Markus&Markus

Zwischen den Säulen

Das Kollektiv Markus&Markus ist Teil der sogenannten deutsch-deutschen Mehrheitsgesellschaft. Theater nehmen sie zum Anlass, nicht nur auf einen Themenkomplex von außen draufzuschauen, sondern aus ihm hervor. Zwischen den Säulen dokumentiert die Reise in eine der abrahamitischen Religionen: den Islam. Das Stück ist gleichzeitig Fiktion und Wirklichkeit, zugleich Status Quo und Utopie. Es erklärt nicht die Welt, es stellt eine Welt dar.

 

Auch außerhalb der Moschee kann man kaum stehen, weil es so voll ist. Wir werden viel angeschaut, aber es wird uns immer zugelächelt. Es sind freundliche Blicke. Schüchtern aber freundlich. Es ist die Nacht, in der der Koran erstmals offenbart wurde. Draußen ist ein Brunnen, aus dem ausschließlich grüne Limonade sprudelt.

 

Wir haben Kopfhörer auf und flanieren entlang der Fassade des Kalifenpalasts Mschatta bei Amman in Jordanien. Um alle Informationen zu bekommen müssen wir immer wieder die Nummer für den Hörführungstext neu anwählen, da die Konzentration mit dem Blick abschweift. Der Museumswächter macht uns darauf aufmerksam, dass gleich geschlossen wird.


Markus schüttelt die Hand vom Großmufti. Und während ein paar Nonnen zur Sonntagsmesse gehen und die Glocken läuten über der Stadt, holt sich die muslimische Feiergemeinschaft Brot, setzt sich in die Cafés, trifft Freunde und Familie. Es ist sechs Uhr in der Früh, die ganze Altstadt ist in eine einzige Wasserpfeifen-Wolke gehüllt.


Zwischen den Säulen ist ein Reisebericht von einer Schnitzeljagd mit unbekanntem Ziel, bei der Markus&Markus den Hinweisen einer ihnen unbekannten Spielleitung folgen.



MARKUS&MARKUS ist ein Theaterkollektiv aus Hildesheim. Seit 2011 stehen sie für eine ureigene Form politischen Theaters, pennälerhafte Penetranz und radikale Perfektionslosigkeit. Ihre Aufführungen, in denen die Grenze zwischen Inszenierung und Realität völlig aufgelöst wurde, lösten öffentliche Debatten aus. Die Arbeiten zeichnen sich aus durch eine intensive Investigation, deren Ergebnis eingefangen auf der Videoebene einen elementaren Baustein der Inszenierungen bildet. Es interessiert das Kollektiv jedoch nicht, eine Realität abzubilden, stattdessen ist der Theaterkontext für den Zugriff auf die Realität entscheidend – Fakt und Fiktion liegen dichter zusammen als bei X-Factor: Das Unfassbare von Jonathan Frakes. An den Sophiensælen waren bisher zu sehen: Polis3000: Oratio (2012), Ibsen: Gespenster (2015), Ibsen: Peer Gynt (2015). Im April 2017 zeigten sie erstmals zusammenhängend die gesamte Ibsen-Trilogie.



VON UND MIT Markus&Markus (Katarina Eckold, Lara-Joy Hamann, Markus Schäfer, Markus Wenzel) BÜHNE, KOSTÜM Maike Storf LICHTDESIGN Anahí Pérez

 

Eine Produktion von Markus&Markus in Koproduktion mit Staatstheater Darmstadt, Gessnerallee Zürich, LOT Braunschweig, ROXY Birsfelden, Schwankhalle Bremen, Oldenburgisches Staatstheater, Münchner Kammerspiele, FFT Düsseldorf, Mousonturm Frankfurt, Theater Rampe Stuttgart, Lichthof Hamburg, Pavillon Hannover und SOPHIENSÆLE. Gefördert durch die Stiftung Niedersachsen, MWK Niedersachsen, Fonds Darstellende Künste e.V., Friedrich Weinhagen Stiftung und dem Kulturbüro der Stadt Hildesheim. Medienpartner: taz.die tageszeitung



        

 

Foto © Ann Klage

Aufführungen

2018
juni
20 22 24 
20:00 UHR


ORT
Hochzeitssaal


TICKETS
13/8 EURO



Auf Deutsch - in German















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