Nichts geht mehr! - Performances zum Spielen

Tanja Krone

The European House of Gambling

Mitten in Berlin ist ein Komet gelandet. Ein Jahrtausendereignis! Es herrscht Ausnahmezustand. Hypnotisierende Musik, blinkende Lichter, das Klirren irdischer Metalle durchdringen den abendlichen Frühlingswind. Aus kleinen Buden fallen skurrile Showmaster_innen, Gaukler_innen, Spielhüter_innen und verführen die wartende Menge durch zauberhafte Gebärden und geheime Botschaften. Geht es gleich los – oder sind wir schon mittendrin im Spiel um den Gemeinsinn? Mit einer internationalen Spieltruppe tingelt The European House of Gambling von Stadt zu Stadt, dem diversen Europa auf den Fersen und der einen Frage: Können wir soziale Gerechtigkeit herstellen - zwischen den Schichten, den Ländern, den Nachbar_innen, den Geschlechtern? Wer will das? Wer will was? Wie viel Lust haben wir (wirklich), unser Haben zu teilen mit denen, die im Soll sich baden? Was müssen wir opfern, wenn wir uns auf ein solches Unterfangen einlassen? Und: wer soll das eigentlich organisieren? Vielleicht sind es ja doch die Narren, die die Welt retten.

 

In einer waghalsigen Mischung aus Spielhölle, Schaubude und Wettkampfarena treffen sich die Besucher_innen, um zu zocken. Auf Brettern, die die Welt bedeuten wird um den Wohlstand gespielt - für sich allein oder für die Gemeinschaft? Karten fallen, Würfel rollen, Stäbe erzittern bei der kleinsten Bewegung. Hier wird um Werte gekämpft – denn wenn die Ressourcen erschöpft sind, muss geopfert werden. Alles steht zur Disposition: das Publikum wettet auf den_die Gewinner_in und feiert den gemeinschaftlichen Verlust. Die Schlüssel zum Glück fliegen uns um die Ohren, das Gehirn schüttet nonstop aus: Dopamin, Endorphine. Wir spielen uns in Ekstase. Denn über allem, jenseits von Urteil und Einfluss, von individuellem Geschick und Schicksal, schwebt das Glücksrad: ALL IN! Der Zufall verteilt um. Gewinn, Verlust, Status – alles wandert weiter. Ist das noch Willkür oder schon (wieder) Gerechtigkeit?



Tanja Krone ist Regisseurin, Performerin, Musikerin und beschäftigt sich in ihren Projekten vor allem mit der Kunst als Möglichkeitsraum und dem Aspekt der Teilhabe unterschiedlichster Protagonist_innen in der Kunst. Die performativen Settings in der Vergangenheit reichten von der Gründung der weltgrößten Frauenrockband über die Erfindung utopischer Staaten in Afrika bis zur Schaffung einer modernen jugendlichen Heilsarmee in Berlin. Seit Sommer 2017 tourt sie mit The European House of Gambling, bestehend aus einer internationalen Gruppe von Performer_innen und Weltverbesserer_innen, durch europäische Städte, um herauszufinden, ob eine spielende Gemeinschaft auch eine gerecht(er)e ist.

 

tanjakrone.de



KÜNSTLERISCHE LEITUNG Tanja Krone SPIELDESIGN Daniel Boy DRAMATURGIE Johanna-Yasirra Kluhs MUSIK Friedrich Greiling BÜHNE Olf Kreisel KOSTÜME Marouscha Levy PERFORMANCE Dragana Bulut, Davis Freeman, Bettina Grahs, Felix Heimbach, Linda Hou, Johannes Köhler, Maria Koltsida, Emma Rönnebeck, Judith Seither, Lajos Talamonti, Thomas Wagner TECHNIK Joscha Eckert PRODUKTION Pamela Schlewinski ASSISTENZ Silinee Damsa-Ard

 

Eine Produktion von Theater Rampe in Koproduktion mit SOPHIENSÆLE. In Kooperation mit GRAD Belgrad. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und den Innovationsfonds des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Medienpartner: Exberliner, taz.die tageszeitung, zitty



     

 

Foto © Daniela Wolf

Performance


Aufführungen

2018
mai
11 12 
20:30 UHR

13 
18:00 UHR


ORT
Festsaal
















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