüne haptisch spürbar werden.
  • Im letzten Drittel der Performance überwiegend flüsterndes Sprechen.

Atmosphäre

  • Durch die Überlagerung von Tönen und die Entwicklung zu einem dröhnenden Geräusch wird an der entsprechenden Stelle eine bedrohliche Stimmung erzeugt.

Sonstige Effekte

  • An einer Stelle im letzten Drittel gibt es Rauch an einer Seite der Bühne.

Publikum

  • Publikumsbereich überwiegend beleuchtet
  • Es gibt zwei bestuhlte Tribünen im Saal, die sich parallel gegenüberstehen. Zwischen den beiden Tribünen befindet sich die Bühne.
  • 2 Sitzsackplätze buchbar nach Verfügbarkeit
  • 2 Rollstuhlplätze buchbar nach Verfügbarkeit
  • Die Performer*innen sitzen zu Beginn im Publikum verteilt. Sie agieren dort nacheinander und beginnen plötzlich einzeln aus dem Publikum zu sprechen.
  • Mehrmals kommen die Performer*innen nah ans Publikum.
  • In einer Szene wird das Publikum dazu aufgefordert mehrmals eine Parole zu skandieren.
  • In einer weiteren Szene werden einzelne Menschen aus dem Publikum direkt fragend angesprochen mit der Aufforderung zur Antwort.

Early Boarding

Falls die Tür zum Saal aus künstlerischen Gründen erst sehr kurz vor Vorstellungsbeginn öffnet, besteht die Möglichkeit zum Early Boarding.

Tickets

  • Über das Kartentelefon reservierbar unter 030 283 52 66, Montag bis Freitag von 16-18 Uhr
  • Über den Online-Ticketshop
  • An der Abendkasse

Weitere Informationen zur Barrierefreiheit finden Sie außerdem hier.

KONZEPT, CHOREOGRAFIE Jule Flierl CHOREOGRAFIE, PERFORMANCE Sonya Levin, Parvathi R., Maria Walser, Mariagiulia Serantoni DRAMATURGIE Luise Meier SOUND, RESEARCH Edka Jarząb Bühne Vera Pulido LIGHT DESIGN Sandra E. Blatterer KOSTÜME Giulia Paolucci PRODUKTION Alexandra Wellensiek

Eine Produktion von Jule Flierl in Koproduktion mit SOPHIENSÆLE, ICI—Centre chorégraphique national Montpellier Occitanie / Leitung Christian Rizzo im Rahmen des Residenz-Programmes accueil-studio (Montpellier), Maison de la culture d'Amiens (Amiens), CFB (Berlin). Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds Berlin und Fonds Transfabrik, ein Deutsch-Französischer Fonds für die darstellenden Künste. Jule Flierl wird unterstützt im Programm apap – FEMINIST FUTURES kofinanziert durch das Creative Europe Programm der EU. Medienpartner: taz. 

Jule Flierl will das Verhältnis zwischen Sehen und Hören ins Wanken bringen: Was man sieht, ist nicht immer das, was man hört, und was man hört, ist nicht immer das, was man sieht. Jule ist davon fasziniert, wie sich die Vorstellungen vom Körper Kontext-spezifisch verändern und dass die Stimme als Technologie des Selbst immer wieder neue Beziehungen zum Körper findet. Jule absolvierte SEAD-Salzburg, EXERCE Montpellier und studiert kontinuierlich die "Lichtenberger Methode". Als Tänzerin arbeitete Sie u.a. mit Meg Stuart, Tino Sehgal, Martin Nachbar, Gintersdorfer/Klassen und Anna Nowicka.

  • Web2_Time.out.of.Joint_Derin Cankaya
    © Caroline Böttcher
  • Web2_Time.out.of.Joint_Derin Cankaya
    © Caroline Böttcher
  • Web3_Time.out.of.Joint_Derin Cankaya
    © Caroline Böttcher
  • Web4_Time.out.of.Joint_Derin Cankaya
    © Caroline Böttcher
  • Web5_Time.out.of.Joint_Derin Cankaya
    © Caroline Böttcher
Festsaal
Festsaal
Festsaal
Festsaal
Premiere