Laurent Chétouane

Tanzstück #4 : leben wollen ( zusammen )

Laurent Chétouane

?Tanzstück #4? stellt mit fünf Tänzerinnen und Tänzer die Frage nach dem realen Körper im Raum in einer zunehmend virtualisierten Welt. Der Körper wird in Chétouanes Tanzsprache begriffen als ein Ort der Abwesenheit, in dem das Subjekt seinen ?Leib? erst durch die Reflexion mittels Bewegungen über seine Präsenz(en) gegenüber Zeit (Erinnerungen, Traumata, Bilder) und Raum (Wahrnehmung in der Gegenwart) rekonstruieren kann.
Was bedeutet das für das ?Zusammenleben? in einer Gesellschaft, in der nur Ichs zu existieren scheinen und in der sich doch viele nach einem neuen Kollektiv sehnen? Was bedeutet ?Zeit teilen?? ?Raum? teilen? ?Menschsein? teilen? ?Animalität? teilen? ?Vergangenheit? teilen? ?Geschichte? teilen? ?Tanzstück #4? macht sich auf den Weg zu einem utopischen Bild von einem Kollektiv für die Zukunft.

?Miteinander fremd sein ist unvermeidlich, notwendig, außer vielleicht wenn der Abend graut.? Aus: ?Comment Vivre Ensemble ? Cours et Séminaires au college de France? von Roland Barthes

?Laurent Chétouane versucht ein scheinbares Paradox: sich des Unkontrollierten zu bemächtigen, ohne es festzuhalten. Und dies dann auch noch einem Publikum zu vermitteln. Mit seiner wissenschaftlich geschulten Fähigkeit zur Durchdringung bohrt er seinen Scharfsinn ins Nebelgebiet der menschlichen Darstellungskunst. Um eine Lösung zu finden? Lösen: ins Offene gelangen. Nuancen der inneren Bereitschaft, das absichtslose Loslassen und Greifen lassen eine Aufführung gelingen, machen Freiheit spürbar.? (tanzjournal)


Laurent Chétouane absolvierte nach einem Ingenieurs- studium ein Studium der Theaterwissenschaft an der Sorbonne und der Theaterregie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main. Seit 2000 inszeniert er an zahlreichen großen Bühnen u. a. in Hamburg, München, Weimar, Köln, Athen, Oslo, Zürich. Zusätzlich erarbeitet er seit 2006 tänzerische Projekte (Tanzstück # 1 – 4, horizon(s)) in Berlin, Essen und Wien mit internationalen Koproduzenten und Einladungen zu Festivals wie Rencontres Chorégraphiques Internationales und springdance in Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Österreich, der Türkei und Norwegen. In Vorbereitung ist das Projekt Sacré Sacre du Printemps. Die Uraufführung wird bei der Ruhrtriennale 2012 im PACT Zollverein Essen sein. 2008 erhielt er die Wild Card der RUHR.2010 und den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für hervorragende junge Künstler- Innen. Gastprofessuren hatte er in Gießen und Berlin, sowie Gastdozenturen in Oslo, Frankfurt/M., Hamburg, Leipzig, Bochum. Seine letzte Arbeit an den Sophiensælen war 2012 die Choreografie Hommage an das Zaudern.



November 14*) Publikumsgespräch mit Waffeln

Choreografie: Laurent Chétouane
Mitarbeit: Antje Velsinger
Tanz: Lisa Densem, Sigal Zouk, Jan Burkhardt, Matthieu Burner, Joris Camelin
Video: Anna Henckel-Donnersmarck
Lichtdesign: Andreas Juchheim
Kostüm: Sophie Reble

Eine Produktion von Laurent Chétouane, Maison de la Culture d?Amiens, Tanzquartier Wien, PACT Zollverein Essen und Sophiensaele.
Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Mit Unterstützung von Dock 11, Berlin.

Foto © Oliver Fantitsch

Aufführungen

2009 November 13)(14* 20 Uhr


ORT
Festsaal
















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