Sophiensæle

Sophiensæle Forever Publikation – Sophiensæle | Freies Theater in Berlin

Programm

Saison 26/27

Sophiensæle Forever Publikation

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Sophiensæle Forever Publikation

Die dreiteilige Publikation Sophiensæle Forever nimmt das 3-fache Jubiläum – des Gebäudes, des Theaters und der Tanztage Berlin – zum Ausgangspunkt für eine Reflexion über die (im)materiellen Bedingungen künstlerischer Produktion. Dass Kunst Arbeit ist, wissen wir. Und dennoch hält sich der Mythos, Liebe zur Kunst sei Antrieb genug, bis heute. Besonders sensibel spüren das diejenigen, die mit wenig Ressourcen und mit dem eigenen Körper als Material und Medium arbeiten: der choreografische Nachwuchs, dem die Tanztage seit 30 Jahren eine Bühne bieten.

Der zweite Teil wird anlässlich des diesjährigen Internationalen Performance-Festivals Never Work veröffentlicht. Während die gegenwärtige Arbeitswelt von uns immer mehr verlangt, bietet sie zugleich immer weniger von der sozialen Identität und Stabilität, die sie einst versprochen hat. Doch die Vision einer Gesellschaft, in der das Überleben nicht mehr von Lohnarbeit abhängig wäre, erscheint weiterhin als ferne Utopie.

Simone Dede Ayivis Text Rumhängen verbindet Freizeit und Kultur mit Arbeits rechten und argumentiert, dass der Zugang zu Kunst untrennbar mit fairer Bezahlung, Erholung und einem funktionierenden Sozialstaat verbunden ist. Diejenigen, die die Mittel für die Kunst kürzen, seien dieselben, die die Arbeitsverhältnisse prekär halten; denn Freizeit, so argumentiert sie, stelle eine politische Bedrohung für die Mächtigen dar.

In Nur im Prinzip gut: Warum wir Kunst und Fürsorge verlieren zeichnet Emma Holten das Erbe der Aufklärung in der Mainstream Ökonomie nach. So beschreibt sie, wie das derzeitige auf Marktpreisen basierende System den Wert von Kunst und Fürsorge nicht zu erfassen vermag. Sie schlägt neue Bündnisse zwischen Künstler*innen, Pflege kräften und Aktivist*innen vor, um dieses System in Frage zu stellen.

Die Erfahrung, in einem solchen System zu leben, das die Künste strukturell unter bewertet, wird in Making Fire from the Ashes: Kunst, für die es sich zu leben lohnt, dem abschließenden Beitrag dieses Bandes, beschrieben. Anka Herbut und Kasia Wolińska argumentieren, dass die Kunstwelt systematisch Erschöpfung und Desillusionierung hervorruft, während sie gleichzeitig „ein gutes Leben“ verspricht. Was wäre, wenn wir uns, anstatt nach den Regeln des Systems zu arbeiten, diesem verweigern würden – und es in Brand setzen?

Der zweite Teil unserer Jubiläumspublikation ist hier und in den Sophiensælen erhältlich.

Der erste Teil Sophiensæle Forever Tanztage ist hier erhältlich.

Herausgeber*innen: Sophiensæle GmbH, Jens Hillje, Lena Kollender, Andrea Niederbuchner und Mateusz Szymanówka
Redaktion: Lena Kollender, Mateusz Szymanówka, Miriam Seise und Sebastian Sury
Lektorat: Miriam Seise, Sebastian Sury, Christoph Tempel, Louise Trueheart und Johanna Withelm
Übersetzung: Alex Piasente-Szymański
Gestaltung: KaranKobel, karankobel.com

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