Viktor Szeri – Sophiensæle | Freies Theater in Berlin
Programm
Viktor Szeri
Viktor Szeri (geb. 1993) ist ein unabhängiger Performer und Choreograf mit Sitz in Budapest. In seinen multidisziplinären Stücken ist das Zusammenspiel verschiedener (darstellender) Kunstformen und visueller Lösungen zu beobachten. Seine spontanen und improvisierten kreativen Prozesse sind meist von dem Wunsch motiviert, eine Stimmung oder ein Gefühl auszudrücken. Dennoch spielt der Tanz immer eine entscheidende Rolle in seiner Arbeit: Für ihn ist er eine Sprache, durch die der unvollkommene, vergängliche und verletzliche menschliche Körper aus den Zwängen der gesellschaftlichen Normen ausbrechen kann. Seine Performances sind viszeral: Sie lassen die Grenzen zwischen Bühne und Zuschauerraum verschwimmen und laden uns in eine intime Realität ein, in der das Publikum eine aktive Rolle spielt. Die Ideologie und Komplexität konventioneller Kunsträume wie Theater und Galerien interessieren ihn ebenso wie das Potenzial öffentlicher Räume, Off-Sites und verlassener Gebäude.
Er sucht immer nach neuen Ansätzen, oft in Zusammenarbeit mit anderen. Im Jahr 2018 gründete er mit Tamás Páll und Gyula Muskovics die Künstlergruppe Hollow, mit der er seitdem regelmäßig zusammenarbeitet. In ihren immersiven Installationen und Performances werden Choreografie und Tanz mit Poesie, neuer Medienkunst und Rollenspielen kombiniert, um „Weltprototypen“ zu schaffen, in denen die vorherrschenden Systeme der konsensuellen Realität in Frage gestellt oder verändert werden können.
Er hat einen BA-Abschluss in Choreografie an der Budapest Contemporary Dance School und einen MA-Abschluss in Mediendesign an der Moholy-Nagy-Universität für Kunst und Design in Budapest. In letzter Zeit erhielt er mehrere Stipendien und Aufenthalte in Budapest, Prag, Berlin, Wien, Paris, Istanbul, Warschau, Tiflis und Minsk. Seine individuellen Arbeiten und Kollaborationen wurden in Budapest im Trafó House of Contemporary Arts, im MU Theatre, im DunaPart - Platform for Contemporary Performing Arts, im art quarter budapest, im Studio of Young Artists' Association, im Placcc Dance sowie in der MeetFactory (Prag), bei Y Events, im Divadlo X10 (Prag), im House of Arts (Brno), beim Donaufestival (Krems), bei der Art Cologne (Köln), im Montag Modus (Berlin), im radialsystem (Berlin) und im Open Space - Centre for Visual and Performing Arts (Tiflis) präsentiert.
Sein Stück „Fatigue“ wurde mit dem Rudolf-Lábán-Preis für die beste zeitgenössische Tanzaufführung 2022 ausgezeichnet.
Seit 2020 ist er der Hauptorganisator des interdisziplinären Festivals für darstellende Kunst Under500 im Rahmen des Budapest Festivals.