Sophiensæle

Gisèle Vienne und Florentina Holzinger – Sophiensæle | Freies Theater in Berlin

Programm

Saison 26/27

Gisèle Vienne und Florentina Holzinger

Gisèle Vienne hinterfragt mit ihrem Werk unsere Wahrnehmungsmuster und erfindet dabei neue künstlerische Sprachen, um den Weg für strukturelle gesellschaftliche Veränderungen zu ebnen. Viennes Kreationen, sowohl auf der Bühne als auch in ihrer visuellen Praxis, werden zusammen mit Tänzer*innen und Schauspieler*innen entwickelt und oft von anthropomorphen Figuren und Puppen belebt, um die Sinnlichkeit, Wut und Kreativität von Gegenkulturen in ihrem ganzen subversiven Potenzial zu erforschen. Indem sie ihre philosophischen Einflüsse mit ihrem ästhetischen Erfahrungsschatz zusammenführt, versucht ihre Arbeit auf der Bühne und in anderen Bereichen, die vorherrschenden Strukturen umzustoßen und neue künstlerische Formen zu entwickeln, die die Welt anders zu kodieren versuchen.

Florentina Holzingers Tanzperformances werden von der Idee der Identität, der sexuellen und körperlichen Überschreitung angetrieben. Inspiriert vom Wiener Aktionismus, von Körperkunst und Bodybuilding, aber auch von klassischem Ballett, Kabarett und Zirkus, dekonstruiert sie in ihren Shows hegemoniale Bilder von Weiblichkeit. Dies zeigt sich auch in der vielfältigen Besetzung ihrer Company, wo Performerinnen unterschiedlichster Herkünfte, Generationen und Fähigkeiten zusammenkommen.

Kerstin Stakemeier lehrt seit Beginn der 2000er Jahre in den Bereichen politische, kunst-, kultur- und Medientheorie sowie in der Kunstgeschichte (u.a. Freien Universität Berlin, Bauhaus-Universität Weimar, Universität der Künste Berlin, Leuphana Universität Lüneburg). Ein kontinuierlicher Schwerpunkt ihrer Lehrer ist die Frage künstlerischer und politischer Praxis, ihres Materials, ihrer Träger*innen, ihres Umfangs, ihrer Grenzen – historisch ebenso wie gegenwärtig.