Schattentrilogie

Naoko Tanaka

Ausstellung

Naoko Tanakas künstlerisches Schaffen kreist um die Visualisierung geheimnisvoller Welten und Gefühle – eine Wahrnehmung, die sich dem kindlichen Empfinden annähert. Damit emanzipiert sie sich vom System der Sprache, deren zahlreichen Rahmungen und Vor-Annahmen dazu führen, Wahrgenommenes unwillkürlich einzuordnen. Wie bei den einzelnen Teilen der Schattentrilogie verstärkt das Zusammenspiel von Licht und Schatten auch hier die eigentümliche Wirkung der Objekte, die zwischen Vertrautem und Unheimlichen changieren. Ausgestellt sind Fotocollagen sowie grafische und plastische Arbeiten, die aus den Entstehungsphasen der Stücke stammen und vom Schaffensprozess erzählen. Grundlage der hier versammelten dreidimensionalen Objekte und der daraus erwachsenden Konstellationen und Choreografien bilden Zeichnungen. Sie erwecken im ersten Moment den Eindruck, vorgefundene Gegenstände zu verrenken und damit auf den Eigensinn alltäglicher Materialien wie Holz und Metall zu verweisen. Doch dieser Eindruck täuscht, denn Naoko Tanaka geht keineswegs von bereits vorhandenen Signalen und Objekten aus. Ihre Arbeiten entstehen vielmehr aus dem Wunsch heraus, einem immateriellen Abdruck eine Gestalt zu verleihen und jene traumgleichen Vorstellungen greifbar zu machen. Der organische Zustand der modellierten Objekte zeugt stets von Vergänglichkeit: Wie mitten in einer Bewegung erstarrt, wird die Zeitlichkeit jeder Betrachtung greifbar. Dasselbe gilt für die auf eine frei zu umschreitende Leinwand projizierten Grafiken. Die Projektion konterkariert deren ursprüngliche Materialität und verfremdet, belebt und interpretiert sie durch Licht. Die dadurch entstehenden performativen Effekte sorgen für eine unkalkulierbare Resonanz in ihrer unmittelbaren Umgebung und schlagen so eine Brücke zu den parallel stattfindenden Aufführungen.

 



NAOKO TANAKA studierte Malerei und Bildhauerei an der Universität der Künste in Tokio und kam 1999 als Stipendiatin der Kunstakademie Düsseldorf nach Deutschland, wo sie mit der Performance- und später der Tanzszene in Berührung kam. Ihre Arbeiten wurden u. a. 2004 auf der Kunstfilm Biennale im Kölner Museum Ludwig und im Rahmen des Emprise Art Award im Düsseldorfer Forum NRW, sowie im Museum Baden in Solingen ausgestellt. Seit der Gründung des Künstlerkollektivs Ludica. mit dem Choreografen Morgan Nardi im Jahr 2001 entwickelt sie Bühnenperformances und Tanz-Installationen, in denen Choreografie und Visuelle Kunst eine enge Verbindung eingehen. Ludica. wurde mit seiner Produktion The corner zur Tanzplattform Deutschland 2010 eingeladen. Für die Produktion Die Scheinwerferin erhielt Naoko Tanaka 2012 den Prix Jardin d'Europe in Wien. 2012 wurde die Performance auch an den Sophiensælen gezeigt, gefolgt von der Premiere von Absolute Helligkeit im gleichen Jahr. Mit Unverinnerlicht (2015) schloss sie ihre Schattentrilogie ab, die 2017 komplett zu sehen war.

 

www.naokotanaka.de





Ausstellung


Aufführungen

2017
februar
09 11 12 
18:00-22:00 UHR


ORT
Kantine




Suitable for English Speakers















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